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Die Unendlichkeit feiern

Dieser Artikel ist der zweite Gewinner eines Blog-Wettbewerbs von Better Humans [Anm. d. Red. Die ursprüngliche Seite existiert leider nicht mehr]. Die Aufgabe war, einen Artikel darüber zu schreiben, warum man für immer bzw. länger leben möchte.

  1. Weshalb ich länger leben möchte
  2. Die Unendlichkeit feiern
  3. Leben, mehr Leben, besser Leben
  4. Wozu leben?

Insbesondere gefällt mir dieses Zitat aus den letzten Beitrag:

“Millionen suchen nach der Unsterblichkeit; wissen aber nicht, was sie an einem verregneten Sonntag nachmittag mit sich anfangen sollen.” —Susan Erz

Die Unendlichkeit feiern

Die Japaner ehren die Kirschblüte, die Sakura, als eine Repräsentation des menschlichen Lebens. Zart, schön und flüchtig explodiert die Sakura in einem Aufruhr von Farbe und Schönheit; bedeckt so die Landschaft mit den prächtigsten Farben – jedoch nur für wenige Tage bevor sie leblos auf den Boden fallen. Sozusagen im besten Alter gestorben.

Während die Ehrfurcht für das Vergängliche eine allgemein nachvollziehbare menschliche Eigenschaft ist, wird die Befürwortung des Todes in dieser “Sekura Mentalität” falsch verstanden. Wenn man das Vergängliche im menschlichen Leben feiert, bedeutet das ironischerweise auch, dass man somit die gundlegenden Elemente des menschlichen Lebens feiert. In einer Welt mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 70 Jahren ist das Leben eine nie endende Tretmühle von Hypothekenrückzahlungen, verpassten Trainingsstunden, aufgeschobenen Träumen und durch die tägliche Schinderei schaler menschlichen Beziehungen.

In einer Welt radikaler Lebensverlängerung hätte man jedoch die Möglichkeit die Schönheit und die Versprechungen, die das Leben bietet, ausgiebig zu erforschen. Wir hätten Zeit, unsere künstlerischen Instinkte zu erkunden und könnten so zum kulturellen Fest menschlicher Erfahrungen beitragen. Wir hätten Zeit, unsere tiefsten sozialen Beziehungen zu erkunden und könnten uns auf der höchsten Ebene verstehen und lieben. Wir würden unsere Neugier befriedigen können und uns tatsächlich so weit bilden, dass wir fantastische Kuriositäten entdecken können, von denen wir nicht wussten, dass sie existieren.

In der Debatte, um die Unsterblichkeit argumentieren zwei Parteien:

  1. Pro-Leben vom wissenschaftlichen Standpunkt aus und
  2. Pro-Tod vom Sterblichkeitsstandpunkt aus.

Wir, die hinsichtlich des Zustandes der Menschen optimistisch sind, müssen im moralischen Recht sein. Wir müssen darauf hinweisen, dass die Lebensverlängerung nicht nur ein “ökonomisches Gut” ist, wie ein neues Auto oder ein iPod®. Lebensverlängerung ist eher eine moralische Notwendigkeit, nicht nur weil man Leben rettet, sondern auch, weil funktionelle Unsterblichkeit einen nützlichen Einfluss auf unsere eigenen moralische und soziale Entwicklung, unsere Fähigkeit, Kunst zu kreieren und wahrzunehmen sowie auf die Pflege sozialer Beziehungen in unserer Gesellschaft hätte.

Ich arbeite auf meinen Doktortitel in BWL an der George Mason Universität in Washington hin. Ich glaube, dass der ökonomische Standpunkt zur Debatte beitragen kann, da er darlegt, welche Dinge Menschen in der Gesellschaft wählen. Besonders groß werden die Schwierigkeiten – meiner Meinung nach – hinsichtlich der Gesetze der Regierung werden. Während fast täglich neue Therapien im Labor entdeckt werden, belegt die FDA (Food and Drug Administration – die behördliche Lebensmittelüberwachung und Arzneizulassungsbehörde der USA) neue Behandlungsformen mit einer effektiven Wartezeit von 15 Jahren. Das heißt nicht nur, dass die Behandlung 15 Jahre später auf den Markt kommt, das kann sogar bedeuten, dass diese neuen Behandlungen nie kommen. Man denke nur an die Computer- oder Automobilindustrie; Laptops, der iMac® und Kleinwagen revolutionierten die Industrie und die Innovationen wurden schnell kopiert, weil die Innovatoren schnell belohnt wurden.

Im Gegensatz dazu gibt es 400 Medikamente gegen Krebs die sich zur Zeit durch den Apparat der FDA quälen, um zugelassen zu werden. Es gibt wenig konkurrenzbetonten Wettbewerb, daher erscheint diese Entwicklungsansatz sehr willkürlich. Alternativ könnte die FDA allen Entdeckungen erlauben, auf den Markt gebracht zu werden – aber immer mit entsprechenden Warnungen versehen. Die FDA würde dann eine Rolle wie die Stiftung Warentest einnehmen, so dass unsichere Produkte entsprechend gekennzeichnet würden und die Konsumenten sich für ein beliebiges Produkt entscheiden könnten.

In einer liberalen Gesellschaft ist es tatsächlich schwer zu verstehen, wieso eine Regierung ein Produkt verbieten kann, welches keinem schadet, außer dem, der sich dafür entscheidet, es zu konsumieren. Es handelt sich um ein opferloses Verbrechen und ich glaube, dass die medizinischen Regulationen der Regierung die meisten Todesfälle verschulden und das wichtigste Hindernis auf dem Weg zu lebensverlängernden Maßnahmen sind.