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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Die rote Pille nehmen

Die blaue oder die rote Pille nehmen? Jeder kann selbst entscheiden …

In meinem letzten Artikel habe ich erwähnt, dass ich denke, dass es eine Verbindung zwischen den Gedanken und der Realität gibt, die über direktes Handeln hinausgeht. In diesem Artikel möchte ich gern klarstellen, was ich damit meine und warum ich daran glaube.

Die wissenschaftliche Methode

Zuerst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dies ein Gebiet ist, auf dem man wissenschaftliche Methoden nicht anwenden kann.

Warum nicht?

Wissenschaftliches Vorgehen beinhaltet 4 Schritte:

  1. Beobachtung
  2. Hypothesenbildung
  3. Prognose
  4. Versuch

Dieser Methodik liegt jedoch die Annahme zugrunde, dass der Beobachter und das Objekt des Experiments verschiedene Instanzen sind. Wissenschaftliches Vorgehen nimmt an, dass es eine äußere Realität gibt, die unabhängig vom Bewusstsein des Beobachters ist. Also kann es nur innerhalb einer solchen Realität effektiv genutzt werden. Was ich jedoch sage, ist, dass wir nicht in einer solchen Realität leben.

Wenn wir in einer Wirklichkeit leben, in der die Gedanken des Beobachters das Objekt des Experiments beeinflussen können, dann wird wissenschaftliches Arbeiten nicht möglich sein.

Warum nicht?

Zuerst einmal ist der Vorgang der Beobachtung verdorben. Wenn man versucht, die Wirklichkeit wissenschaftlich zu beobachten, wird man die Wirklichkeit nicht passiv, als etwas von sich selbst Abgegrenzten beobachten können. Man wird eigentlich sogar einen Teil der Realität erschaffen, indem man sie beobachtet. Es gibt keine Möglichkeit, sich selbst völlig von ihr zu lösen.

Wenn man zweitens eine Hypothese formuliert, die auf den eigenen Beobachtungen basiert, dann erschafft man wieder “etwas mehr” Realität mit Hilfe seiner Gedanken, anstatt die Sache objektiv anzugehen.

Die Prognose ist ein weiterer, kreativer Prozess.

Und wenn man die Stufe des Versuchs erreicht, dann wurde der Gegenstand des Experimentes durch das eigene Denken so verdorben, dass man eine Mischung aus dem eigentlichen Gegenstand und seinem kreativen Einfluss darauf misst und nicht den Gegenstand selbst. Jeder zusätzliche Test, der durch “objektive” Beobachter durchgeführt würde, wird gleichermaßen durch deren kreative Gedanken beeinflusst – das beginnt mit ihrer Reaktion, wenn sie die eigenen Resultate hören.

Wenn das also tatsächlich die Realität ist, in der wir leben, dann ist wissenschaftliches Arbeiten nicht das, was es zu sein scheint. Statt nur einem reinen Messprozess, beinhaltet es auch einen Teil Interpretation. Wesen mit einem Bewusstsein können nicht nur objektiv beobachten – jeder unserer Gedanken hat einen kreativen Einfluss.

Der Beobachter kann vom Experiment nicht getrennt werden. Man kann dies als die Heisenberg’sche Unschärferelation des Bewusstseins betrachten. Was immer wir zu messen versuchen, wird durch den Vorgang des Messens verändert.

Es gibt keine objektive Realität

Eine optische Illusion

Was wäre, wenn man fest daran glaubte, dass es eine, von den Gedanken getrennte, objektive Realität gäbe? Sage ich, dass wissenschaftliches Vorgehen Quatsch ist? Man sollte schon beachten, was damit erreicht wurde. Wir haben all die physikalischen Gesetze entdeckt und haben jede Menge nützlicher Dinge damit erschaffen. Wie kann man da sagen, dass es nutzlos ist?

Ich sage aber nicht, dass die wissenschaftliche Methode nutzlos ist. Ich sage nur, dass man damit nicht die objektive Realität messen kann. Eigentlich ist sie ein Prozess des Erschaffens. Während man also sagen kann, dass wir die Gesetze der Physik entdeckt haben, schlage ich vor zu sagen, dass wir sie geschaffen haben.

Man sollte seine Skepsis hier einen Moment beiseite schieben und die Möglichkeit betrachten, dass man in einer Gedankenblase lebt, die man selbst mit seinen eigenen Vorstellungen und Erwartungen bezüglich der Realität erschaffen hat.

Wenn das wahr wäre und man an eine objektive Realität außerhalb der eigenen Gedanken glaubt, wozu wird dann die eigene Realität? Wenn man also nicht an eine direkte Verbindung zwischen Gedanken und Realität glaubt, dann würde man diese Verbindung in seinem Leben nicht entdecken. Man wird sie nicht sehen können. Sie wird nicht existieren.

Die eigenen Gedanken darüber, dass es unmöglich ist, werden eine Realität erschaffen, die solche Dinge unmöglich macht. Man wird meine Worte so interpretieren, dass sie kongruent mit der eigenen Realität sind – wahrscheinlich wird man einfach schlussfolgern, dass ich falsch liege (obwohl man vielleicht eine weniger nette Bezeichnung wählen wird ;).

Und genau so habe ich reagiert, als ich in einer ähnlichen Gedankenblase war und mir irgendwer vorschlug, dass es keine objektive Realität gibt.

Aber nach vielen Jahren, die in dieser Gedankenblase gelebt habe, wurde ich neugierig. Lebte ich gar in einer Gedankenblase, die ich selbst erschaffen hatte? Hatte ich die Fähigkeit, einfach aus ihr herauszutreten und damit meine Überzeugungen und Erwartungen gegenüber der Realität zu ändern?

Vorsicht, Gefahr!

Mit NLP Überzeugungen ändern

Ich entschied mich, es zu versuchen. Ich wollte wissen, ob die Änderung meiner Überzeugungen tatsächlich mein Erleben der Realität auf eine so kraftvolle Art und Weise verändern würde, dass es sich für mich so anfühlt, als würde ich tatsächlich die Realität selbst verändern. Wenn ich falsch läge, würde mich die Wirklichkeit schon ohrfeigen.

Ich fing mit Veränderungen an, die nicht tödlich gewesen wären und so erschien es mir als ein vertretbares Risiko. Was, wenn ich richtig läge? Ich nahm die rote Pille und entschied mich, es herauszufinden.

Der bloße Akt, diese Entscheidung zu treffen, schien schon einen Effekt zu haben. Mein erstes Hindernis war, dass ich wirklich nicht wusste, wie ich meine alte Einstellung loswerden sollte. Ich sah keinen Weg, mich von etwas überzeugen zu können, das ich nicht für wahr hielt.

Im Grunde ging ich dieses Experiment also reichlich skeptisch an – ich zweifelte daran, dass es funktionieren würde. Was wiederum das Experiment verderben würde, da diese Zweifel meine Sicht der Realität fixieren würden. Ich benötigte also einen Weg – vielleicht eine Art Hypnose – an etwas Neues auch wirklich zu glauben. Etwa zu dieser Zeit entdeckte ich NLP und lernte es anzuwenden. Ich brauchte einen Weg, meine Einstellungen zu re-konditionieren und da erschien er plötzlich. Hmmm…

Veränderung des subjektiven Erlebens von Richard Bandler

Englisches Original

Durch NLP lernte ich, wie man das Muster alter Einstellungen und Konditionierungen unterbricht. Diese Techniken werden oft angewendet, um Ängste und Phobien zu überwinden. So lernte ich also, dass es tatsächlich möglich war, seine eigenen Überzeugungen absichtlich zu verändern und wie das geht. Ein gutes Buch zu diesem Thema ist Veränderung des subjektiven Erlebens: Fortgeschrittene Methoden des NLP (Englisches Original: Using Your Brain for a Change) von Richard Bandler.

Der nächste Schritt war, darüber nachzudenken, welche neuen Überzeugungen ich installieren und welche löschen wollte. Ich wollte langsam anfangen, aber ich wollte auch allgemeine Überzeugungen verändern, die mein Erleben der Realität verändern.

Wir sprechen hier über jahrelanges Experimentieren, darüber kann man schwerlich in nur einem Blogeintrag schreiben. Und wenn man sich momentan in einer bestimmten Denkblase befindet, wird man mir wahrscheinlich nicht einmal glauben. Ich denke, die Frage ist wohl, worüber ich hier schreiben sollte, um meine Leser so neugierig zu machen, dass sie selbst beginnen zu experimentieren und somit die eigene (momentane) Wirklichkeit erweitern versus was meine Leser so erschrecken würde, dass sie zu viel Angst hätten, es selbst zu versuchen und einfach schlussfolgern, dass ich verrückt bin. Das Schwierige ist, all das in den Grenzen einer Gedankenblase zu erklären, die einem sagt, dass das unmöglich ist.

So, fangen wir erstmal vorsichtig an.

Jahrelanges Experimentieren

Eines der ersten Experimente war, dass ich versuchte, meinen religiösen Glauben neu zu programmieren. Ich wurde katholisch erzogen und war einige Jahre lang atheistisch danach.

Als ich das Experiment begann, war ich irgendwo zwischen atheistisch und agnostisch. Das war um 1993. Ich glaubte nicht mehr an die christliche Idee Gottes, aber ich war offen für die Idee einer höheren Macht in unserem Universum, obwohl ich keine Ahnung hatte, welcher Art sie sein könnte.

Also begann ich mit einigen der interessanten, neuzeitlichen Überzeugungen und nahm ein paar dieser Einstellungen an; viele von ihnen widersprachen meinen vorangegangenen Überzeugungen. Darin fanden sich Einstellungen zur Verbundenheit aller bewussten Lebewesen und die Existenz dieser auf einer Astralebene.

Sobald ich diese neuen Überzeugungen angelegt hatte, war es, als würde sich ein Schleusentor öffnen. Das Erste, was passierte war, dass ich andere Menschen in mein Leben zog, deren Überzeugungen mit meiner neuen Einstellung übereinstimmten; Menschen von einem Schlag, die ich vorher nie getroffen hatte – so wie meine zukünftige Frau. Als ich noch katholisch war, war es, als würden solche Menschen nicht existieren – sie schienen nie in meine Realität zu kommen. Nun waren sie auf einmal die Menschen, mit denen ich die meiste Zeit verbrachte. Das allein war schon merkwürdig.

Ich erfuhr von luzidem Träumen und astralen Erfahrungen und plötzlich erlebte ich solche Dinge regelmäßig.

Luzides Träumen bedeutet, dass man einen Traum hat, in dem man zu Bewusstsein kommt und sich im Klaren darüber ist, dass man träumt und somit in der Lage ist, Kontrolle über den Traum zu erlangen und tun kann, was immer man will – herumfliegen, Charaktere erschaffen, Superkräfte haben, etc.

Hellwach im Traum von Stephen LaBerge

Englisches Original

Wenn man übrigens selbst luzide Träume haben möchte, dann sollte man seine Gedankenblase erweitern, indem man Stephen LaBerges Bücher: Hellwach im Traum (Englisches Original: Lucid Dreaming) und Exploring the World of Lucid Dreaming [Anm. d. Redaktion Letzteres leider nur in Englisch verfügbar].

Der wichtigste Schritt, um mit dem Klarträumen zu beginnen, ist aber, dass man einfach entscheidet, es zu tun. Irgendwann wird man träumen, im Traum aufwachen und sich darüber im Klaren sein, dass der eigene Körper im Bett liegt und schläft und man in seinem eigenen Traum ist. Es wird sich aber anfühlen, als wäre man ganz wach. Dann wird man wahrscheinlich ausflippen und innerhalb von Sekunden erwachen. Mit ein wenig Übungen kann man aber lernen, ziemlich coole Dinge zu tun. Ich bin gerade ziemlich gut dabei, zu fliegen, ohne mit Bäumen zu kollidieren. Der Schlaf ist aber genauso erholsam, wenn man luzid träumt.

Exploring the World of Lucid Dreaming von Stephan LaBerge

Nur auf Englisch verfügbar

Eine Astralerfahrung ist eine Form der außerkörperlichen Erfahrung, wie zum Beispiel ein “Nah-Tod-Erlebnis”. Dabei fühlt man sich, als würde man seinen Körper verlassen und woanders hin reisen, wahrscheinlich auf der Erde, aber meistens war es für mich eher so, als wäre ich in einer anderen Realität, die voll von anderen bewussten Lebewesen war, mit denen man kommunizieren kann.

Auf eine Art ist es dem luziden Traum ähnlich, da man bei Bewusstsein ist, während es passiert. Ich glaube nicht, dass wir angemessene Worte haben, um den Unterschied zwischen einem luziden Traum und einer Astralerfahrung zu beschreiben, aber ich kenne niemanden, der beides erlebt hat und den Unterschied konkret benennen kann.

Die Astralerfahrungen passierten normalerweise während ich schlief, aber sie kamen auch schon vor, während ich wach war. Viele dieser Erlebnisse habe ich in meinem Journal festgehalten, besonders, weil diese Dinge sich zu dieser Zeit so unwirklich anfühlten. Ich traf allerdings auch Menschen, für die solche Dinge keine große Sache waren – sie erlebten schon ihr ganzes Leben lang solche Dinge und übten sogar dadurch neue Fähigkeiten ein, die sie während Astralerfahrungen oder beim Klarträumen übten – z.B. kommunizierten sie mit anderen bewussten Wesen und kehrten so mit Antworten auf aktuelle Fragen zurück.

Natürlich war all das nichts Neues für Menschen, die eine solche Einstellung bereits vertreten: es ist einfach Teil ihres Lebens. Wenn man sich in einem solchen Glaubenssystem befindet, nickt man wahrscheinlich einfach, als würde ich ein Staubkorn beschreiben. Wenn man sich in einem Glaubenssystem befindet, in dem solche Dinge unmöglich sind, dann wird man wohl schlussfolgern müssen, dass ich verrückt bin oder dass ich die Wirklichkeit fehlinterpretiere, da einen die eigenen Gedanken davon abhalten, jemals solche Erfahrungen zu machen (entweder das oder man hat schon aufgehört zu lesen ;).

Diese Erfahrungen sind aber nur eine Einstellung weit weg.

Nach ein paar Monaten mit diesen Dingen hatte ich die Nase voll davon, meinen Körper zu verlassen (meistens passierte es unbeabsichtigt) und ich veränderte meine Einstellungen wieder. Diesmal ging ich in die Hindu/Buddhisten-Richtung. Und – wer hätte das gedacht – meine Wirklichkeit veränderte sich erneut. All diese irren Astral-Erlebnisse hörten fast augenplötzlich auf und ich machte auf einmal ganz andere Erfahrungen.

Telepathische Verbindung?

Nach einigen Jahren mit diesen Experimenten, in denen ich immer wieder meine Überzeugungen veränderte, wurde mir klar, dass hier etwas passierte, das weit über alles das hinaus ging, das ich als eine Form der Neu-Interpretation der Realität erklären konnte. “Da draußen” passierten Dinge, hinter denen mehr stecken musste, als nur ein paar Tricks, die meinen Sinnen vorgegaukelt wurden. Ich erlebte Dinge – auch mit anderen Menschen zusammen – die mir in anderen Glaubenssystemen niemals passiert wären, Dinge von denen ich glaubte, dass sie unmöglich wären. Es war als ob die bloße Entscheidung, das Unmögliche möglich werden zu lassen, es nicht nur möglich machte, sondern auch in mein alltägliches Leben einlud.

Eines der harmloseren Beispiele ist die Telepathie – also z.B. ziemlich einzigartige Sätze Wort für Wort aus den Köpfen der Menschen zu picken, bevor sie sie gesagt hatten – sie bei mir, ich bei ihnen. Geteilte Träume (genau den selben Traum wie jemand anderes zu haben) ist ein anderes Beispiel. Geld zu erschaffen, als ich es brauchte, ist ein weiteres.

Jeder hat Recht

Schließlich verstand ich, dass man Recht hat – egal ob man Christ, Buddhist oder Atheist ist. Aber anstatt, dass der Gauben auf der Realität aufbaut, ist es anders herum: Man erschafft seine Realität. Wenn man nicht an Übersinnliches glaubt, wird man es nicht in seinem Leben finden. Es werden aber überall dafür unanfechtbare Beweise auftauchen, wenn man daran glaubt.

Ich kann niemanden beweisen, dass er sich in einer Gedankenblase befindet. Man kann es sich aber selbst beweisen, wenn man neugierig genug ist, um den Versuch zu unternehmen. Man muss sich nur entscheiden, die rote Pille zu schlucken.

Der einzige Weg, die Existenz der Gedankenblase zu beweisen ist, dass man bewusst seine Gedanken so verändert, dass sie wenigstens einer grundlegenden Überzeugung widersprechen, die die Blase formt. Das fängt damit an, dass man sich der Möglichkeit öffnet, dass sie eigenen Gedanken auch die Realität formen. Man nimmt an, dass die eigenen Gedanken auf einer Realität “da draußen” basieren, stattdessen erschaffen sie diese Realität. Wenn man an eine objektive äußere Realität glaubt, wird man es als wahr ansehen.

Ist man sich aber darüber im Klaren, dass man diese Überzeugung nicht unterschreiben muss? Und dass man – wenn man dies tut – seine Lebenserfahrungen unnötig einschränkt?

Man sollte einfach beginnen, einige Einstellungen zu verändern und sehen, was passiert. Man sollte tatsächlich sogar damit rechnen, dass innerhalb einer Woche etwas passiert, das den eigenen Überzeugungen widerspricht. Man sollte sich dieser Möglichkeit einfach öffnen und sie sogar einladen. Man sollte das Universum herausfordern, es einem zu beweisen; man sollte es auffordern, einem zu zeigen, welche der eigenen Überzeugungen einen am meisten einschränkt und dann sehen was passiert.

Man sollte nicht den eigenen Glauben an die Schwerkraft herausfordern. Eher klein anfangen. Etwas heraussuchen, von dem man weiß, dass es einem nicht weh tun wird, wenn man dabei falsch liegt. Etwas, das einen nicht leichtgläubig macht und etwas wirklich Dummes tun lässt, wenn man falsch liegt. Aber etwas, dass einem neue und interessante Erfahrungen ermöglicht, wenn man richtig liegt.

In welchem Umfang erschaffen die eigenen Gedanken die eigene Wirklichkeit? Das weiß ich nicht. Ich bin völlig überzeugt, dass unsere Gedanken einen mächtigen Einfluss auf die Entstehung der erlebten Realität haben. Ich weiß aber nicht, wie groß der Faktor ist. Ich weiß nicht, wie tief das Hasenloch ist. Ich sitze in meiner eigenen Gedankenblase und somit wird meine eigene Realität durch die Natur dieser Blase geformt.

In meiner momentanen Gedankenblase erlebe ich eine Realität, in der sich meine Gedanken mit den anderer vermischen und so eine geteilte Realität erschaffen, die wir aber alle durch eine andere Linse betrachten. Jedes Mal, wenn ich meine Überzeugungen bewusst verändere, kann ich beobachten, wie sich meine Wirklichkeit schneller und schneller verändert, um sich meinen neuen Überzeugungen anzupassen.

Ich denke, da ich mich in diesem Prozess immer wohler fühle, manifestieren sich die Veränderungen auch schneller. Einer meiner momentanen Gedanken ist, dass man keine Überzeugungen annehmen kann, die der Wirklichkeit der anderen widerspricht. Wenn also alle denken, dass es für mich unmöglich ist, zu fliegen, dann kann ich es nicht, weil es mit der Realität der anderen nicht übereinstimmt.

Wann immer es aber die Möglichkeit einer persönlichen Erfahrung gibt, die die Menschen leicht in ihre eigenen Gedankenblasen integrieren können, dann gibt es keinen Konflikt. Das heißt also, dass man Übersinnliches und astrale Erfahrungen reichlich erleben kann – wenn es keine physikalischen Beweise gibt, dann können Menschen in anderen Gedankenblasen sie einfach abstreiten. Dasselbe ist es, wenn Nicht-Christen Jesus’ Auferstehung von den Toten abtun; für Christen ist sie Realität, für Nicht-Christen nur eine Geschichte.

Natürlich frage ich mich wirklich, ob meine Überzeugungen hinsichtlich dieser Grenzen innerhalb unserer gemeinsamen Realität selbst nur ein Teil einer Gedankenblase sind, der man durch bewusste Wahl entfliehen kann und wenn ich diesen Weg gehe, was dann? Ich bin noch nicht ganz so weit, dass schon auszuprobieren, da ich immer noch genügend erlebe, indem ich innerhalb dieser Grenzen experimentiere, aber irgendwann…

Die eigenen Überzeugungen zu verändern, ist ein mächtiges Konzept. Obwohl ich das schon über 10 Jahre lang mache, fühle ich mich immer noch, als würde ich nur die Oberfläche ankratzen. Es gibt so viele interessante Überzeugungen, die man ausprobieren könnte und ich habe meistens nur mit hoch-philosophischen oder spirituellen Glaubenssystem experimentiert.

Wenn man sich aber entscheidet, diesen Weg zu gehen, sollte man trotzdem vorsichtig sein. Wenn man zu schnell, zu viel verändert, kann man leicht die Perspektive verlieren, in eine Phase der Angst fallen und lebenslang meditierend in einer Höhle enden.

Nur noch ein Wort der Warnung: ich empfehle keinem, gleich am Anfang Überzeugungen zu verändern, die das Wort “Außerirdischer” beinhalten, außer wenn man wirklich mutig ist. Es gibt sie nicht, okay? :D