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Endziele vs. Zwischenziele

Zwischenziele sind keine Endziele

Meiner Meinung nach, ist es ein typischer Fehler beim Setzen von Zielen, wenn man das Endziel mit Zwischenzielen verwechselt. Endziele definieren Resultate, bei denen man keine Kompromisse eingehen will – sie beschreiben exakt, was man will. Zwischenziele definieren hingegen nur einen von vielen Wegen, die man zu seinem Endziel beschreiten kann.

Hier ist ein einfaches Beispiel:

Sagen wir, du willst das Live-Konzert deiner Lieblingsband besuchen. Das ist ein Endziel – es definiert das Resultat. Du willst persönlich dort sein und diese Erfahrung machen. Es ist kein Sprungbrett zu irgendetwas Größerem und keine Ersatzerfahrung würde das gleiche Resultat produzieren.

Nehmen wir jetzt an, dass ein Radiosender einen Wettbewerb macht, bei dem man zwei Tickets für dieses Konzert gewinnen kann und du entscheidest dich, diese zu gewinnen. Das ist ein Zwischenziel. Den Wettbewerb zu gewinnen ist nicht das Endergebnis, was dich interessiert. Es ist nur einer von vielen Wegen, die dazu führen können, dass du bei diesem Konzert dabei bist.

Aber wenn du diese Tickets nicht gewinnst und an diesem Zwischenziel scheiterst, dann kannst du immer noch dein Endziel erreichen. Du musst nur einen anderen Weg finden um ins Konzert zu kommen.

Beginn damit, dir das Ende vorzustellen.

Manchmal stoßen wir auf dem Weg zu unseren Zielen auf Hindernisse. Aber oft sind es nur Zwischenziele, an denen wir hängenbleiben und wenn wir flexibel genug bleiben, dann können wir uns einen anderen Weg zum selben Endziel suchen.

Wenn du – wie ich – dir Ziele setzt, dann nimm dir etwas Zeit deine Liste an Zielen durchzugehen und die Endziele von den Zwischenzielen zu trennen. Ich habe meine Endziele auf einer separaten Liste. Meine Endziele ändern sich selten – sie stellen die Resultate dar, auf die ich hinarbeite. Aber ich überarbeite oft meine Liste mit den Zwischenzielen um sie meiner aktuellen Situation anzupassen.

Bevor ich diese Trennung vollzogen hatte, habe ich beide Arten gleich behandelt. Das hat unnötigerweise zu Frustration geführt, wenn ich ein bestimmtes Zwischenziel nicht erreichen konnte. Wie als wenn man wirklich sauer wird, dass man es nicht geschafft hat, die zwei Tickets zu gewinnen. Man zieht sich da zu sehr an Dingen hoch, die gar nicht wirklich wichtig sind. Und durch die Frustration sieht man vielleicht andere Wege nicht, die auch zum Endziel führen können.

Es ist so wichtig, deine Endziele klar zu definieren und eine Vermischung mit den Zwischenzielen, die einen dort hin führen sollen, zu vermeiden. Mit gutem Grund ist “Beginn damit, dir das Ende vorzustellen” die zweite Gewohnheit aus Stephen Coveys Die 7 Wege zur Effektivität. Nochmal – es heisst nicht “konzentrier dich auf die Zwischenziele”.

Die 7 Wege zur Effektivität von Stephen Covey

Englisches Original

Ich habe eine Menge Zwischenziele, aber ich habe nur ungefähr zehn Endziele für mein gesamtes Leben. Und die meisten meiner Endziele haben damit zu tun, auf eine bestimmte Art und Weise zu leben und/oder eine bestimmte Person zu sein. Meine Endziele beschreiben die Art von Leben, die ich führen möchte. Sie geben mir mehr eine Art Richtung als ein bestimmtes Endergebnis vor. Zum Beispiel ist eins meiner Ziele ein Mann mit Integrität, Ehre, Ehrlichkeit und Mut zu sein. Aber wie du dir vorstellen kannst, gibt es da unzählige Wege um das zu erreichen. Die meisten meiner Endziele repräsentieren Ideale, die ich umfassend in meinem Leben manifestieren möchte. Man könnte sagen, dass meine Endziele hauptsächlich eine Reflektion meiner Werte sind. Mut, zum Beispiel, ist ein Wert, dem ich schon seit vielen Jahren folge. Er ist ein Ideal, dass ich jeden Tag zu manifestieren versuche.

Meine Zwischenziele sind weitaus spezifischer. Sie sind dazu da, mir zu helfen, meine Endziele zu manifestieren. Meine Zwischenziele sorgen für die Präzision und die Klarheit hinsichtlich meiner Endziele. Zum Beispiel, wenn “Mutig sein” ein Endziel ist, dann ist es ein Zwischenziel, etwas bestimmtes zu machen, das man bisher aus Angst hinausgezögert hat, wie zum Beispiel vor ein Publikum zu treten und etwas Humor zu improvisieren (was ich vor ein paar Wochen erfolgreich geschafft habe). Wieder eine Sache weniger, vor der ich Angst haben muss …

Wenn ich bei einem meiner Zwischenziele auf unbezwingbaren Widerstand stoße, dann erinnere ich mich daran, einen Schritt zurückzugehen und das große Ganze zu betrachten – das Endziel. Was versuche ich zu erreichen und warum?

Unaufhaltsam werden

Meine Endziele sind so gewählt, dass ich mich bei der Jagd nach ihnen unaufhaltsam fühle. Ich kann immer wieder neue Wege finden um mutiger zu werden, neue Leute zu treffen, zu lernen und zu wachsen und etwas beizutragen. Wenn ein Weg blockiert ist, dann stehen noch genug andere zur Auswahl.

Wenn man mir meine Stimme nimmt, so dass ich nicht mehr sprechen kann, dann blogge ich einfach mehr. Nimmt man mir mein Blog, dann schreibe ich offline. Nimm mir meine Fähigkeit zu schreiben und ich finde jemand anderen, der mir dabei hilft, meine Meinungen zu verbreiten. Die Zwischenschritte sind bei weitem nicht so wichtig, wie das Resultat. Schreiben, Bloggen und Reden sind nur die Medien auf dem Weg zu einem Ziel – anderen beim Wachsen helfen.

Wenn man flexible Endziele hat, die aber der Manifestation und dem Ausdruck deines ultimativen Potentials dienen, dann ist es fast unmöglich zu scheitern – es sei denn, man macht es absichtlich.

Verstrick dich nicht so sehr auf der Jagd nach deinen Zwischenzielen, dass du die Sicht auf die Person, die du werden willst, verlierst. Erschaffe eine Vision von deinem idealen Selbst und behalte sie immer im Kopf. Diese Vision ist die Basis all deiner Endziele, die wiederum die Zwischenziele definieren sollten.

Klarstellung: Die Zwischenziele kann man mit einem System wie S.M.A.R.T. (Spezifisch, Messbar, Ausführbar, Realistisch, Time-Bound / Zeitgebunden) festlegen. Die Endziele passen jedoch nicht in so ein System. Endziele funktionieren als Ideale auf die man hinarbeitet und sie müssen groß genug sein, damit man sie ein Leben lang verfolgen kann. Das ist ein Grund, warum sie über die Grenzen eines Systems wie S.M.A.R.T. hinausgehen müssen. Ironischerweise wirst du nie deine Endziele erreichen – also in dem Sinne, das man nichts Spezifisches, Meßbares und Zeitgebundenes erreicht. Die Endziele funktionieren nicht wie Einträge auf einer Todo-Liste, die man irgendwann abhakt – sie bestimmen mehr die Richtung und die Bandbreite deines Lebens. Sie helfen deinen (Lebens-)Weg zu finden, nicht deine Endstation. Die Zwischenziele sind nur Zwischenstopps, die du auf dem Weg dahin, einlegst.