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Ausmisten

Stell dir die richtigen Fragen beim Ausmisten und du schaffst Raum für etwas Neues.

Meine Frau und ich haben das vergangene Wochenende dafür genutzt um unsere Garage aufzuräumen und viele nicht mehr benötigte Dinge auszumisten. Das eine lange überfälliges Projekt und wir haben endlich Zeit dafür gefunden. Es wirkte zuerst recht einschüchternd, aber dann fühlte es sich wirklich gut an, das ganze Gerümpel zu sortieren und Unnützes rauszuwerfen. Wir haben mehrere Wagenlandungen von verschiedensten Dingen gespendet.

Da ich recht aggressiv bin, was die Aufrechterhaltung von Ordnung und dem Ausmisten von unnötigen Dingen angeht, fiel mir auf, dass die Zeit eine große Rolle spielt, wenn man entscheiden will ob es die Sache wert ist, etwas zu behalten oder nicht. Manche Dinge scheinen es wert zu sein, aufgehoben zu werden – zumindest in dem Moment, wo man sich dafür entscheidet. Und vielleicht waren sie das auch, aber Jahre später wirken sie wie nutzloser Abfall. In vielen Fällen haben sich unsere Bedürfnisse verändert und damit auch die Dinge, von denen wir dachten, dass sie diese erfüllen könnten.

Es gibt eine paar Regeln, die mir immer gut gedient haben, wenn so ein Ausmistungsprojekt anstand:

  1. Im Zweifel wegwerfen.
  2. Frage dich, “Was wäre das schlimmste, was passieren könnte, wenn ich dieses Ding versehentlich wegwerfen würde?” Wenn die Antwort “Wenig” oder “Nichts” ist, dann wirf es weg.
  3. Könnte man anderes von diesem Ding mehr profitieren als ich?

Das steht im Kontrast zu den Regel, denen die meisten anderen Menschen zu befolgen scheinen, wenn sie entscheiden wollen, was sie behalten und was sie wegwerfen sollen. Ich glaube, für die meisten Menschen, sehen die Regel ungefähr so aus:

  1. Im Zweifel behalten. Vielleicht brauch ich es irgendwann doch noch.
  2. Fragen, “Was wäre das bestmögliche Ergebnis, wenn ich das behalte?” Wenn die Antwort akzeptabel erscheint, dann behalten.
  3. Könnte ich möglicherweise irgendeinen Vorteil haben, wenn ich es behalte?

Ich denke, die zweite Regel ist einer der Gründe, warum einige Menschen ein ernsthaftes Problem mit ihrem Gerümpel haben. Indem man standardmäßig alles behält statt es loszuwerden, wird man offensichtlicherweise immer mehr ansammeln. Und mit der Zeit wird man sehr leicht den Punkt erreichen, wo man mehr Krempel angehäuft hat, als man je sinnvoll nutzen könnte, sich aber dennoch nicht davon trennen kann oder will. Letztendlich wird sich dein Heim immer weiter mit Krempel füllen, den du nur selten anschaust und der immer mehr Platz und Zeit für seine Verwaltung benötigt.

Ich schlage nicht vor, dass du jetzt knallhart alles wegwerfen sollst, was du gerne behalten möchtest, aber wenn du einen bestimmten Gegenstand seit ein oder zwei Jahren nicht angefasst hast, dann kannst du vermutlich auch ohne ihn leben.

Vor vielen Jahren habe ich eine wertvolle Lektion über materielle Besitztümer gelernt. Zuviele wertlose, alte Besitztümer blockieren den Fluss von wertvollen, neuen Besitztümern. Der ganze Krempel verstopft.

Wann immer ich mir die Zeit nehme um “tote” Gegenstände auszumisten, schaffe ich mehr leeren Raum und dieser wird sich schließlich mit neuen Dingen füllen, die ich tatsächlich wertschätze. Wenn ich zum Beispiel eins meiner vollbepackten Bücherregale etwas ausdünne, dann wird sich der leere Raum schnell mit neuen Büchern füllen, die mir gefallen haben. Das gleiche gilt für Klamotten. Wenn ich neue Kleidung benötige, dann ist für mich der erste Schritt, dass ich die alten ausmiste – das ist besser als sofort Shoppen zu gehen.

Ich stelle mir oft die Frage

“Enthält dieser Gegenstand noch Energie für mich?”

wenn ich überlege, ob ich etwas wegwerfen soll oder nicht. Auch wenn die Formulierung für einige Leute vielleicht etwas new-agey klingt, so sehe ich sie mehr als eine Kurzform um meine Intuition zu befragen. Wenn ich nicht spüre, dass ein Teil von mir daran interessiert ist, den Gegenstand zu behalten, dann fühle ich mich zuversichtlich genug, dass Wegwerfen die richtige Entscheidung ist.

Ich denke auch, dass wenn ein bestimmter Gegenstand nur ungenutzt herumsteht, es vielleicht jemanden anderen gibt, der von ihm mehr profitieren könnte. Alte Bücher, Klamotten, Spielzeug und Möbel bringen in meiner Garage keinen Mehrwert, aber jemand anderem könnten sie von Nutzen sein. Überleg nur mal, wieviel ungenutztes Potential in dem ganzen “Müll” steckt, den die Menschen in ihren Häusern horten. Der schnelle Aufstieg von Auktionsseiten im Internet hat bewiesen, dass auch erheblicher finanzieller Wert in unseren Schränken, Kellern und Garagen auf uns wartet. Aber auch wenn man die finanziellen Aspekte beiseite lässt, so helfen die Gegenstände doch niemanden weiter, solange sie nicht genutzt und wertgeschätzt werden.

Eine Wiederverwertung der “toten” Gegenstände bringt sie zurück in Umlauf und ich glaube, dass das auf einer gewissen Ebene (auch wenn’s wieder new-agey klingt), das dazu beiträgt den Fluss von neuem Wohlstand und Besitztümern in unserem Leben zu verbessern. Zumindest gibt es einen emotionales Hochgefühl, wenn man eine beträchtliche Menge an Müll aussortiert. Nur durch den Prozess an sich, fühle ich mich schon leichter und weniger eingeengt durch Krempel, den ich gar nicht mehr benötige.

Wenn dir eine große Ausmist-Aktion bevorstehe, dann gefällt dir vielleicht der Artikel Wie man dem Chaos Herr wird. Darin findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum richtigen Ausmisten.