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Das Rätsel der Sterblichkeit lösen

Was wäre in deinen letzten Tagen wichtig und was nicht?

Da ich die meiste Zeit meines Lebens in Kalifornien gelebt habe, habe ich einige Erdbeben mitgemacht. Die zwei stärksten waren 1989 das Loma-Pieta-Beben (7,0) und 1994 das Northridge-Beben (6,7).

Während des Loma-Pieta-Bebens (in der Nähe von San Francisco) am 17.Oktober 1989 war ich im obersten Stockwerk eines achtstöckigen Gebäudes in Berkley. Das Gebäude erzitterte und wackelte während die Leute schrien und kurz nach dem Beben sah ich, dass in verschiedenen Teilen der Stadt Feuer ausbrach. Dieses Erdbeben zerstörte die Bay Bridge und den Cypress Freeway in Oakland. Genau unter meinem Fenster explodierte ein Hydrant und Wasser sprühte 10-15 Meter weit in die Luft.

Das weitaus stärkste Beben, das ich je erlebt habe, war das Northridge-Beben am 17. Januar 1994. Dabei starben 51 Menschen und es verursachte 44 Millionen Dollar Schaden. Ich lebte etwa acht Meilen vom Epizentrum entfernt als es um 4:31 Uhr passierte. Der Boden meiner Wohnung im 1. Stock fühlte sich wie Wellen auf dem Ozean an und ich wurde durch den Raum geschleudert. Die meisten meiner Möbel rutschten einige Meter von der Wand weg und manche meiner zerbrechlichen Sachen, inklusive meines Fernsehers, wurden zerstört. Strom- und Wasserversorgung brachen für einige Tage zusammen und die meisten Läden hatten zerbrochene Schaufenster. Ich lebte einen Block von einem beliebten Einkaufszentrum entfernt (das Topanga Plaza) und ich konnte von der Straße aus direkt in den zweiten und dritten Stock eines Kaufhaus sehen, weil die gesamte Seitenwand als Schutt auf dem Boden lag.

Nur einen Monat vor dem Northridge-Beben lebte ich in einer Wohnung in Northridge, etwa eine Meile vom Epizentrum entfernt. Das Haus, in dem ich wohnte war eine Straße vom Cal State Northridge (CSUN) Parkhaus entfernt, welche während des Bebens kollabierte. Zum Glück hatte ich gerade im Dezember 1993 die Uni absolviert und zog aus diesem Gebiet einige Meilen weit weg in die Woodland Hills. Ich lebte noch einmal von 1999-2000 in Northridge und selbst dann erholte sich der Campus noch von dem Schaden, den das Erdbeben angerichtet hatte – meine Kurse wurden immer noch in Ausweichgebäuden absolviert und Zelte wurden genutzt, um die Mitarbeiter der Verwaltung unterzubringen. Wenn ich zu der Zeit nicht von der Uni abgegangen wäre, dann hätte ich vielleicht wegen der Störung der Uni-Kurse in den folgenden Semestern viel länger gebraucht um alle Kurse zu absolvieren.

Auch wenn andere sicherlich viel Schlimmeres erlebt haben, so kann die zerstörerische Kraft der Natur doch als Erinnerung dienen, dass viele Dinge im Leben außerhalb deiner Kontrolle liegen. Manchmal wirft uns das Leben zu Boden, schüttelt uns durch und wir müssen die Dinge einfach nehmen wie sie sind. Es mag weder fair noch angenehm sein, aber so läuft es manchmal.

Und der schlimmste Teil bei diesem Kontrollverlust ist das Rätsel der Sterblichkeit – wir könnten jederzeit während eines zufälligen und unvorhersagbaren Vorfalls sterben ohne das uns jegliche Schuld trifft.

Daher denke ich, dass egal welche Pläne, die wir für die Zukunft machen, wir uns auf die Möglichkeit einstellen müssen, dass wir gezwungen werden, diesen Planeten eher als erwartet verlassen müssen. Egal wie viel bewusste Kontrolle wir über unser Leben ausüben, sie ist niemals absolut. Der Zufall ist allmächtig.

Wenn ich annehme, dass ich 80 oder 90 Jahre als werde, so wie meine Großeltern, dann lebe ich mein Leben anders als wenn ich annehme, dass ich in den nächsten 30 Tagen sterben werde. Wer würde das nicht? Aber in Wahrheit weiß ich nicht, wann ich wirklich gehen muss. Wahrscheinlich nicht in den nächsten Jahrzehnten, aber es könnte auch schon morgen sein.

Der Schauspieler James Dean sagte

“Träume, als würdest du ewig leben und lebe, als würdest du morgen sterben.”

Es gibt verschiedene Variationen dieses Zitats und sie sollen uns daran erinnern, auf das acht zu geben, was uns wirklich wichtig ist. Wenn wir uns über die Endgültigkeit des Todes bewusst werden, dann schenkt uns das Lebensfreude im Hier und Jetzt.

Auch wenn es schwierig sein kann, herauszufinden, was uns am wichtigsten ist, selbst wenn wir bedenken, dass wir morgen sterben könnten, dann fällt uns doch zumindest auf, was uns am wenigsten wichtig ist. Wenn du morgen sterben würdest, was würdest du nicht tun? Welche Aktivitäten würden nicht zu deinen letzten 24 Stunden haben wollen? Arbeit? Fernsehen? E-Mail? Websurfing? Mit welchen Leuten würdest du nicht einmal einen Moment der letzen 24 Stunden verbringen wollen?

Wie würdest du deinen letzten Tag als Mensch gern verbringen? Warum nicht mal drüber nachdenken? Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, einen Tag seines Lebens zu nehmen und diese Erfahrung jetzt zu machen – vielleicht einen sonst leeren Samstag? Diesen Tag kannst du von Sonnenauf- bis -untergang leben als wäre es dein letzter. Was würdest du zu deinem letzten Frühstück essen? Mit wem würdest du Zeit verbringen? Wohin würdest du gehen? Was würdest du tun?

Wenn du dir wirklich mal so einen Tag nimmst um dieses Experiment durchzuführen und schaust, welche Dinge dir einfallen, dann bermerkst du vielleicht, dass es da Dinge gibt, die man in diesen letzten 24 Stunden machen würde, die man sonst viel zu selten macht. Kannst du vielleicht einige dieser Dinge in den jetziges Leben integrieren – auch wenn du nicht erwartest, morgen zu sterben? Oder kannst du die Dinge minimieren, die in deinen letzten Tagen irrelevant sind?