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145 Tage mikrowellenfrei

Am 15. Juli [Anm. d. Red. Zwischen den originalen Artikeln liegen ca. 6 Monate], nachdem ich einen Beitrag zu den Gefahren des Kochens in der Mikrowelle geschrieben hatte, entschied ich, es eine Weile ohne Mikrowelle zu versuchen, um zu sehen, wie es ist. Für die letzten 145 Tage habe ich überhaupt kein Essen aus der Mikrowelle gegessen – nicht einmal Wasser aus der Mikrowelle.

Seitdem ich die ersten Artikel zu diesem Thema gelesen habe, habe ich durch ein paar mehr Informationen zu den Gefahren der Mikrowelle gestöbert, aber ich kann nicht sagen, dass ich irgendetwas gefunden habe, das mich von der einen oder anderen Seite völlig überzeugte. Trotzdem kann ich aus dem, was ich gelesen habe, sagen, dass Essen aus der Mikrowelle wahrscheinlich nicht zu optimaler Gesundheit beitragen wird. Ich finde es interessant, das Mikrowellen in Russland verboten sind, weil gesundheitsschädigende Wirkungen vermutet werden [Anm. d. Red. waren ab 1976 verboten, sind es aber mittlerweile nicht mehr].

Wie so viele persönliche Experimente, die ich durchführe, gab mir auch dieses interessante Einblicke …

Einfacher Übergang

Am Anfang war ich überrascht, wie einfach es doch ist, von der Mikrowelle wegzukommen. Ich brauchte nur wenige Tage, um mich daran zu gewöhnen, Essen auf dem Herd zu erwärmen anstatt in der Mikrowelle. Am Anfang fand ich etwas umständlicher, eine Tasse Tee zu kochen, aber nun erscheint es normal, Wasser mit Hitze zu erwärmen, anstatt mit Mikrowellenstrahlung. Ich habe herausgefunden, dass der Zeitunterschied unerheblich ist, zumindest für die Art und Weise, wie ich esse.

Gesünder Essen

Als zweites habe ich fast sofort bemerkt, dass ich anfing, andere Nahrungsmittel zu essen – ohne die Mikrowelle. Ich ließ alle gefrorene Nahrung weg, die für die Mikrowelle gemacht war, und ersetzte sie mit frischerer Nahrung, wie in der Pfanne gebratenes Gemüse. Ich aß auch mehr rohe Nahrung. Das war also eine positive Veränderung, weil ich tote, zerkochte und wenig nahrhafte Mahlzeiten aus der Mikrowelle mit frischer Vollwertkost ersetzte. Insgesamt wurde meine Ernährung gesünder.

Besserer Geschmack

Drittens habe ich festgestellt, dass Essen, welches ohne Mikrowelle zubereitet wurde, einfach besser schmeckte. Ich esse viel Naturreis, welchen ich meist in großen Mengen koche und den ich unter der Woche häufig wieder in der Mikrowelle aufgewärmt hatte. Stattdessen begann ich ihn auf dem Herd wieder aufzuwärmen und ich bemerkte, dass die Reste so viel besser schmeckten. Auch bestimmte Mahlzeiten, die ich immer in der Mikrowelle zubereitet hatte, wie Haferbrei, schmeckten bedeutend besser, wenn sie auf dem Herd zubereitet worden waren. Ich mochte die Konsistenz dieser Nahrung lieber.

Besseres Gefühl

Schließlich bemerkte ich, dass Nahrung, die nicht in der Mikrowelle zubereitet wurde, sich beim Verzehr einfach besser anfühlte. Ich schien sie mehr zu genießen. Ich bemerkte das sogar an einer Tasse Tee. Ich habe das Wasser für den Tee schon jahrelang in der Mikrowelle erhitzt und als ich endlich auf den Herd umstieg, bemerkte ich, dass der Tee ungefähr gleich schmeckte, sich aber irgendwie anders anfühlte. Er war befriedigender, als ob der Tee energiereicher war. Ich weiß nicht warum. Ich habe nie den Teebeutel an sich mit erhitzt, nur das Wasser. Wenn man schon eine lange Zeit seine Heißgetränke in der Mikrowelle zubereitet hat, dann ermutige ich hiermit, zumindest mal eine einzige Tasse auf dem Herd zuzubereiten und zu sehen, ob man einen Unterschied bemerkt.

Gebrauchte Mikrowelle zu verkaufen

Keine dieser Unterschiede allein, aber alle zusammengenommen, empfand ich als mehr als genug, um ein Ungleichgewicht zu der unbedeutenden Zeitersparnis zu schaffen. Tatsächlich sind die geschmeckten/gefühlten Unterschiede stark genug, dass ich heute sagen kann, dass ich den Verzehr von Essen aus der Mikrowelle unangenehm finde – sogar leicht abstoßend. Wenn ich etwas sehe, das aus der Mikrowelle kommt, dann habe ich ihm gegenüber ein inneres Gefühl der Aversion, als ob das Gericht mit Rattengift besprenkelt wurde. Ich denke, dass es einfach etwas ist, das ich nicht in meinen Körper bringen will.

Solche persönlichen Experimente, wie dieses, zu unternehmen hilft mir, Entscheidungen zu fällen, wenn etwas für mich nicht eindeutig ist. Nun, da ich eine Ahnung habe, wie es ist, für fast fünf Monate ohne die Mikrowelle zu leben, ist es für mich nicht mehr entscheidend, ob die Strahlung der Nahrung schadet. Ich brauche diese Information nicht länger, um eine Entscheidung zu fällen. Die experimentellen Daten sind genug, damit ich die Mikrowelle für immer glücklich wegwerfe. Um zu den alten Gewohnheiten zurückzukehren müsste ich neue Beweise finden, dass man von Nahrung aus der Mikrowelle profitieren kann und das erscheint nicht sehr wahrscheinlich.