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Ein echter Mann sein

Was heißt es eigentlich heutzutage, ein Mann zu sein? Wie können Männer bewusst ihre Maskulinität ausdrücken ohne einerseits kalt und verschlossen zu werden – oder andererseits schwach und unmännlich? Was ist der liebevollste Weg für einen selbstbewussten Mann, sich auszudrücken?

Hier sind 10 Wege, bewusster als Mann zu leben:

1. Echte Entscheidungen treffen

Ein Mann versteht und respektiert die Macht der Entscheidung. Er lebt ein selbstentworfenes Leben. Er weiß, dass sein Leben stagniert, wenn es ihm missglückt, sich zu entscheiden und es floriert, wenn er einen klaren Weg wählt.

Wenn er eine Entscheidung trifft, öffnet er die Tür, die er öffnen will und schließt jene, die er nicht öffnen will. Er trifft sein Ziel wie ein ferngesteuertes Projektil. Es gibt keine Garantie, dass er sein Ziel erreichen wird und er weiß das, aber er braucht solche Garantien auch nicht. Er erfreut sich einfach an der Unabwendbarkeit, wenn er den Abschussknopf drückt.

Ein Mann braucht auch nicht die Anerkennung der Anderen. Er folgt einfach seinem Herzen, wo auch immer es ihn hinführt. Wenn ein Mann dem Pfad seines Herzens folgt, dann kümmert es ihn auch nicht, wenn die ganze Welt gegen ihn ist.

2. Beziehungen auf Platz 2 verweisen

Ein Mann, der behauptet, dass die Beziehung zu seiner Partnerin (oder seiner Familie) auf Platz 1 in seinem Leben steht, ist entweder unehrlich oder schwach. Er ist den Falschen ergeben. Ein Mann, der andere Menschen über seine eigene Integrität stellt, ist ein Schuft, kein freier Denker.

Ein Mann weiß, dass er sich etwas Größerem verschreiben muss, als nur die Bedürfnisse einiger weniger Menschen zu befriedigen. Er will nicht gezähmt werden, aber er wird gern die Verantwortung annehmen, die mit größeren Herausforderungen auf ihn zu kommt. Er weiß, dass er kein Mann mehr sein wird, wenn er dieser Pflicht ausweicht. Wenn andere bemerken, dass er unbeugsam seinen Werten und Idealen verschrieben ist, verdient er deren Vertrauen und Respekt, auch wenn er nicht ihre unmittelbare Unterstützung erlangt. Der sicherste Weg für einen Mann, den Respekt der anderen zu verlieren (wie auch den Respekt vor sich selbst), ist, seine eigenen Werte zu verletzen.

Das Leben wird den Mann testen, um zu sehen, ob er die Loyalität gegenüber seinen Prinzipien über die Loyalität gegenüber anderen stellt. Es werden ihm viele Versuchungen geboten werden, um seine wirkliche Ergebenheit zu enttarnen. Die größte Belohnung für einen Mann ist es, mit Integrität zu leben, seine größte Strafe, was immer er sich selbst auferlegt, indem er etwas über seine Integrität stellt. Wenn ein Mann seine Integrität opfert, verliert er seine Freiheit und auch sich selbst. Er wird ein bemitleidenswertes Subjekt.

3. Niederlagen zulassen

Ein Mann nimmt Fehler in Kauf. Er nimmt es in Kauf, auch mal im Unrecht zu sein. Er versucht es lieber und scheitert, als nichts zu tun.

Das Vertrauen in sich selbst ist sein größtes Kapital. Wenn er im Nachhinein an sich zweifelt weil er Angst vor der Niederlage hat, mindert er sich herab. Ein intelligenter Mann denkt über die Möglichkeit des Misserfolgs nach, aber beschäftigt sich nicht mit sinnlosen Sorgen deswegen. Er nimmt an, dass er mit einem Misserfolg leben kann, wenn es so weit kommt.

Ein Mann wächst durch seine Fehler, weniger durch seinen Erfolg. Erfolg kann seine Entschlossenheit nicht testen, wie Misserfolg es kann. Erfolg hat seine Herausforderungen, aber ein Mann lernt mehr über sich selbst, wenn er Herausforderungen annimmt, die Risiko beinhalten. Wenn ein Mann auf Nummer sicher geht, ist seine Lebendigkeit verloren und er verliert auch seinen Rahmen.

4. Selbstsicher sein

Ein Mann spricht und handelt selbstsicher. Er besitzt eine positive Einstellung.

Ein Mann nimmt keine selbstsichere Pose ein, weil er weiß, dass er Erfolg haben wird. Er weiß auch, dass er häufig Misserfolg haben wird. Aber wenn die Gewinnchancen klar gegen ihn stehen, wird er immer noch Selbstvertrauen ausstrahlen. Und das passiert nicht, weil er ignorant ist und es leugnet, sondern weil er sich selbst beweisen will, dass er die Stärke hat, seine Selbstzweifel zu überwinden. Dies begründet seinen Mut und sein Durchhaltevermögen, zwei seiner wertvollsten Verbündeten.

Ein Mann ist bereit, sich von der Welt besiegen zu lassen. Er ist bereit, einen Dämpfer von Umständen in Kauf zu nehmen, die er nicht beeinflussen kann. Er weiß, dass er verloren ist, wenn er sich nicht mehr selbst traut. Er wird sich dem Schicksal ergeben, wenn es nötig ist, aber nicht der Angst.

5. Liebe aktiv ausdrücken

Ein Mann gibt aktiv Liebe an Andere und nimmt sie nicht nur passiv an. Er ist der Erste, der eine Unterhaltung anfängt, der nach den Bedürfnissen der Anderen fragt und der Erste der

“Ich liebe dich”

sagt. Es ist unkleidsam für ihn zu warten, bis ein Anderer beginnt. Das Universum reagiert wenig positiv auf sein Zögern. Nur wenn er in Bewegung ist, öffnen sich die Tore zum Reichtum für ihn.

Der Mann soll “Ur-Energie” ausatmen. Es ist sein Job – seine Pflicht – seine Liebe mit der Welt zu teilen. Er muss sich abgewöhnen, die Energie von Anderen zu nehmen, und muss selbst ein dynamischer Sender von Energie werden. Er muss ermöglichen, dass die Energie vom Ursprung durch ihn in die Welt fließt. Wenn er seine Rolle annimmt, hat er keinen Zweifel, dass er als sein wahres Selbst lebt.

6. Sexuelle Energie re-kanalisieren

Ein Mann versteckt seine Sexualität nicht. Wenn Andere neben ihm klein werden, weil er zu maskulin ist, erlaubt er ihnen diese Reaktion. Er muss seine Energie nicht absenken, nur damit die Furchtsamen nicht erschreckt werden. Der Mann akzeptiert die Konsequenzen des Mannseins. Er entschuldigt sich nicht für seine Natur.

Ein Mann gestattet nicht, dass seine Energie auf dem Level der Lust stecken bleibt. Er re-kanalisiert viel von seiner sexuellen Energie in sein Herz und seinen Kopf, wo es höheren Werten dienen kann als nur tierischen Instinkten. (Man kann dies ermöglichen, indem man visualisiert, wie die Energie wächst, sich ausdehnt und schließlich durch den ganzen Körper und darüber hinaus fließt.)

Ein Mann kanalisiert seine sexuelle Energie in seine Herzangelegenheiten. Er fühlt die Energie in sich, die ihn zu Aktivität zwingt. Er fühlt sich unwohl, wenn er still steht. Er erlaubt seiner sexuellen Energie durch sei Herz zu explodieren, nicht nur durch seine Genitalien.

7. Sich seinen Ängste stellen

Wenn ein Mann vor etwas Angst hat, dann ist es für ihn Grund genug, es zu tun. Die Angst eines Mannes schreit danach, auf die Probe gestellt zu werden. Wenn ein Mann sich vor seinen Ängsten versteckt, dann weiß er, dass er nicht mehr mit seinem wahren Selbst übereinstimmt. Er fühlt sich dann schwach, deprimiert und hilflos. Egal, wie sehr er sich versucht zu trösten und einen Zustand des inneren Friedens zu erreichen, er wird das Gefühl der Furcht nicht überwinden können. Nur wenn er sich seinen Ängsten stellt, wird er Frieden erfahren.

Ein Mann ist Freund des Risikos. Er versteckt sich nicht vor seiner Angst. Er wendet sich ihr zu und stellt sich ihr mutig.

Ein Mann kann Erfolg haben oder auch nicht. Ein Feigling wird jedoch nie einen Versuch unternehmen. Ein bestimmtes Ergebnis ist weniger wichtig für den Mann als seine eigene Ausrichtung.

Ein Mann fühlt sich wie ein solcher, wenn er auf dem richtigen Weg ist und geradewegs seiner Angst gegenüber steht. Er fühlt sich sogar noch mehr als Mann, wenn er auf seine Ängste zugeht, als ob er mit den Winden eines inneren Schreis segelt.

8. Die Männlichkeit anderer Männer honorieren

Wenn ein Mann sieht, dass ein männlicher Freund ein neues Projekt unternimmt, welches auf jeden Fall zum Misserfolg führt, was macht der Mann? Warnt er seinen Freund, einen anderen Weg einzuschlagen? Nein, der Mann ermutigt seinen Freund, weiter zu machen. Er weiß, dass es besser für seinen Freund ist, selbstbewusst auf die Nase zu fallen und aus seinen Fehlern zu lernen. Der Mann honoriert die Entscheidung seines Freundes, den Versuch zu unternehmen. Der Mann wird seinem Freund den Nutzen eines Misserfolgs nicht verwähren. Er wird seinem Freund seine Führung anbieten, weiß aber, dass sein Freund mehrfachen Misserfolg haben muss, um Selbstbewusstsein und Mut zu entwickeln.

Wenn man im Fitness-Studio einen Mann sieht, der mit einem schweren Gewicht kämpft, geht man dann hin und sagt:

“Lass mich dir helfen. Vielleicht können wir es ja zusammen heben?”

Das würde ihm die Erfahrung nehmen – und ihn wahrscheinlich auch schnell zum Feind machen.

Der Pfad des Mannes ist mit Hindernissen gepflastert. Typischerweise trifft man auf mehr Misserfolg als Erfolg. Diese Hindernisse helfen ihm aber zu entdecken, was wirklich wichtig für ihn ist. Durch wiederholten Misserfolg lernt der Mann, hartnäckig zu bleiben, würdige Ziele zu wählen und unwürdige Ziele aufzugeben.

Ein Mann kommt damit klar, mehrfach niedergeschlagen zu werden. Für jeden physischen Dämpfer, den er erfährt, erlebt er einen spirituellen Aufstieg und das ist genug für ihn.

9. Verantwortung für Beziehungen übernehmen

Ein Mann wählt seine Freunde, Liebhaber(innen) und Gefährten bewusst. Er sucht sich aktiv die Gesellschaft der Leute aus, die ihn inspirieren und herausfordern und lässt willentlich diejenigen zurück, die ihn zurück halten.

Ein Mann macht nicht andere für die Probleme in seinen Beziehungen verantwortlich. Wenn eine Beziehung nicht länger mit dem Weg seines Herzens kompatibel ist, leitet er die Trennung ein und geht, ohne Schuld auf der einen oder anderen Seite zu suchen.

Ein Mann ist verantwortlich für die Beziehungen, die er in seinem Leben hat. Aber er nimmt auch an, dass andere für ihr Verhalten verantwortlich sind. Dieses wiederum toleriert er.

Ein Mann bringt anderen bei, wie er behandelt werden möchte, indem er seine Beziehungen auswählt. Ein Mann lässt keine negativen oder destruktiven Beziehungen in sein Leben; er weiß, dass dies eine Form des Missbrauchs seiner Selbst ist.

10. Zufrieden sterben

Die größte Herausforderung für einen Mann ist es, seine innere Stärke so zu entwickeln, dass er sein wahres Selbst ausdrücken kann. Er muss lernen, seine Liebe mit der Welt zu teilen ohne sich zu bremsen. Wenn ein Mann weiß, dass er das getan hat, kann er seinen Frieden mit dem Tod machen. Wenn es ihm aber misslingt, wird der Tod sein Feind und verfolgt ihn bis ans Ende seiner Tage.

Ein Mann kann nicht zufrieden sterben, wenn er nicht gut gelebt hat. Ein Mann lebt gut, wenn er seine Sterblichkeit akzeptiert und Stärke aus dem Wissen gewinnt, dass seine physische Existenz temporär ist. Wenn ein Mann die Unumgänglichkeit des Todes akzeptiert, wenn im Tod als seinen Verbündeten, nicht seinen Feind findet, ist er schließlich in der Lage, sein wahres Selbst zum Ausdruck zu bringen. Ein Mann ist nicht fähig zu leben, bis er nicht akzeptiert hat, dass er schon tot ist.