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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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33 Regeln
um die eigene Produktivität zu steigern

In der Heuristik findet man Regeln, die dazu gemacht wurden, um die eigenen Probleme zu lösen. Wenn ein Problem groß oder komplex ist und die optimale Lösung unklar, dann kann es helfen, eine heuristische Regel anzuwenden, um einen Schritt auf die Lösung zu zugehen, obwohl man den ganzen Weg vom Anfangspunkt aus noch nicht visualisieren kann.

Angenommen, das Problem ist, auf die Spitze eines Berges zu klettern, aber es gibt keinen Weg, dem man folgen könnte. Ein Beispiel für eine heuristische Regel wäre: Man geht direkt auf den Gipfel zu, bis man ein Hindernis erreicht, dass man nicht überwinden kann. Wenn man solch ein Hindernis erreicht, geht man rechts um es herum, bis man wieder auf den Gipfel zu laufen kann. Dies ist nicht die schlauste oder verständlichste heuristische Regel, aber in vielen Fällen wird sie gut funktionieren und am Ende wird man den Gipfel erreichen.

Die Heuristik kann nicht garantieren, dass man die optimale Lösung findet, noch garantiert sie überhaupt eine Lösung. Aber sie ist zum Lösen bestimmter Arten von Problemen durchaus nützlich. Die Stärke der Heuristik ist es, dass sie die Blockade der Unentschiedenheit aufbrechen kann und einen zum Handeln bringt. Wenn man anfängt, zu handeln, beginnt man die möglichen Lösungen zu erkunden, was das eigene Verständnis für das Problem vertieft. Wenn man Wissen über das Problem gewinnt, kann man auf dem Weg noch Kurskorrekturen vornehmen, um nach und nach seine Chancen zu verbessern, eine Lösung zu finden. Wenn man versucht, ein Problem zu lösen, von dem man anfangs noch nicht weiß, wie man es lösen soll, wird man oft auf dem Weg eine Lösung finden, die man sich anfangs gar nicht hätte vorstellen können. Das trifft besonders für kreative Arbeiten, wie Softwareentwicklung zu. Manchmal weiß man gar nicht so genau, was man bauen will, bis man einfach damit anfängt.

Die Heuristik hat viele praktische Anwendungsgebiete und eines meiner Liebsten ist die persönliche Produktivität. Die Heuristik der Produktivität regelt das Verhalten (einige Regeln sind allgemein, einige treffen auf spezifische Situationen zu), so dass sie uns helfen, effizienter zu arbeiten. Hier sind einige meiner Favoriten:

  1. Abschießen!
    Der effizienteste Weg, eine Aufgabe zu bewältigen, ist sie nicht zu machen. Wenn etwas nicht gemacht werden muss, dann runter damit von der Liste.
  2. Tägliche Ziele.
    Ohne klare Ziele ist es zu einfach, Ablenkungen zu erliegen. Für jeden Tag vorher Ziele festzulegen, hilft. Entscheiden was man tut, und es dann machen.
  3. Das Schlimmste zuerst.
    Um Verzögerungen zu vermeiden, sollte man die unangenehmste Aufgabe direkt als erstes am Morgen bewältigen anstatt sie auf irgendwann später zu schieben. Der kleine Erfolg wird diesen Tag weiterhin sehr produktiv verlaufen lassen.
  4. Spitzenzeiten.
    Man sollte den eigenen Produktivitätszyklus ermitteln und die wichtigsten Aufgaben in die Spitzenzeiten legen. An unwichtigeren Aufgaben kann man außerhalb der Spitzenzeiten arbeiten.
  5. Null-Kommunikation.
    Man sollte für Aufgaben, bei denen mal allein und konzentriert arbeiten muss, ununterbrochene Arbeitszeit reservieren. Man kann leichte, unterbrechbare Aufgaben auf die Zeiten legen, in denen man kommuniziert und anspruchsvollere in Zeiten, in denen null Kommunikation stattfindet.
  6. Mini-Meilensteine.
    Wenn man eine Aufgabe beginnt, legt man ein Ziel fest, das man erreichen muss, bevor man aufhören kann. Wenn man beispielsweise an einem Buch arbeitet, könnte man entscheiden, nicht aufzustehen, bevor man nicht mindestens 1000 Wörter geschrieben hat. Dieses Ziel muss man erreichen, egal was passiert.
  7. Timeboxing.
    Bestimmte Zeitspanne festlegen, wie zum Beispiel 30 Minuten, um eine Aufgabe intensiv zu bearbeiten. Egal, wie weit man kommt. Nur die diese Zeit investiert man.
  8. Bündeln.
    Ähnliche Aufgaben, wie Telefongespräche bündeln und in einer Sitzung erledigen.
  9. Der frühe Vogel.
    Früh aufstehen, wie 5:00 Uhr und dann direkt anfangen, an den wichtigsten Aufgaben zu arbeiten. Meistens erledigt man mehr vor 8:00 Uhr, als die meisten den ganzen Tag.
  10. Ruhe.
    Laptop ohne WLAN Zugang nehmen und an einen Ort gehen, wo man ohne Ablenkungen arbeiten kann, wie eine Bibliothek, ein Park, Café oder der eigen Garten. Alle Kommunikationsgeräte lässt man zurück.
  11. Tempo.
    Mit voller Absicht das Tempo anziehen und schneller als üblich arbeiten. Schneller sprechen. Schneller laufen. Schneller tippen. Schneller lesen. Eher heim gehen.
  12. Entspannen.
    Stress kann man reduzieren, indem man sich einen entspannenden, müllfreien Arbeitsplatz schafft. Siehe: 10 Ideen, den Arbeitsplatz zu entspannender zu gestalten.
  13. Agendas.
    Meetingpartner bekommen vor dem Meeting schon eine klar verfasste Agenda. Dies verbessert den Fokus des Meetings und seine Effektivität sehr. Man kann Agendas auch für Telefongespräche nutzen.
  14. Pareto.
    Das Pareto-Prinzip ist die 80-20 Regel, die besagt, dass 80% des Nutzens einer Aufgabe aus 20% der aufgewendeten Mühe resultieren. Auf diese 20% konzentrieren.
  15. Auf die Plätze – fertig – los.
    Um Verzögerung abzuwenden, sofort anfangen, nachdem man ein Ziel festgelegt hat, sogar auch wenn die Handlung nicht perfekt geplant ist. Man kann sie auf dem Weg immer noch anpassen.
  16. Minutenmann.
    Wenn man erst die Informationen zusammen hat, die man benötigt, eine Entscheidung zu treffen, startet man einen Timer und gibt sich 60 Sekunden, um die tatsächliche Entscheidung zu treffen. Man gibt sich eine ganze Minute, um zu schwanken und anzuzweifeln so viel man will, kommt aber am anderen Ende mit einer klaren Entscheidung heraus. Wenn die Entscheidung einmal gefallen ist, sollte man direkt eine Handlung anstoßen, die sie in Bewegung setzt.
  17. Deadline.
    Einen Frist setzen, um eine Aufgabe zu vervollständigen und auf diese den Fokus richten, um auf dem Weg zu bleiben.
  18. Versprechen.
    Anderen von den eigen Verbindlichkeiten erzählen, da dies hilft, sich selbst in die Pflicht zu nehmen.
  19. Pünktlichkeit.
    Was es auch kostet, immer pünktlich sein. Das heißt früh da sein.
  20. Lückenlesen.
    Lesen, um die gelegentlichen Zeiten zu nutzen, in denen man auf eine Verabredung wartet, in einer Schlange steht oder der Kaffee läuft. Wenn man männlich ist, kann man sogar einen Artikel während des Rasierens lesen (vorzugsweise mit einem elektrischen Rasierer). Das sind 365 Artikel im Jahr.
  21. Resonanz.
    Das Ziel als bereits erreicht visualisieren. Sich selbst in einen Zustand bringen, als wäre man tatsächlich schon da. Es im Kopf wahr werden lassen, und bald wird man es in der eigenen Realität sehen.
  22. Glitzernde Preise.
    Sich selbst regelmäßig für erreichte Ziele belohnen. Einen Film anschauen, ein Buch lesen, sich eine professionelle Massage gönnen oder einen Tag im Freizeitpark verbringen.
  23. Einteilen.
    Die wirklich dringlichen Aufgaben von den lediglich wichtigen trennen. Zeitspannen reservieren, in denen man an den wichtigen Aufgaben arbeitet, wie zum Beispiel, Sport zu treiben, ein Buch zu schreiben oder einen Partner zu finden.
  24. Kontinuum.
    Am Ende des Arbeitstages die Aufgabe identifizieren, mit der man am nächsten Tag beginnt und die Materialien vorher bereit legen. Am nächsten Tag direkt mit dieser Aufgabe beginnen.
  25. Zerkleinern.
    Komplexe Projekte in kleinere, gut definierte Aufgaben herunterbrechen. Auf die Erfüllung nur einer Aufgabe konzentrieren.
  26. Nur eine Aufgabe.
    Wenn man einmal eine Aufgabe beginnt, dabei bleiben, bis sie zu 100% erfüllt ist. Nicht die Aufgaben in der Mitte wechseln. Kommt es zu Ablenkungen, diese notieren und sich später darum kümmern.
  27. Randomisieren.
    Ein völlig willkürliches Projekt auswählen, um es zu vervollständigen. Eine willkürliche Rechnung zahlen. Einen willkürlichen Telefonanruf tätigen. Seite 42 des Buches schreiben.
  28. Unglaublich schlecht.
    Perfektionismus besiegen, indem man seine Aufgabe richtig schlecht zu Ende bringt, im Wissen, dass man die Resultate nie einer Menschenseele zeigen muss. Einen Blogpost über den Geschmack von Salz schreiben, eine abscheulich dysfunktionelle Webseite entwerfen, einen Geschäftsplan erstellen, der den Bankrott im 1. Jahr garantieren würde. Mit einem wirklich entsetzlichen ersten Entwurf, kann es nur noch besser werden.
  29. 30 Tage.
    Eine neue Gewohnheit, die man ausbilden will festlegen und 30 Tage lang dabei bleiben. Ein temporäres Bekenntnis ist leichter zu halten als ein permanentes. Siehe 30 Tage zum Erfolg für die Details.
  30. Delegieren.
    Jemanden anders dazu bringen, es zu tun.
  31. Kreuz-Befruchtung.
    In einem Martial Arts Kurs anmelden, ein Blog beginnen, einer Improvisationsgruppe betreten. Oft findet man Ideen in einem Gebiet, welche die Leistung in einem anderen steigern können.
  32. Intuition.
    Auf den Bauch hören. Wahrscheinlich hat er recht.
  33. Optimieren.
    Die Prozesse, die man am meisten benötigt, herausfinden und ihn Schritt für Schritt aufschreiben. Für größere Effizient auf einem Blatt Papier umstrukturieren. Dann den verbesserten Prozess anwenden und testen. Manchmal können wir einfach nicht sehen, was richtig ist, bis wir es unter einem Mikroskop betrachten.