Loading
Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

News abonnieren

  1. Artikel als RSS
  2. Artikel als ATOM

Bist du bereit endlich loszulegen?

Bist du bereit endlich richtig loszulegen?

Nach einer Erholung des Marktes verkaufen viele Börsen-Spekulanten einen Teil ihrer Aktion “um die Gewinne mitzunehmen”. Sie geben einen Teil ab und bekommen den Ertrag, den sie angesammelt haben. Einerseits um sicherzustellen, dass die Belohnung für ihren Aufwand auch wirklich realisiert wird, denn innerhalb kürzester Zeit könnte der Markt diese auch problemlos wieder tilgen. Mit dem Geld aus Aktienverkäufen kann man seine Steuern bezahlen, seinen Lebensstandard verbessern oder woanders neu investieren.

Diese Strategie, seine Gewinne mitzunehmen, findet man auch in der Persönlichkeitsentwicklung wieder. Aber statt Sicherheiten in Geld zu verwandeln, wollen wir hier Wissen in Gewohnheiten umwandeln. Es ist eine Sache, wertvolles Wissen in seinem Schädel gespeichert zu haben, aber dieses Wissen allein hilft dir nicht weiter – so wie ein Aktie dir auch nichts nützt, solange du sie nicht handelst. Natürlich ist es möglich, dass dein Wissen oder deine Aktien mit der Zeit wertvoller werden, aber du kannst auf diesen Wert nicht zugreifen bis du die Sache “auflöst” und deine Gewinne einsackst.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass du weißt, wie man Poker extrem gut spielt. Das ist ein Stück Wissen, dass innerhalb der letzten zehn Jahre immer wertvoller geworden ist. Die besten Profi-Spieler können heutzutage viel mehr Geld verdienen als jemals zu vor. Da ich in Las Vegas lebe, habe ich die schnelle Verbreitung hautnah mitbekommen. Selbst Casinos, die nie Poker-Räume hatten, haben wie verrückt neue hinzugefügt, alte Poker-Räume wurden in ihrer Größe verdoppelt und die Wartezeiten an beliebten Orten können mehr als eine Stunde betragen. Jeden Tag gibt es Turniere, bei denen man innerhalb weniger Stunden sechsstellige Summen (und mehr) gewinnen kann. Auch wenn die alten Profis jetzt mehr Konkurrenz haben, so sind ihr Wissen und ihre Fähigkeiten immernoch jede Menge Geld wert.

Aber der bloße Besitz von Wissen produziert noch keinen echten Wert. Der Wert entsteht, wenn du rausgehst und dein Wissen anwendest. Für einen Poker-Profi bedeutet das, dass er sich tatsächlich an den Tisch setzt und Turniere oder Spiele um Geld bestreitet. Und für die meisten Menschen ist es mit einem Mal nicht getan (es sei denn du bist gut genug um die “World Series of Poker” gleich beim ersten Versuch zu gewinnen – was dir innerhalb einer Woche genug einbringen würde um in den Ruhestand gehen zu können). Um die Gewinne einstreichen zu können, musst du zuerst dieses Wissen in Anwendung bringen und diese Anwendung muss immer und immer wieder wiederholt werden. Mit anderen Worten – du musst die Anwendung deines Wissens zu einer Gewohnheit werden lassen.

Das Feld der Persönlichkeitsentwicklung ist riesig. Das ist ein Punkt, den ich daran so liebe. Es gibt immer noch mehr zu lernen. Mir wird nie langweilig dabei, denn es gibt immer noch einen anderen Teilbereich, den es zu erforschen gilt: Motivation, Emotionen, Werte, Ziele erreichen, Business, Geld, Gesundheit, soziale Fähigkeiten, Problemlösungen, Spiritualität, Ausbildung, usw. Aber es ist sehr leicht, sich auf diesem riesigen Ozean nur dahintreiben zu lassen und nie eine Welle wirklich bis zum Strand zu surfen. Das Wissen allein ist nicht genug. Wenn du echte Gewinne im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung erzielen willst, dann musst du sie dir an einem gewissen Punkt auch sichern.

Wie macht man das?

Im Prinzip läuft es auf pure Wiederholung hinaus. Wenn du ein Stück Wissen immer und immer wieder anwendest, dann wirst du es schließlich zur Gewohnheit werden lassen. Zuerst wird es eine Menge Energie kosten und viel bewussten Aufwand erfordern um ein Muster zu wiederholen, aber nach genügend Wiederholungen, wird dein Unterbewusstsein es für dich übernehmen und du musst nicht länger daran denken. Du wirst dich dabei ertappen, wie du es ganz automatisch machst.

Es wird gesagt, dass es 21 Tage täglicher Wiederholung benötigt, bis sich eine Gewohnheit herausgebildet hat. Ich bevorzuge hier 30 Tage, denn ich möchte sicher gehen und mehr als nur das Minimum machen. Zudem haben 30 Tage für mich einen natürlicheren Rhythmus, da ich sowieso dazu neige, meine Pläne in 30- und 90-Tage-Blöcke einzuteilen. Es entspricht auch grob der Länge eines Monats, insofern ist auch schnell klar, wann ein Block geschafft ist. Ich mag es inbesondere am ersten eines Monats zu starten und dann bis zum Ende durchzuziehen. Ich stelle mir dann vor, dass ich diesen Monat dem Aufbau einer bestimmten Gewohnheit widme.

Wenn du lernen willst, wie man diese Strategie in der Praxis umsetzt, dann empfehle ich den Artikel 30 Tage zum Erfolg. Darin wird beschrieben, wie der Prozess der täglichen Konditionierung genutzt wird um einen Vorsatz in eine Gewohnheit zu verwandeln.

Ich habe diesen Prozess als sehr vielseitig kennengelernt. Ein Punkt, den ich an den 30-Tage-Tests so liebe, ist die Tatsache, dass man damit gut experimentieren kann. Wenn ich z.B. nicht sicher bin, ob ich eine bestimmte Gewohnheit für den Rest meines Lebens beibehalten möchte, dann probiere ich sie einfach für nur 30 Tage aus und sehe mir an, was passiert. Erst probieren, dann kaufen – das ist etwas, was ich bei der Entwicklung und dem Verkauf von Shareware-Games gelernt habe. Ich kann dir diesen Ansatz nur wärmstens empfehlen. Ich meine, 30 Tage – in Hinsicht auf dein ganzes Leben – sind nun wirklich nicht zuviel verlangt. Wenn die neue Gewohnheit ein Blindgänger ist, dann ist es keine große Sache. Aber was, wenn sie dir zu einem echten Durchbruch verhilft? Dann hast du bereits deine Gewinne langfristig abgesichert.

Zum Beispiel bin ich Veganer, was bedeutet, dass ich nur pflanzliche Nahrung esse. Meine Frau und ich leben jetzt seit über 9 Jahren vegan. Aber im Januar 1997, war ich mir nicht im entferntesten sicher, ob ich mich für den Rest meines Lebens vegan ernähren möchte. Ich habe mich mit dem Thema ernsthaft beschäftigt und stellte fest, dass es eine bedeutende Verbesserung meiner Ernährung und meiner ethischen Werte sein würde. Es gab jede Menge überzeugender Gründe vegan zu werden. Aber ich war nicht bereit, mich zu darauf festzulegen, nie wieder tierische Produkte zu essen. Es erschien mir alles zu extrem. Dennoch war ich neugierig. Nicht-Veganer dachten, die Ernährung wäre zu extrem, aber Langzeit-Veganer hatten offensichtlich kein Problem damit – für sie war es ganz normal. Das ist ein typisch menschliches Muster – Dinge erscheinen oft extrem, wenn man sie von außen betrachtet, aber ganz normal, wenn man erstmal in der Sache drin ist. Ich wollte nicht, dass ich nie erfahre, wie es denn so wäre. Also nutzte ich einen 30-Tage-Test um den Veganismus aus erster Hand zu erleben und es gleichzeitig als Gewohnheit einzurichten. Wenn ich meine Erfahrungen damit wirklich hassen sollte, dann wäre es nicht schwer gewesen, mich einfach wieder wie bisher zu ernähren. Und natürlich kam es ganz anders – ich war begeistert von meinen Erfahrungen. Inbesondere nachdem ich in den ersten sieben Tagen ganze sieben Pfund verloren habe. Ich fühlte mich besser, ich hatte mehr Energie und auch mental fühlte ich mich wacher und fokussierter. Genau genommen, befinde ich mich immer noch in diesem 30-Tage-Test – nur läuft der inzwischen schon seit über 3300 Tagen. Ich habe sozusagen keinen Grund zum aufhören gefunden. Dieses Muster hat sich etabliert.

Inzwischen ist die Gewohnheit vegan zu leben so tief in mir verwurzelt, dass ich kaum den Gedanken ertragen kann, mir etwas tierisches in den Mund zu schieben. Ein Steak sieht für mich unappetitlicher als eine Schüssel Sägespäne aus. Ich kriege schon Magenschmerzen, wenn ich nur daran denke. Es ist sehr schwierig für mich in einem Steakhouse zu essen, auch wenn ich nur Gemüse bestelle, weil mir schon von dem Geruch des vermodernden Fleisches übel wird. Für mich erzeugt der Gedanke ein Tier zu essen, wohl die gleichen emotionalen Reaktionen, die du vermutlich hast, wenn du dir vorstellst ein Familienmitglied zu töten und zu verspeisen. Total abstoßend. Was mach daran fasziniert, ist die Tatsache, dass ich diese negative emotionale Reaktion bezüglich dem Essen von Tieren nie bewusst konditioniert habe. Ich habe mich nur darauf konzentriert meine Handlungen zu ändern, aber als Nebeneffekt haben sich meine Gedanken mitverändert.

Eine Veränderung in deinen Taten wird auch eine Veränderung in deinen Gedanken bewirken. Das ist ein mächtiges Konzept, an das du denken solltest, wenn du deinen 30-Tage-Test beginnst. Wenn du zum Beispiel nie Sport machst, dann denkst du vielleicht, dass Sport schwer und nicht die Mühe wert ist. Aber wenn du schon seit langer Zeit Sport treibst, dann werden deine Gedanken diesbezüglich ganz andere sein. Du denkst vermutlich, dass es sich gut anfühlt, dich belebt und das es leicht ist und Spaß macht. Wenn Menschen in einem Bereich große Erfolge erzielen, dann denken andere Menschen oft, dass sie sich dafür quälen müssen. Aber dem ist selten so. Es ist garantiert nicht bei mir der Fall. Ich bin einer der entspanntesten Menschen, die du treffen wirst. Also geh nicht davon aus, dass deine Gedanken, die du jetzt hast, noch dieselben sein werden, wenn du die Gewohnheit erstmal etabliert hast. Eine neue Gewohnheit zu etablieren ist meist schwer, aber eine Gewohnheit beizubehalten, ist weitaus einfacher. Glaubst du, dass Laufen schwer ist? Hoffentlich nicht. Aber es gab eine Zeit in deinem Leben, wo dir das Laufen sehr schwer fiel und die ganze Sache vermutlich sehr frustrierend fandest. Heute ist es eine Gewohnheit, über die du nicht einmal mehr nachdenkst.

Indem du dein existierendes Wissen nimmst und in einem 30-Tage-Test umsetzt, wirst du auch Erträge daraus erzielen können. Das ist der Punkt, wo man “gewusst wie” in “tatsächlich umgesetzt” verwandelt. Ich weiß nicht nur, wie eine vegane Ernährung aussieht. Ich ernähre mich täglich vegan. Ich weiß nicht nur, wie man schreibt. Ich schreibe jede Woche Tausende Worte. Ich weiß nicht nur, wie man spricht. Ich gehe raus und halte regelmäßig Reden.

Und natürlich ist die Umsetzung der Teil, der die echten Resultate produziert. Deine Resultate werden dir zeigen, ob deine Taten effektiv sind – oder nicht. Ich kann sehen, dass meine Ernährung effektiv ist, weil ich eine Menge Energie habe. Ich sehe meine Ernährung als einen der Gründe, warum ich mich so gut fühle und es mir leicht fällt, meine Emotionen zu kontrollieren. Wenn ich so ein Mahlzeit wie die meisten Amerikaner verpeisen würde, dann würde ich mich miserabel fühlen und meine Gesundheit würde darunter leiden. Aber wenn ich etwas einfaches esse, wie z.B. fünf köstliche Mandarinen (wie jetzt in diesem Moment.. schön mit Saftspritzern auf der Tastatur), dann fühle ich mich noch Stunden später hervorragend. Und was könnte einfacher als das Schälen einer Mandarine sein? Das benötigt kein Kochen, keine Utensilien und kein Geschirr. Ich muss nicht einmal eine Schreibpause machen um sie essen zu können. Und Mandarinen sind voll mit Tausenden von wohltuenden Substanzen, die keine Pille oder Pulver auf diesem Planten je ersetzen könnte. Das Beste von allem – das Essen einer wirklich guten Mandarine ist ein Genuß. Das ist wohl auch der Grund, warum ich sie immer sackweise kaufe. Im Vergleich dazu, ist die Art, wie die meisten Menschen essen viel zu kompliziert. Ich bevorzuge es, die Natur den größten Teil der Arbeit machen zu lassen.

Wenn eine Gewohnheit effektiv ist, dann solltest du mit ihr meßbare Resultate erzielen. Wenn du keinen effektiven Resultate bekommst, dann weißt du, dass deine Handlungen so nicht funktionieren und du nochmal zurück ans Reißbrett musst um dein Modell der Realität anzupassen. Zum Beispiel ist die Erziehung von Kleinkindern ein Bereich meines Lebens, wo ich nicht die Resultate erziele, die ich gerne hätte. Meine aktuellen Gewohnheiten scheinen ineffektiv zu sein. Also muss ich hier zurück ans Reißbrett, mehr darüber lernen, Anpassungen vornehmen und es erneut versuchen. Irgendwann werde ich es schon herausfinden – hoffentlich bevor die Kids Teenager werden.

Niemand ist perfekt. Wir alle haben schwache Bereiche und manchmal wissen wir auch noch gar nicht, wie wir diese angehen sollen. Aber es gibt jede Menge Situationen, wo wir wissen, wie wir uns verbessern könnten, aber es einfach nicht machen. Zum Beispiel ist es möglich, dass du – oder jemand den du kennst – übergewichtig ist, aber du weißt doch längst, wie man Gewicht verliert. Ein weiteres Buch zum Thema Ernährung und Diät ist nicht das, was du brauchst. Ich kann dir hier Zeit sparen, denn es ist ganz leicht:

  1. Iss mehr supergesunde Nahrungsmittel (frisches Obst und Gemüse, insbesondere grünes)
  2. Iss weniger ungesunde Sachen (tierische Produkte, Süßigkeiten, sehr fettreiches)
  3. und regelmäßig Sport treiben

Wenn du einfach nur diese drei Punkte umsetzt und lange genug beibehältst, dann wirst du abnehmen. Garantiert. Und wenn du diese Punkte in langfristige Gewohnheiten verwandelst, dann wirst du dein Leben lang schlank sein und dich großartig fühlen. Eine einfache und effektive Lösung, aber eben auch eine, wo man den Worten Taten folgen lassen muss. Ein paar Worte sind all das Wissen, dass du dafür benötigst: iss Pflanzen und treib Sport. Ich kann mich gar nicht mehr an alle Bücher über Gesundheit und Ernährung erinnern, die ich gelesen habe, aber all das Wissen nützt nicht viel mehr, verglichen mit der simplen Gewohnheit Pflanzen zu essen und Sport zu treiben. Sogar ein Kind kriegt das hin.

Einer der größten Vorteile, wenn man seine Erträge durch Persönlichkeitsentwicklung sichert, ist die Tatsache, dass man sein Wissen nicht verliert, nachdem die Gewohnheit etabliert ist. Wenn man seine Aktien verkauft, dann gibt man deren Besitz auf. Aber bei der Persönlichkeitsentwicklung bekommt man die Gewohnheit sozusagen zu seinem Wissen dazu. Wie kann man da überhaupt verlieren? Stell dir mal vor, du könntest deine Aktien verkaufen und sie dennoch behalten, so dass du sie erneut an jemand anderen verkaufen kannst. Mit Aktien wäre das illegal, aber bei der Persönlichkeitsentwicklung ist das dein gutes Recht. Wenn du zum Beispiel weißt, wie man effektiv kommuniziert, dann kannst du deine guten Angewohnheiten an deinen Lebenspartner, deine Kollegen, Familienmitglieder, Freunde und auch völlig Fremde weitergeben. Und jedes Mal behältst du dennoch dein Wissen – jederzeit bereit erneut angewendet zu werden, wenn es nötig ist. Aber wenn du es nicht anwendest, dann ist dieses Wissen wertlos.

Umsetzung ist harte Arbeit. Ein Buch lesen oder ein Audio-Programm hören ist leicht. Nichts mit seinem neugewonnen Wissen anzufangen, ist noch leichter. Nichtstun ist das übliche. Nochmal – es ist wie Aktien. Auf seinen Aktien zu hocken, ist das, was einfach so passiert. Seine Aktien zu verkaufen, benötigt Handlung. Einen Nachteil hat das Wissen über Themen der Persönlichkeitsentwicklung aber – auch wenn sich ein Teil davon mit der Zeit vergrößert – so verliert doch der Großteil nach und nach an Wert. Das menschliche Gedächtnis ist nicht so verlässlich wie ein Aktienkonto (wenn wir mal annehmen, dass du einen ehrlichen Broker hast). Du wirst bald wieder vergessen, was du gelernt hast. Und fachspezifisches Wissen, wie zum Beispiel alles, was mit Technologie zusammenhängt, kann schnell veraltet sein. Wenn du also dein Wissen über Persönlichkeitsentwicklung nicht jetzt anwendest – nicht als einmalige Sache, sondern als fortwährende Angewohnheit – dann wird der Wert deines Portfolios wohlmöglich sehr schnell abnehmen.

Ich habe die Übersicht über die genaue Zahl, der von mir bewusst konditionierten Gewohnheiten verloren. Sie laufen auf Autopilot, so dass ich nicht einmal mehr bewusst über sie nachdenke. Wenn ich sie alle aufzählen müsste, dann würde das mein Leben sehr kompliziert erscheinen lassen. Aber in Wahrheit ist es sehr simpel, weil sich mein Unterbewusstsein um alles kümmert. Sobald eine Gewohnheit etabliert ist, kann ich sie vergessen. Zum Beispiel denke ich für gewöhnlich nicht daran, dass ich vegan bin. Ich esse einfach das, was in meiner Küche ist. Wenn meine Frau und ich Lebensmittel einkaufen, dann bemerken wir die ganzen nicht-veganen Produkte im Supermarkt gar nicht. Als wären sie unsichtbar für uns. Wenn ich im Restaurant die Karte lese, dann huschen meine Augen über die ganzen nicht-veganen Gerichte und suchen eher nach dem Gemüse, was ich bestellen kann. Ich muss da gar nicht drüber nachdenken. Insofern ist der kognitive Aufwand bei dieser Ernährungsweise nicht größer als zu der Zeit als ich mich noch weitaus ungesünder ernährt habe. Mein Unterbewusstsein weist mir einfach die Richtung zu dem, was es jetzt für Nahrung hält und alles andere wird als “ungenießbar” klassifiziert. Mein Gehirn verwirft das dann automatisch als irrelevantes Hintergrundrauschen – so wie wenn man andere Konversationen in einem vollen Raum ausblendet.

Was weißt du alles, was du noch nicht anwendest? Denk an etwas einfaches. Du weißt wahrscheinlich viel, was man gesunden Menschenverstand nennt, was du aber nicht anwendest. Ist deine Wohnung ein einziges Chaos? Weißt du, wie man aufräumt? Ist dein Körper außer Form? Würdest du den auch gerne aufräumen? Was ist mit deinen Zielen? Hast du sie schriftlich festgehalten und an einen Platz gepackt, wo du sie jeden Tag sehen kannst?

Neue sexy Bücher über Persönlichkeitsentwicklung zu lesen, ist schön und gut, aber wie wäre es damit, wenn du erstmal das anwendest, was du schon weißt? Vielleicht stellst du dann schon fest, dass die Umsetzung der grundlegendsten Tipps schon massive Verbesserungen bringen?

  • Organisiere dich
  • Schmeiß weg, was du nicht mehr brauchst
  • Schreib deine Ziele auf
  • Iss gesunde Nahrungsmittel
  • Geh jeden Morgen eine Runde laufen
  • Tritt einem Verein bei um neue Freunde zu finden
  • Drück deinen Partner und sag ihm, was du am meisten an ihr/ihm liebst

Simple Sachen. Aber in lebennslange Angewohnheiten verwandelt, ist simpel riesig.

Ich möchte, dass du dir jetzt ein Stück deines Wissens aussuchst, das du noch nicht umsetzt und dich verpflichtest, es die nächsten 30 Tage täglich anzuwenden. Nimm erstmal etwas einfaches, aber es sollte etwas sein, was über die nächsten fünf Jahre gesehen einen großen Unterschied machen würde, wenn daraus eine tägliche Angewohnheit wird. Versuch nicht dein ganzes Leben auf einmal umzuwerfen. Eine simple Gewohnheit in einem Bereich, der dich zurückhält. Wenn du zum Beispiel jeden Tag zuviel Zeit damit verbringst, nachzusehen ob du eine E-Mail bekommen hast, dann könntest du es dir zur Gewohnheit machen, deine E-Mails nur noch in der letzten Stunde des Arbeitstages abzurufen. Nichts wirklich kompliziertes. Fang klein an und such dir etwas, wo du mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich sein wirst.

Lies 30 Tage zum Erfolg und leg danach so schnell wie möglich los. Wenn es sich anbietet, kannst du auch anderen erzählen, was du vorhast – oder sie sogar fragen, ob sie mitmachen wollen. Das ist eine tolle Sache, die man mit seinen Kollegen angehen kann – insbesondere, wenn man sich in einer lebhaften, konkurrenzbetonten Umgebung befindet. Schreib die erste Zeile Code innerhalb der ersten 10 Minuten an deinem Arbeitsplatz. Mach deinen ersten Verkaufsanruf bevor du 10 Worte mit einem Kollegen gewechselt hast. Schreib den ersten Absatz jeden Morgen vor dem Frühstück. Denk daran, dass es nur um 30 Tage geht. Wenn dir die Resultate nicht gefallen, dann kannst du am Ende wieder aufhören, aber nicht vorher. Aber wenn dir die Resultate gefallen, dann hast du dir diese Angewohnheit schon gesichert und es wird viel leichter sein, einfach weiter zu machen. Los geht’s!