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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Brennendes Verlangen fördern

Als Arnold Schwarzenegger während eines Interviews gefragt wurde, wie er es geschafft hat, als Hollywood-Schauspieler und als Bodybuilder die Spitzenklasse zu erreichen, antwortete er mit einem einzigen Wort:

“Antrieb!”

Großer Erfolg beginnt immer mit einer Idee, aber nur menschliches Verlangen als Brennstoff macht aus ihnen Realität. Eine Idee allein kann temporär Inspiration liefern, aber brennendes Verlangen bringt einen durch den anstrengenden Teil, wo es wichtig ist die unvermeidbaren Hindernisse auf dem Weg zu bewältigen.

Man sollte sich einen Moment Zeit nehmen, um über die Ziele nachzudenken, die man sich gesetzt hat. (Man hat doch Ziele, nicht wahr? Wenn nicht, sollte man den Artikel über klare Zielsetzung lesen.) Wie engagiert ist man, diese Ziele zu erreichen? Unter welchen Umständen würde man aufgeben? Was wäre, wenn man sein Verlangen, diese Ziele zu erreichen, bedeutend verstärken könnte? Was, wenn man sich so sehr nach ihnen sehen würde, dass man mit bestimmter, absoluter Sicherheit niemals aufgeben würde? Wenn man sich wirklich zu 100% darauf eingestellt hat, seine Ziele zu erreichen, dann geht man vom Hoffen zum Wissen über. Wenn man etwas stark genug will, dann ist Aufhören einfach keine Option. Entweder findet man einen Weg oder man schafft einen. Man zahlt den Preis, egal wie hoch er ist.

Diejenigen, die ein intensives, brennendes Verlangen haben, ihre Ziele zu erreichen, werden oft als “besessen” bezeichnet. Ist diese spezielle Qualität aber nur für ein paar Privilegierte reserviert? Sicher nicht. Mit dem richtigen Ansatz kann jeder ein tiefes, brennendes Verlangen tief in sich drin kultivieren und sich so absolut engagieren, um mit Sicherheit zu wissen, dass der Erfolg so unvermeidbar ist wie der Sonnenaufgang.

Wie kultiviert man brennendes Verlangen also? Man beginnt mit einem “Von-Außen-nach-Innen” Ansatz, indem man seine Umgebung so ändert, dass sie die eigene Entschlossenheit noch unterstützt während sie Zweifel eliminiert. Wenn man sich die Zeit nimmt, es richtig zu machen, wird man einen Zyklus positiven Feedbacks etablieren, so dass das Verlangen täglich immer größer werden wird.

Hier sind 8 Schritte die man gehen kann, um brennendes Verlangen zu kultivieren, so dass man jedes Ziel erreicht, das man sich gesetzt hat:

Ich werde mich hier nicht zurückhalten. Wenn einem die eigenen Ziele wichtig genug sind, dann kann man damit beginnen, die sprichwörtlichen Brücken abzureißen, so dass man keine andere Wahl hat, als vorwärts zu gehen. Wenn man zum Beispiel sein eigenes Unternehmen gründen will, kann man damit anfangen, sich dazu zu bekennen, seinen Job zu kündigen. Man schreibt seine Kündigung, steckt sie in einem Umschlag mit Briefmarke und Adresse des Chefs und gibt ihm einem vertrauenswürdigen Freund mit der Anweisung, den Brief abzuschicken, wenn man seine Arbeit nicht bis zu einem bestimmten Datum selbst niedergelegt hat.

Ein Kasino-Manager in Las Vegas hatte sich entschieden, mit dem Rauchen aufzuhören. Er meinte, dass ihm der Wille dazu fehlte, um es allein zu schaffen, also stellte er eine Anschlagtafel mit seinem Bild und den Worten:

“Wenn Sie mich beim Rauchen erwischen, zahle ich ihnen 100.000$!”

auf den Las Vegas Strip. Hat er es geschafft? Und ob! So kann man seine Willenskraft in Schwung bringen. Man nutzt einen kleinen Teil seiner Willenskraft, um eine Konsequenz zu etablieren, die einen geradezu dazu nötigt, sein Versprechen einzuhalten.

Wie Andrew Carnegie einmal sagte:

“Man sollte alle seinen Eier in einen Korb packen und diesen dann gut bewachen.”

Im Klassiker Die Kunst des Krieges bemerkt Sun Tzu, dass Soldaten dann am verbissensten kämpfen, wenn sie denken, dass sie bis zum Tod kämpfen. Ein guter General weiß, dass es wichtig ist, die Illusionen eines Fluchtweges für den Gegner zu schaffen, damit er nicht so hart kämpft. Welche Fluchtwege hält man sich offen, die einen davon abhalten, hart zu kämpfen?

Wenn man die Brücken nicht abreißt, dann schickt man seinem Unterbewusstsein die Botschaft, dass es okay ist, aufzuhören. Und wenn es hart wird – und das wird es immer bei einem erstrebenswerten Ziel – dann hört man auf. Wenn man seine Ziele wirklich erreichen will, dann muss man die Brücken einfach wegreißen und sie zu Asche verbrennen. Wenn man denkt, dass der Durchschnittsmensch das nicht macht, dann liegt man richtig – deswegen ist er Durchschnitt.

2. Die Umgebung mit “Verlangens-Verstärker” füllen

Angenommen Gewicht zu verlieren, ist eines der wichtigen persönlichen Ziele. Man holt sich Poster-Pappe und bastelt seine eigenen Poster, auf denen steht:

“Ich wiege X kg.”

Für X setzt man sein Zielgewicht ein und hängt die Poster dann im Haus auf. Den Screensaver stellt man so ein, dass er dieselbe Aussage enthält (oder ein ähnlich motivierendes Bild). Man kauft sich Zeitungen und schneidet Bilder von Menschen aus, die Körper haben, die ähnlich dem sind, was man selbst gern möchte und hängt diese im Haus auf. Man schneidet Bilder von gesundem Essen aus, das einen optisch anspricht und hängt es in der Küche auf. Wenn man in einem Büro arbeitet, verändert man das Büro auf dieselbe Art und Weise. Keine Gedanken darüber machen, was die Kollegen denken werden – einfach so umsetzen! Vielleicht machen sie sich anfangs darüber lustig, aber sie werden auch sehen, wie engagiert man ist.

3. Sich selbst mit positiven Menschen umgeben

Man sollte sich mit Menschen anfreunden, die einem auf den Weg zu seinen Zielen ermutigen und Wege finden, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen. Seine Ziele sollte man nur mit Menschen teilen, die einen auch unterstützen werden, nicht mit denen, die mit einem Zynismus oder Desinteresse begegnen.

Wenn man zum Beispiel Gewicht verlieren will, kann man sich im Fitnessstudio anmelden und mit denen anfreunden, die bereits in richtig guter Form sind. Man wird merken, dass deren Einstellung ansteckend ist und beginnen zu glauben, dass man es auch schaffen kann. Leute zu treffen, die 50kg oder mehr abgenommen haben, kann extrem motivierend sein.

Wenn man ein neues Unternehmen gründen will, sollte man der Handelskammer oder einem Fachverband beitreten. Man sollte alles tun, um neue Freunde zu finden, die einem helfen werden, das eigene Versprechen einzuhalten.

Obwohl das für einige Menschen schwierig sein kann, muss man auch die negativen Menschen aus seinem Leben ausschließen. Ich habe einmal gelesen, dass man seine Zukunft vorhersehen kann, indem man nur die sechs Leute betrachtet, mit denen man die meiste Zeit verbringt. Wenn man nicht mag, was man sieht, dann sollte man diese Menschen auswechseln.

Es ist nicht ehrenhaft Menschen gegenüber loyal zu sein, die von einem erwarten, dass man scheitert. Ein Grund weswegen Menschen zum Beispiel daran scheitern, ihre eigene Firma zu gründen, ist, dass sie die meiste Zeit mit anderen Angestellten verbringen. Um den Weg aus dieser Falle zu finden, muss man viel mehr Zeit mit Firmeninhabern verbringen, wie wenn man zum Beispiel einem Fachverband beitritt. Einstellungen sind ansteckend. Man sollte seine Zeit also mit Menschen verbringen, deren Einstellungen es wert sind, dass man sie übernimmt.

4. Seinen Geist täglich mit ermutigenden Informationen füllen

Inspirierende Bücher oder Audio-Programme sind die besten Brennstoffquellen, um Verlangen zu fördern. Wenn man mit dem Rauchen aufhören will, sollte man ein Dutzend Bücher von Ex-Rauchern lesen, die beschreiben, wie sie damit aufgehört haben. Wenn man eine Firma gründen will, sollte man beginnen Business-Bücher zu verschlingen. Man kann gelegentlich Seminare besuchen. Ich empfehle, dass man seinen Kopf mindestens 15 Minuten am Tag auch mit Motivationsmaterialien füllt (Bücher, Artikel oder Audio-Programme). Das wird die eigenen Batterien immer wieder aufladen und dafür sorgen, dass das Verlangen unglaublich stark bleibt.

Wenn man Materialien aufsaugt, die von einem leidenschaftlichen Menschen gemacht wurden, wird man sich oft auch viel leidenschaftlicher danach fühlen. Ein großartiges Buch, welches ich gelesen habe, war Die Erfolgsstory von Starbucks von Howard Schultz, dem Chef von Starbucks. Als ich das Buch las, was ich absolut erstaunt, wie jemand wegen Kaffee geradezu fanatisch enthusiastisch sein kann. Andere Autoren/Redner, die Enthusiasmus auslösen und die ich deshalb empfehle sind Harvey Mackay und Zig Ziglar.

5. Negative Energiequellen durch positive ersetzen

Man sollte mal eine Bestandsaufnahme aller sensorischer Reize machen, die die eigene Einstellung beeinflussen:

  • was man liest
  • was man im Fernsehen sieht
  • die Sauberkeit des eigenen Haushaltes
  • etc.

Dann schreibt man auf, welche Reize einen negativ beeinflussen und bemüht sich, sie durch positive Reize zu ersetzen. Ich schreibe mal einige gute Ansatzpunkte auf: Zuerst sollte man es vermeiden, die Nachrichten im Fernsehen zu schauen – sie sind wahnsinnig negativ. Muss man wirklich von der Frau wissen, die vom Nachbarshund fast zerfleischt wurde? Man sollte diese Zeit stattdessen lieber mit positivem Input füllen, wie motivierende und bildende Audioprogramme. Wenn man gern Filme sieht, dann sollte man Filme sehen, die voller positiver Energie sind, wie fröhliche Komödien oder Geschichten in denen über das Elend triumphiert wird. Man sollte dunkle, tragische Filme, nach denen man sich leer fühlt, vermeiden. Man sollte die Horror-Bücher wegwerfen und mit lustigen Büchern ersetzen. Man sollte mehr Zeit damit verbringen, zu lachen als damit, sich zu sorgen. Wenn man einen unordentlichen Schreibtisch hat – aufräumen! Wenn man kleine Kinder oder Enkelkinder hat, sollte man mehr Zeit damit verbringen, mit ihnen zu spielen.

Manches hört sich vielleicht abgedroschen an, aber es wird wirklich helfen, die allgemeine Motivation zu verbessern. Wenn es einem schwer fällt, sich zu motivieren, dann ist das eigene Leben wahrscheinlich mit zu viel Negativem überflutet.

6. Dress for Success.

Immer wenn man am Spiegel vorbei läuft, was wahrscheinlich mehrmals am Tag passiert, wird man wieder bestärkt. Welches Bild bestärkt man also momentan? Würde man sich anders anziehen, wenn man seine Ziele schon erreicht hätte? Würde man einen anderen Haarschnitt zur Schau tragen? Würde man sich öfter duschen?

Obwohl ich jahrelang am liebsten zerrissene Jeans und T-Shirts getragen habe, bemerkte ich, dass ich mich immer als besser gekleidet wahrnahm, wenn ich über die Zukunft nachdachte, in der ich bestimmte Ziele schon erreicht hätte. Durch einiges Experimentieren fand ich einen Stil, der professionell aussieht und bequem ist. So habe ich meine alten Sachen nach und nach zur Kleiderspende gegeben und ersetzte meine Garderobe mit Kleidung, die zu der neuen Identität passte, die ich entwickelte. (Daher gibt es jetzt einen Laden der Heilsarmee, der eine ziemlich große Auswahl an T-Shirts aus der Spieleindustrie zu bieten hat.)

Diese Idee habe ich von einem ehemaligen Navy-Seal, der hervorhob, wie wichtig es ist, stolz auf sein Aussehen zu sein. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es einen merklichen Unterschied macht. Man sollte also sicher stellen, dass die Kleidung, die man täglich trägt, mit dem neuen Selbstbild zusammenpassen.

7. Mentale Programmierung nutzen

Hier ist eine Technik der Neurolinguistischen Programmierung, die einem dabei hilft, starke positive Gefühle mit einem der gewünschten Ziele zu verknüpfen.

Zuerst braucht man Musik, die einen wirklich unter Strom setzt und inspiriert. Man setzt Kopfhörer auf und hört sie 15-20 Minuten. Währenddessen formt man ein klares mentales Bild, wie man sein bereits die Ergebnisse erreicht hat, die man sich wünscht. Dieses Bild sollte groß, hell, lebhaft, bunt und dreidimensional sein – ein Panorama und animiert. Die Szenen sollte man so visualisieren, als ob man sie durch seine eigenen Augen sieht (das ist sehr wichtig). Das wird einem dabei helfen eine neurologische Verknüpfung zwischen den positiven Gefühlen herzustellen, die durch die Musik ausgelöst wurden und dem Ziel, dass man erreichen will. Somit verstärkt es auch das Verlangen. Das ist eine großartige Möglichkeit jeden Tag zu beginnen und man kann das direkt nach dem Aufwachen machen, während man noch im Bett liegt, wenn man alles am Abend vorher schon vorbereitet hat. Man sollte aber immer mal wieder andere Musik nehmen, da sonst tendenziell immer weniger Gefühle dabei ausgelöst werden, wenn man immer wieder die gleiche Musik hört.

Man sollte dabei im Hinterkopf behalten, dass mentale Programmierung bereits von Werbeleuten genutzt wird. Man kann sich einen Fast-Food-Werbespot anschauen und wird bemerken, dass das Essen groß, hell und beweglich ist – sich drehende Burger, Salat der durch einen Schwall Wasser fliegt – reife Tomaten, die geschnitten werden – die eingängige Musik nicht zu vergessen. Anstatt sich also durch Andere sein Verlangen einprogrammieren zu lassen, sollte man das selbst übernehmen und sich mental neu programmieren.

8. Sofort anfangen zu handeln

Wenn man sich einmal ein Ziel setzt, sollte man sofort anfangen, zu handeln. Wenn man an einem frischen, neuen Ziel arbeitet, sollte man sich nicht so sehr darum kümmern, Langzeitpläne zu machen. Zu oft bleiben die Leute in einem Zustand lähmender Analyse stecken und kommen nie bis zur Stufe der Handlung.

Man kann später Pläne entwickeln, zuerst sollte man sich bewegen. Man muss nur die ersten physische Aktion identifizieren, die man unternehmen muss und sie dann einfach tun. Wenn man zum Beispiel beschlossen hat, Gewicht zu verlieren, sollte man direkt zum Kühlschrank gehen und all das schlechte Essen rauswerfen. Nicht darüber nachdenken. Nicht über die Konsequenzen nachsinnen. Es einfach sofort machen.

Ein Erfolgs-Geheimnis ist, dass die Motivation der Handlung folgt. Der Schwung kontinuierlicher Handlung befeuert die Motivation während Prokrastination die Motivation tötet. Man sollte einfach kühn handeln, weil es unmöglich ist, zu scheitern. Wenn man sein Verlangen immer wieder anfeuert, wird man einen Punkt erreichen, an dem man weiß, dass man nie aufhören wird und endgültiger Erfolg wird nur eine Frage der Zeit sein.

Wenn man diese acht Strategien anwendet, wird man seinem Verlangen soviel Brennmaterial geben, dass die Flammen des Verlangens nie verlöschen werden. Man wird sich auf seine Ziele zubewegen, wie ein Fernlenkgeschoss auf sein Ziel und man wird den Fortschritt genießen, weil man sich auf die positiven Belohnungen konzentriert und nicht auf die Schwierigkeit der Aufgaben. Wenn genügend positive Energie in einen hinein fließt, werden bald positive Resultate aus einem herausfließen. Und schnell wird man ein Mensch werden, den Andere als “von der Leidenschaft getrieben” bezeichnen.