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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Das merkwürdigste Geheimnis

Mindestens 10 Jahre bin ich nun schon ein begeisterter Leser von Material über Persönlichkeitsentwicklung. Ich brauche es buchstäblich schon zum Frühstück, da ich beim Essen oft Audio-Programm anhöre.

Ein Audio-Programm, welches ich kürzlich in der örtlichen Bibliothek aufgelesen habe, ist Earl Nightingales Das seltsamste Geheimnis. Ich besitze einige von Earls Audioprogrammen (Lead the Field – Übernehmen Sie die Führung ist mein Favourit), also mochte ich dieses auch. Es kann eine Weile dauern, bis man sich an Earls extrem tiefe Stimme gewöhnt hat, aber ich mag seinen Stil – er erzählt keinen Blödsinn und nennt die Dinge beim Namen. Das merkwürdigste Geheimnis ist von 1988, aber ich finde, das die meisten der Ideen zeitlos sind und für heute immer noch zutreffen. Das Geheimnis besteht aus nur sieben Worten: Wir werden zu dem, worüber wir nachdenken.

Das ist sicher keine neue Idee. Earl gibt sogar klar zu, dass er es von Napoleon Hills Denke nach und werde reich: Die 13 Gesetze des Erfolgs gelernt hat. Und es ist auch keine einzigartige Idee. Es gibt genügend andere Bücher, die das Konzept weitergeführt haben, wie zum Beispiel Mark Allens The Millionaire Course oder James Allens Heile deine Gedanken: Werde Meister deines Schicksals.

Nichtsdestotrotz ist die Idee tiefgründig.

Nur wenige Menschen würde bestreiten, dass unsere Gedanken unsere Handlungen kontrollieren und dass unsere Handlungen (zum großen Teil) die Ergebnisse kontrollieren. Wenn man darüber nachdenkt, einkaufen zu gehen und entscheidet, diesem Gedanken zu folgen, dann folgt der Körper dem Anliegen und recht bald wird man das Resultat des Einkaufengehens erlangen. Alles fängt mit einem Gedanken an. Aber was die Leute oft nicht begreifen ist, dass wir die Macht haben, unsere Gedanken bewusst zu wählen. Anstatt sein Hirn wahllos durch die selben Gedanken immer und immer blättern lässt, können wir wählen, Zeit damit zu verbringen, über unterschiedliche Dinge nachzudenken. Und wenn wir dies beständig tun, werden wir unsere Handlungen in neue Richtungen lenken und so neue Ergebnisse erzielen.

Gedanken sind wie Samen. Wenn man verschiedene Ergebnisse im Leben will, muss man herausfinden, welche Gedanken fähig sind, solche Resultate zu fördern und welche nicht. Dann muss man seinen Geist beständig mit den richtigen Gedanken füllen und die fehlerhaften Gedanken ausmerzen.

Wenn man zum Beispiel sein eigenes Unternehmen gründen will, kann ich die Gedanken nennen, welche die richtigen Samen sind und welche die falschen. Unter den falschen Samen wird man die folgenden Gedanken finden:

  • Mein eigenes Unternehmen zu gründen ist sehr risikoreich. Ich muss eine Familie ernähren.
  • Die Chancen stehen gut, dass ich pleite gehe.
  • Ich habe noch nicht genug Geld.
  • Ich weiß nicht, wie ich damit anfangen soll.
  • ich habe einen gesicherten und sorgenfreien Job. Warum sollte ich das wegwerfen?
  • Ich bin noch nicht bereit mein eigenes Unternehmen zu gründen. Vielleicht im nächsten Jahr.

Ich sage nicht, dass diese Gedanken objektiv falsch sind… nur dass sie die falschen Samen sind, um das Ziel, ein eigenes Unternehmen zu gründen, zu erreichen. Anders gesagt, wird das Ergebnis, ein Unternehmen zu gründen, nicht in der Erde, der oben genannten Gedanken wachsen. Dies sind aber die richtigen Saaten, wenn man keine eigene Firma gründen will; diese Gedanken werden den Baum wachsen lassen, lebenslang ein Angestellter zu sein. Es ist also wahrscheinlich, dass man gerade Angestellter ist, wenn man ähnliche Gedanken – wie oben genannt – im Kopf hat. Und das ist nicht falsch, wenn es das ist, was man will. Auf der anderen Seite hat man ein Problem, wenn man gerade angestellt ist und eine eigene Firma gründen will, aber die vorherrschenden Gedanken hinsichtlich dieses Plans sind denen ähnlich, die oben genannt wurden. Diese mentalen Saaten lassen einfach kein Unternehmen wachsen. Man wird man nie seine eigene Firma leiten, wenn man diese Gedankengänge beibehält, genau wie man nie Tomatensamen sät, wenn man eine Wassermelone ernten will.

Welche Gedanken sind also die richtigen Samen, um ein eigenes Unternehmen zu gründen? Hier sind einige davon:

  • Natürlich ist es ein Risiko, aber ich glaube an mich und welche Hindernisse auch immer in meinem Weg liegen, ich werde sie überwinden.
  • Ich verbringe mein Leben lieber damit, hart zu arbeiten und meine eigene Firma aufzubauen, als die eines anderen zu erbauen. Wenn ich um jeden Preis eine Firma aufbaue, dann kann es auch meine eigene sein.
  • die Freiheit, mein eigener Chef zu sein, finde ich sehr attraktiv. Man stelle sich nur vor, wie es ist, wenn man selbst entscheiden kann, wie man jede Minute eines jeden einzelnen Tages verbringt.
  • Hinsichtlich des Einkommens kann ich nur so weit wie ein Angestellter kommen. Wenn ich reich werden will, muss ich für mich selbst arbeiten.

Aber nur weil die Gedanken oben die richtigen Saaten sind, um sein eigenes Unternehmen zu gründen, heißt das nicht, dass es ausreichend ist, die richtigen Samen zu säen, um die ganze Pflanze zu ziehen. Genau wie Pflanzen Wasser und Sonnenschein benötigen, braucht es viel harte Arbeit, ein Unternehmen aufzubauen. Aber die richtigen Gedanken sind der erste Schritt. Ich nutze das Aufbauen einer Firma auch nur als ein Beispiel. Genauso gut, könnte man das Rauchen aufgeben, Gewicht verlieren oder heiraten wollen etc.

Füllt man seinen Geist mit den falschen Gedanken?

Was ich sagen will, ist, dass wenn man sich in einer Situation befindet, wo man neue Ergebnisse in seinem Leben will (d.h. etwas anderes, als das was man gerade erlebt), dann ist der erste Schritt, seine vorherrschenden Gedanken zu untersuchen und herauszufinden, ob es die richtigen Samen sind für die Ergebnisse, die man will. Wenn man keine Fortschritte macht, liegt die Wahrscheinlichkeit höher als 95%, dass man die falschen Gedanken denkt und sie mit neuen ersetzen muss. Man wird zum Beispiel kein Nichtraucher werden, wenn man Gedanken denkt, wie

“Mit dem Rauchen aufhören ist schwer.”

Gedanken zu verändern ist eine bewusste und absichtliche Handlung – das ist das Schlüsselkonzept, das man verstehen muss. Man sagt nicht einfach zu sich selbst:

“Ok, ich denke darüber nach, meine eigene Firma zu gründen. Klingt gut. Weiter…”

Man muss weit mehr Eigeninitiative aufbringen als das. Man muss sich wenigstens eine Stunde für sich allein nehmen, sich mit einem Stift und Papier hinsetzen, die richtigen Gedanken/Saaten, die man denken muss herausfinden und sie sich dann bewusst eintrichtern, und zwar wieder und wieder bis sie die alten Gedanken überlagern. Und wenn man anstrebt, eine große Veränderung seiner Gedanken vorzunehmen, dann muss man das jeden einzelnen Tag machen.

Man mag die oben genannte Übung zunächst sehr schwierig finden. Wenn man beginnt, neue Gedanken zu denken, ist die übliche erste Reaktion, dass man stark an ihnen zweifelt. Wenn man also darüber nachdenkt, seine eigene Firma zu gründen, werden die anfänglichen Bilder wahrscheinlich nicht allzu attraktiv scheinen. Dann denkt man darüber nach, seinen Job zu kündigen, die negative Reaktion der Kollegen, der Büropolitik, mit der man sich jeden Tag beschäftigt muss und plötzlich merkt man, dass man wieder dabei ist, die falschen Gedanken zu denken. Das ist normal. Man muss seine Vorstellungskraft nutzen, um darüber hinweg zu kommen und weiter daran arbeiten. Man sieht wie die neue Realität ganz wunderbar funktioniert, auch wenn man keinen Plan hat, wie sie in der wirklichen Welt möglicherweise funktionieren könnte. Am Anfang wird es schwierig sein, aber es wird leichter mit der Zeit. Nach 2-3 Wochen damit wird man diese neuen Gedanken wirklich anfangen zu glauben. Und dann wird man den Drang verspüren, zu handeln. Am Anfang wird man jedoch noch zu sehr in Zweifeln verhaftet sein, um zu handeln. Das ist okay – es ist wichtig, zuerst den Punkt des Glaubens zu erreichen. Man muss also Geduld mit sich haben, und sich von der Vorstellungskraft leiten lassen.

Wie Albert Einstein sagte:

“Fantasie ist wichtiger als Wissen.”