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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Entscheiden, was man mit seinem Leben anfängt

Zu entscheiden, was man mit seinem Leben anfängt, ist nicht annähernd einfach. Die meisten Menschen treffen diese Entscheidung nie. Aber da wir am Ende alle etwas tun müssen, treffen manche diese Entscheidung nicht bewusst, sondern unbewusst.

Wenn man nicht entscheidet, wie man leben wird, dann wird es jemand oder etwas anderes für einen entscheiden. Höchstwahrscheinlich wird man sein Leben an eine Kombination aus unbewussten Einflüssen, inklusive der genetischen Prädispositionen, der eigenen Erziehung, der sozialen Einflüsse, der Umgebung, den anderen Menschen im eigenen Leben und vielleicht dem blanken Glück, übergeben.

Das mag für Haustiere eine gute Art zu leben sein, aber nicht für menschliche Wesen. Wir können das besser.

Sein Schicksal von externen Einflüssen entscheiden zu lassen, wird, historisch gesehen, absolut erbärmliche Ergebnisse erbringen, verglichen damit, was man erreichen könnte, wenn man bewusst entscheidet, was man mit seinem Leben macht und warum. Man könnte Glück haben, wenn man dem Schicksal die Details überlässt, aber es ist wahrscheinlicher, dass man seine wertvolle Zeit hier damit verbringt, anderen Mächten zu dienen, mit deren Plänen man nicht konform geht.

Wenn man bewusster wird, wird man an einem Punkt der Frage ins Auge sehen:

“Was zum Teufel werde ich nur mit meinen Leben anfangen?”

Offensichtlich muss man sich länger mit einer Antwort befassen. Es geht ja nicht nur um das eigene Leben, sondern auch um die Leben um Einen herum, die man beeinflussen könnte. Man kann wählen, bedeutungslos zu sein, aber man könnte auch fähig sein, eine sehr bedeutungsvolle Rolle in der Zukunft dieses Planeten zu spielen. Die bewusste Wahl gibt einem diese Möglichkeit. Und diese Möglichkeit an Andere abzugeben, entbindet einen nicht von irgendeiner Verantwortlichkeit.

Wenn man eine bestimmte Bewusstseinsebene erreicht hat, wird klar, dass es besser ist, die Antwort auf diese Frage bewusst zu formulieren, als jemandem anders zu erlauben, es zu tun.

Wenn man jedoch beginnt, dieser Frage nachzugehen, dann kann es sein, dass man sie als eine so einschüchternde Aufgabe begreift, dass man bald der Versuchung erliegt, zum unbewussten Leben zurückzukehren. Bitte nicht machen. Auch wenn es eine der größeren Herausforderungen ist, diese Frage zu beantworten, denen man als ein menschliches Wesen gegenübertreten muss, so ist es doch ein Problem, das man lösen kann – und welches die Mühe lohnt.

Ich möchte gern einige Ideen teilen, wie man an diese Frage herangehen kann, so dass es leichter ist, sie klug zu beantworten.

Man muss sich anstrengen, die Wirklichkeit so genau wie möglich zu verstehen.

Eine Schlüsselkomponente ist es, herauszufinden, wie das Universum, in dem man sich findet, tatsächlich arbeitet. Man muss die Spielregeln kennen, bevor man eine grundlegende Strategie entwickeln kann. So beginnt die Suche nach dem Zweck mit der Suche nach der Wahrheit.

Idealerweise beginnt man herauszufinden, welche Rolle man in diesem Universum spielt, wenn man das Verständnis dafür entwickelt hat, wie es funkioniert – so das es für Einen intellektuell, emotional und intuitiv Sinn ergibt.

Wenn man kein genaues Modell der Realität hat, kann man nicht klug entscheiden, wie man leben möchte. Man kann diese Entscheidung zwar immer noch treffen, aber höchstwahrscheinlich wird es keine gute sein. Man sollte sich vorstellen, dass man Dame spielt und entscheidet, wie man spielen will. Aber was passiert, wenn sich herausstellt, dass man in Wahrheit Schach spielt? Die eigene Strategie wird einfach nicht funktionieren. Es ist dasselbe, wenn man entscheiden will, was man mit seinem Leben tun möchte. Wenn das eigene Modell der Realität zu ungenau ist, dann werden alle Entscheidungen fehlerhaft sein und wahrscheinlich wird man viele Pleiten erleben. Praktisch gesehen heißt das, dass man es schwer haben wird, hinsichtlich seiner Ziele weiter zu kommen. Schlechte Resultate werden normal werden.

Kürzlich habe ich darüber geschrieben, wie ich die Wirklichkeit sehe und ich werde mit Sicherheit noch in einigen Jahren darüber schreiben. Indem ich in den letzten 15 Jahren mit verschiedenen Glaubenssystemen experimentierte, habe ich starke Unterschiede in meinen Ergebnissen beobachten können. Das letzte Jahr war mein bestes weit und breit und ich schreibe dies der Entwicklung eines Realitätsmodells zu, welches scheinbar synchron mit der tatsächlichen Realität läuft. Mein Modell ist sicher nicht perfekt, aber es ist genau genug, damit ich meine Ziele leichter und leichter erreichen kann. Ich arbeite mit den Spielregeln, anstatt gegen sie anzukämpfen.

Wie ich in einem vorhergehenden Artikel erwähnte, sind die Schlüsselfähigkeiten in dem Streben nach Persönlichkeitsentwicklung Selbstvertrauen, Bewusstheit und Furchtlosigkeit. Zusammen bilden diese Komponenten meine Definition von Intelligenz.

Während es viele Wege gibt, die Wirklichkeit zu verstehen, ist meine Herangehensweise grundsätzlich die des Jnana Yogas. Das bedeutet, dass ich versuche, die Realität durch meinen Geist zu begreifen. Ich versuche, meinen Intellekt zu nutzen, um sie zu verstehen. Letztendlich läuft es darauf hinaus, eine Menge Experimente zur Persönlichkeitsentwicklung zu unternehmen und die Ergebnisse aufzuschreiben. Aber es gibt auch andere gültige Wege, um die Realität zu verstehen. Wenn man eine Person ist, die mehr mit dem Herzen denkt, wie meine Frau, dann mag Intuition ein besserer Führer für Einen sein, als der Geist.

Wenn man Schwierigkeiten hat, einen Lebenssinn zu finden, dann kann das Problem auch weiter stromaufwärts liegen. Man muss dann tiefer in das eigene Verständnis der Wirklichkeit eintauchen. Man muss die eigenen Vorstellungen hinterfragen, besonders die, die man vorher nie hinterfragen sollte. Was ist, wenn sie falsch sind? Meine momentanen Überzeugungen ähneln nur noch sehr wenig jenen, die mir als Kind beigebracht wurden. Durch die Interaktion mit der wahren Welt fand ich heraus, dass meine anfänglichen Überzeugungen ungenau waren. Dies führte zu über 10 Jahren Suche nach der Wahrheit, welche heute immer noch weiter geht, nun aber viel leichter geworden ist.

Wenn man die Wirklichkeit genau genug versteht, wird Einen der eigene Sinn und Zweck geradezu anspringen. Wenn man die Wirklichkeit versteht, versteht man sich letztendlich selbst. Die Rolle in dieser Welt wird dann klar.

Ein Beispiel: Basierend auf meinem Verständnis von der Realität ist es mir völlig klar, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Ich bin hier, um zu wachsen und Anderen bei ihrem eigenen Wachstum zu helfen.

Erscheint der eigene Zweck sinnvoll – kurzfristig gesehen?

Ist man in diesem Augenblick jetzt gerade glücklich? Ich meine nicht bloße Zufriedenheit. Eine eingetopfte Pflanze ist zufrieden. Ich meine, ob man für sein Leben leidenschaftlich empfindet? Ist man aufgeregter, wenn man in den Urlaub fährt, als man es über seine Arbeit ist? Liebt man seine Existenz? Ist man entzückt, gerade zu dieser Zeit auf der Erde zu sein?

Ich war gerade vor 10 Tagen im Urlaub und ehrlich gesagt war ich genauso aufgeregt, als ich wieder zurück zu meiner Arbeit kam, wie als ich losfuhr. Meine Arbeit bereitet mir so viel Freude, dass ich überglücklich bin, das Privileg zu haben, an meinen Schreibtisch zu sitzen und Gedanken zu Worten zu formen, die von tausenden Menschen in der ganzen Welt gesehen werden bevor dieser Tag zu Ende geht. Erscheint Einem das wie Leiden?

Wenn man die Art Person ist, die von sich sagt, dass Leidenschaft einfach nicht ihr Ding ist, dann hat man zu viel geopfert. Wenn man für einen Zweck lebt, dann wird einen intensive innere Aufregung der normale Modus Operandi sein. Man muss keine Angst haben, dass diese Leidenschaft einen plötzlich in einen emotionalen Idioten verwandelt, der herumspringt, wie eine Fee auf Drogen. Leidenschaft ist emotionaler Treibstoff. Sie wird einen dazu bringen, voll und ganz zu leben. Ohne Leidenschaft wird man regelmäßig anhalten und Gelegenheiten wieder und wieder vorüberziehen lassen, weil man zu wenig Willen hat. Bloßer Intellekt kann einen gerade so weit bringen. Es gibt einen Unterschied dazwischen zu entscheiden, ein Ziel zu erreichen und das Ziel tatsächlich zu erreichen. Der Intellekt kann das Erste erledigen, aber er ist erbärmlich dabei, das Zweite zu leisten.

Wäre es nicht nett, Ziele zu erreichen, anstatt sie sich nur immer und immer wieder vorzunehmen? Ziele auf Papier sind nett anzuschauen, aber würde man nicht lieber das wahre Etwas haben? Die Leidenschaft wird einem helfen, dorthin zu gelangen, manchmal in einer Geschwindigkeit, bei der es einem schlecht werden kann.

Um sein Bestes zu tun, muss man lernen, sich den Treibstoff der Leidenschaft zu nutzen zu machen. Wenn man ein Android wäre, würde man keine Leidenschaft benötigen. Man sollte den eigenen mächtigen Intellekt nutzen, um zu erkennen, das man Gefühle hat – ob man sie will oder nicht – und akzeptieren, dass eine vulkanische Lebensführung für Menschen suboptimal ist. Wie man emotionale Intelligenz entwickelt, kann man ebenso lernen, wie den mächtigen Treibstoff der Leidenschaft zu nutzen ohne dass man gleichzeitig mit dem eigenen Intellekt kollidiert. Man will leidenschaftlich und schlau sein, nicht leidenschaftlich und verwirrt. Leidenschaft + Intelligenz ist eine mächtige Kombination.

Wenn die Entscheidung über das, was man mit seinem Leben machen will, nicht täglich Leidenschaft weckt, hat man die falsche Entscheidung getroffen. Man sollte zurück gehen und es nochmal versuchen.

Wenn man Leidenschaft erlebt, heißt das, dass die Entscheidung, wie man leben will zumindest für den Moment Sinn macht. Sie ist kongruent mit der Wirklichkeit. Der eigene Körper wird beginnen den Treibstoff Leidenschaft zu verbrennen, weil er meint, dass man in die richtige Richtung unterwegs ist. Es ist die Mühe wert, die Lunte anzubrennen und sie weiter brennen zu lassen, anstatt die Energie zu konservieren, indem man sich zum Couch-Potato macht. Wenn die eigene Entscheidung jedoch zu dumm aussieht, wird der Körper sich zurückhalten. Er wird die Energie nicht verbrauchen – er sagt:

“Nee, das isses nicht wert.”

Wenn man bemerkt, dass die Leidenschaft aus einigen Teilen des Lebens verschwunden ist, sollte man die Botschaft hinter ihrer Abwesenheit sehen. Man sollte auf das “Nee, das isses nicht wert”-Signal hören. Vielleicht ist der Job, die Beziehung oder das Programm eine Sackgasse. Worum immer es sich handelt, man hat die falsche Entscheidung getroffen, wenn der Körper nicht in den höchsten Gang schaltet und den Treibstoff der Leidenschaft verbrennt. Dann ist es an der Zeit, eine neue Entscheidung zu treffen.

Leidenschaft multipliziert Einfluss. Mit Leidenschaft wird man viel stärker als ohne sie. Es ist wirklich erstaunlich, was ein einziges leidenschaftliches Individuum mit einem klaren Sinn erreichen kann. Wenn man vielleicht 100 solcher Menschen in der Geschichte (von Milliarden von Menschen) herausrechnet, würden wir wahrscheinlich immer noch in Höhlen leben. Und ich würde mit meinen Steinwerkzeugen einen Artikel über die Organisation der eigenen Steinkollektion meißeln.

Macht der Zweck auf lange Sicht gesehen Sinn?

Viele Entscheidungen sehen im Moment recht intelligent aus, aber wenn man sich vorstellt, ob sie sich in den nächsten 10, 20 oder 50 Jahren auszahlen, werden ihre Schwächen offensichtlich. Wenn man einen Lebenssinn auswählt, sollte dieser einen nicht nur im Moment mit Leidenschaft antreiben – er sollte in verschiedenen Zeitrahmen sogar noch besser aussehen.

Man betrachte beispielsweise die eigene Arbeit. Wo wird sie langfristig gesehen hinführen? Wohin bringt sie Einen zwischen Jetzt und dem Ende des eigenen Lebens? Was, wenn man den letzten Tag auf dieser Erde erreicht hat und man auf seine Karriere zurück blickt? Wie fühlt man sich dabei?

Wenn man die richtige Entscheidung getroffen hat, hinsichtlich dem, was man mit seinem Leben anfangen möchte, sollte man im Großen und Ganzen meinen, dass es die bestmögliche Entscheidung war, die man treffen konnte, ohne die Unterstützung durch besseres Wissen. Man wird einige Fehler sehen, die man auf dem Weg gemacht hat, aber man wird auch sehen, dass sie unter den eigenen Voraussetzungen größtenteils unvermeidbar waren. Wenn man in sein Leben zurück schauen wird, wird der dominante Gedanke sein:

“Ich habe mein Bestes getan. Ich habe vielleicht kein perfektes Leben gelebt, aber ich habe das Beste getan, was ich konnte. Und daher bereue ich nichts. Wenn mein Leben jetzt enden muss, dann sei es so.”

Wenn dieses Szenario aber zu Tode erschreckt, dann hat man einiges zu tun. Ich meine, dass die derzeitige Entscheidung nicht einwandfrei ist. Sie wird die Zeit nicht überdauern und irgendwann muss man der Wirklichkeit gegenüber treten. Und es ist besser, das jetzt zu tun, statt zu warten, da die Ergebnisse nur katastrophaler werden, je länger man es aufschiebt.

Gestern habe ich eine Reportage gesehen, die die Geschichte von Enron erzählt, sie hieß “Die Klügsten im Raum”. Enron war der siebtgrößte Energiekonzern und beschäftigte zehntausende Menschen. Aber anstatt sich darauf zu konzentrieren, Nutzen für Andere zu erschaffen, war das höchste Ziel der Geschäftsführer nur, sich selber reich zu machen. Das Unternehmen verlor Jahr für Jahr Geld, trotzdem berichtete es von beträchtlichen Profiten. Sein Aktienwert stieg in die Höhe ohne irgendeinen Wert, um diesen zu stützen. Offensichtlich war das ein Kartenhaus, welches verdammt war, schlussendlich einzustürzen und über eine Zeitraum von nur 24 Tagen ging das Unternehmen pleite. Bald beginnt der Prozess, in dessen Mittelpunkt der ehemalige CEO des Konzerns Ken Lay steht.

Ist das eigene Leben auch ein Enron? Was sieht man selbst, wenn man die gegenwärtige Zeit in die Zukunft projiziert? Baut man ein Kartenhaus, dass schlussendlich einstürzt? Versteckt man sich vor der Wahrheit?

Es ist hart, der Wahrheit schon heute gegenüber zu treten, wenn die Konsequenzen vielleicht noch Jahre weit weg sind. Aber an irgendeinem Punkt muss man schließlich dieser Wahrheit gegenüber treten. Tatsächlich ist diese Wahrheit sogar jetzt hier. Wenn man das Bewusstsein mit Unwahrheit hemmt, dann senkt man seine Bewusstheit. Indem man sich weigert, das wahrzunehmen, dem man nicht gegenübertreten kann, beginnt man, eine Lüge zu leben, genau wie Enron. Und anstatt ehrlich zu leben, wird die eigene Energie verbraucht, weil man eine Lüge aufrecht erhalten muss.

Vielleicht sind die eigenen Sünden nicht so groß, wie die der Geschäftsführer von Enron. Wenn man meint, dass man mit dem Rest der Welt nicht ehrlich sein kann, dann sollte man wenigstens damit beginnen, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Man muss keinen Zusammenbruch erleben, wenn man lernt seine Bewusstheit anzuheben, anstatt sie abzusenken. Dies ist der behutsamste Weg aus der Lüge in Richtung Wahrheit.

Wenn die eigene Beziehung tot ist, dann sollte man sich diese Wahrheit wenigstens selbst eingestehen, wenn man es auch niemand Anderem gegenüber kann. Man kann darüber Tagebuch führen und so seine wahren Gefühle erforschen. Wenn die eigene Karriere Einen nicht erfüllt und man nur arbeitet, um die Rechnungen zu zahlen, dann sollte man es sich selbst eingestehen und auch, dass man etwas Besseres möchte. Es ist in Ordnung schwach und hilflos zu sein. Es ist nicht in Ordnung, sich selbst zu belügen. Schwach zu sein, wird das Bewusstsein nicht senken, aber unaufrichtig zu sein schon.

Es ist die eigene Entscheidung, wie das Leben aus ALLEN Zeitperspektiven Sinn ergeben soll, einschließlich dem Jetzt, gestern, heute, morgen, nächstes Jahr, in 10 Jahren und zum eigenen Todeszeitpunkt. Sie muss auch Sinn ergeben aus den Perspektiven verschiedener Szenarios wie: wenn man morgen stirbt, wenn man in einem Jahr stirbt, wenn man in 50 Jahren stirbt, wenn man für immer lebt, wenn man behindert wird, wenn man heiratet, wenn man weiter allein bleibt, wenn man Kinder hat, wenn man kinderlos bleibt, wenn die Regierung des eigenen Landes zusammenbricht, wenn alle eigenen Besitztümer in einem Feuer zerstört werden etc.

Während es Belange der Durchsetzung geben wird, die von den Eigenheiten der jetzigen Situation abhängen, sollte die eigene Entscheidung, was man mit seinem Leben tut nicht auf Elemente gestützt werden, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen. Sie sollte flexibel genug sein, dass man sie an die Gegebenheiten anpassen kann, sogar wenn die Veränderungen massiv oder brutal sind.

Meine Wahl zu leben, um zu wachsen und Anderen bei ihrem Wachstum zu helfen, hat fantastischen Aussichten in allen Zeitperspektiven und Szenarios. Um es für mich unmöglich zu machen, dieses Ziel weiter zu verfolgen, würden entweder alle von uns die Perfektion erreichen müssen oder mein Bewusstsein müsste stagnieren oder beschädigt werden in einer Art, dass weiteres Wachstum ausgeschlossen wäre. Und in diesen Situationen wäre jede andere Entscheidung ebenso verdorben. Also denke ich ehrlich, dass es das Beste ist, was ich tun kann.

Erst 2004 fing ich an, diesem Zweck tatsächlich nachzugehen. Und wenn ich über die Zeit zurückschaue, die seit dieser Entscheidung vergangen ist, bereue ich nichts. Ich habe genügend Fehler auf dem Weg gemacht, aber ich denke immer noch, das ich mein Bestes gegeben habe.

Dieses Gefühl lässt mich auch Frieden schließen mit der Möglichkeit, dass ich unerwartet zu irgendeiner Zeit sterben könnte. Ich weiß nicht, wann meine Zeit hier auf Erden zu Ende gehen wird, aber ich bin zufrieden damit, weil meine Entscheidung, wie ich leben will, nicht zeitgebunden ist. Für mich funktioniert sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt während sie mir auch einen hilft, einen Plan über lange Sicht zu entwerfen, wie über die nächsten 50 Jahre, wenn ich so lange leben sollte.

Ich frage mich desöfteren selbst:

“Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Leben in dieser Minute enden würde?”

Wenn ich die Antwort nicht mag, weiß ich, dass es Zeit ist, einige Veränderungen vorzunehmen. Aber in letzter Zeit finde ich meine Antworten immer sehr positiv. Ich hoffe nur, dass meine Frau diesen Artikel zu Ende schreiben und posten kann, wenn es in dieser Minute passiert, da ich viel Zeit damit verbracht habe und diese sonst verschwendet wäre.

Macht der eigene Zweck auf verschiedenen Bewusstseinsebenen Sinn?

Fortwährende Unbeständigkeit war ein ernstes Problem für mich, als ich verschiedene Überzeugungen ausprobierte. Immer wenn ich meine Ansichten änderte, brachen Teile meines Lebens zusammen, weil sie von diesen Überzeugungen abhingen. Dieser Umstand lähmte mich teilweise. Ich musste wählen, ob ich lieber mein eigenes Wachstum verfolgen wollte (und einen großen Umbruch in meinen Handlungen und daraus folgenden Resultaten erleben wollte) oder meine bestehenden Ansichten beizubehalten (und somit mein Wachstum aufzugeben) um bestimmte Vorhaben zu vollenden. Letztendlich beschloss ich, mein Wachstum zu verfolgen. Die Umbrüche betreffend fand ich heraus, dass sie sich auf einer höheren Ebene stabilisieren würden und dieser Ansatz scheint gut funktioniert zu haben, obwohl es sicher nicht einfach war, sich an so viele Veränderungen anzupassen.

Angenommen, man arbeitet für eine Firma, die Software entwickelt. Wenn man anfängt, dort zu arbeiten, mag man darauf konzentriert sein, gute Arbeit zu leisten, interessante Arbeiten zu haben und eine Karriere zu beginnen, die Langzeitpotential hat. Oder vielleicht ist man auch nur ein Computerfreak, der das Programmieren liebt. Anfangs mag man glücklich, vielleicht sogar erfüllt sein, in dieser Situation. Aber wenn man dann reifer wird und sich die eigenen Werte verändern, fängt man vielleicht an, nach einem bedeutungsvolleren Leben zu suchen. Dies könnte einen dazu bringen, seine Standards hinsichtlich der eigenen Arbeit anzuheben. Die selben alten Projekte, die einmal so interessant erschienen, sehen nun nicht mehr so interessant und man sieht sich nach Aufgaben um, die einem mehr herausfordern. Auf diesem Weg fängt man vielleicht an den Nutzen der eigenen Beiträge für die eigene Firma und für die Welt kritischer zu betrachten.

Was wäre wenn man zum Beispiel wüsste, dass der einzige Antrieb der Firma nur das Geldmachen ist und die Software, die sie entwickelt, niemand wirklich braucht? Vielleicht generiert sie Einkommen ausschließlich durch Unwirtschaftlichkeit und durch die Unwissenheit der Käufer, als dadurch echten und einzigartigen Nutzen zu liefern. Nun muss man eine schwere Entscheidung treffen. Bleibt man in der Firma und versucht seine Entscheidung zu rechtfertigen (und senkt damit seine Bewusstheit herab) oder verlässt man sie (und erhöht seine Bewusstheit so eher) oder versucht man die Firma von innen zu verändern (und nutzt somit seine eigene Bewusstheit, um die Bewusstheit Anderer anzuheben)?

Dies ist wahrlich keine einfache Entscheidung, aber der Schlüssel zu einem Leben, welches auf lange Sicht hin funktioniert ist, dass man sich selbst davor bewahren muss, auf einer bestimmten Bewusstseinsebene stecken zu bleiben. Wenn man die Entwicklung und das Wachstum des eigenen Bewusstseins verfolgt, wird man einige Umstürze in seinem Leben erfahren. Das heißt aber nicht, dass man den eigenen Sinn und Zweck schlecht gewählt hat – es heißt nur, dass man durch einen Prozess gehen muss, in dem man Dinge abwirft, die sich nicht mit dem eigenen Zweck vereinbaren lassen. Und wenn man wie die Meisten ist, dann heißt das, dass man sehr viel abwerfen muss. Es wird sicher Jahre dauern. Aber man wird auf der anderen Seite viel stärker und viel glücklicher herauskommen. Der Weg ist hart, aber er dauert nicht ewig und er führt zu einem wunderbaren Ort, den man nie verlassen wollen wird, wenn man ihn einmal kennengelernt hat.

In Wahrheit müssen wir viele Wege bewältigen, während wir unsere Bewusstheit anheben. Diese Wege sind das, was man als die “dunklen Nächte der Seele” (eine Metapher, die die christliche Kirche gern benutzt) bezeichnet. Das passiert, wenn man seine Bewusstheit bis zu einem Punkt ausdehnt, wo man nicht mehr mit seiner jetzigen Lebenssituation übereinstimmt, aber noch keine brauchbaren Alternativen sieht. Die Alternativen werden schließlich hervortreten, wenn man sich weiterhin auf die Erweiterung der Bewusstheit konzentriert und die Unstimmigkeit für eine Weile zulässt.

Ein gut formulierter Lebenszweck sollte fähig sein, die Passage durch diese Tunnel der Bewusstheit zu überstehen. Jeder Weg sollte das Bewusstsein nur klären und stärken und einen nicht zwingen, den eigenen Sinn und Zweck aufzugeben. Wenn man meint, dass der eigene Sinn das Wachstum des Bewusstseins nicht überleben wird, dann hat man vermutlich recht.

Ein Lebenssinn, der an eine bestimmte Bewusstseinsebene gebunden ist, ist überhaupt kein Sinn. Er wird einen nur auf einer bestimmten Ebene gefangen halten. Wenn der eigene Zweck zum Beispiel daran gebunden ist, Geld zu machen, was wird dann passieren, wenn das eigene Bewusstsein eine Stufe erreicht, wo Geld eine völlig neue Bedeutung erhält? Vielleicht wird es bedeutungslos. Wie wird man dann weiter wachsen? Man sollte einen Sinn haben, der flexibel genug ist, mit einem mitzuwachsen. Wenn der eigene Sinn zum Beispiel ist, Reichtum für sich und Andere zu erschaffen, dann ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass dieser Sinn das Wachstum des eigenen Bewusstseins überleben wird, als ein Sinn, der ausschließlich darauf basiert, Geld zu machen.

Was ich an meinem Sinn wirklich liebe ist, dass er sich anpasst, sogar wenn ich meine wichtigsten Ansichten ändere, einschließlich meiner spirituellen Ansichten. Es ist schwer für mich, mir ein System von Ansichten vorzustellen, in welchem es unmöglich ist, zu wachsen und Anderen dabei zu helfen. Wenn ich etwas erleben kann, dann kann ich durch dieses Erlebnis wachsen und wenn ich mit Anderen kommuniziere, kann ich auch Teile dieses Wachstums mit Anderen teilen.

Was wird mit dem eigenen Sinn passieren, wenn man stirbt?

Idealerweise sollte der eigene Sinn tiefgründig genug sein, dass sogar die Möglichkeit besteht, dass er das eigene Leben überdauert. Man kann es aus dieser Perspektive betrachten: was passiert mit Einem selbst nach dem Tod und was passiert mit dem Rest der Welt?

Erstens: Was passiert mit Einem selbst? Es gibt Nachtodszenarios in denen die Entscheidungen, die man heute trifft, nicht mehr von Bedeutung sind und es gibt solche, in denen sie etwas bedeuten. Aber der erste Fall ist irrelevant, denn ob man in Vergessenheit gerät nach dem eigenen Tod oder eine festgelegte Bewusstseinsebene betritt, die unabhängig vom vorherigen Leben ist, dann werden alle Entscheidungen, die man hier und jetzt trifft, keinen Unterschied mehr über den Tod hinaus machen. Wenn man ich also nicht 100% sicher ist, dass das erste Szenario eintritt, muss man also zumindest das Zweite bedenken, wenn man darüber entscheidet, was man mit seinem Leben anfängt. Wenn man sich vorstellt, wie es sein könnte, wenn man weiterhin auf eine Art existiert, nachdem der physische Körper gestorben ist, erscheint dann der eigene Zweck noch sinnvoll? Kann man ihn auch nach dem Tod weiterverfolgen?

Da es mein Zweck ist, zu wachsen und Anderen dabei zu helfen und wenn ich dann immer noch über eine Form des Bewusstseins verfüge und andere bewusste Wesen um mich sein werden, dann sollte ich immer noch in der Lage sein, meinen Zweck auf eine Art zu verfolgen. “Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen” wird zu “Persönlichkeitsentwicklung für tote Menschen”. Und anstatt Bären zu Adler zu verwandeln, werde ich daran arbeiten Dämonen zu Engeln zu machen. Klingt nach einer spaßigen Arbeit für mich. Wenn ich also schon tot bin, wenn man diesen Artikel liest, dann kann man mich also besuchen, wenn man auch dahin kommt und ich werde jeden bis in die Ewigkeit quälen. ;)

Zweitens: Was passiert mit dem Rest der Welt, nachdem man gestorben ist? Kann der Zweck nach dem eigenen Tod weiter bestehen? Kann man genügend Samenkörner sähen, dass er weiter wachsen kann, nachdem man fort ist? Teilweise gründen Motivationstrainer eigene Unternehmen, damit sie ihre Arbeit institutionalisieren können und ihre Arbeit so auf eine Art und Weise ihren eigenen Tod übersteht. Ihr Zweck wird so fast unsterblich. Ich erinnere mich, dass Tony Robbins sagte, dass es sehr wichtig für ihn war, seine Arbeit zu institutionalisieren – ich glaube, er sagte das auf einer der Bonus CDs, die zu seinem Personal Power II Progamm gehören. Es ist die einfache Idee, ein Vermächtnis zu hinterlassen.

Ich würde gern so viel hinterlassen, dass meine Arbeit auch nach meinem Tod weiter gehen kann. Eine Sache, die ich an meinen Schriften liebe, ist, dass sie mich tatsächlich überleben können. Das ist Einbildung, aber eine gesunde. (Ja, dies ist eine Zeile aus Star Trek: The Next Generation und 1000 Punkte an jeden, der weiß, aus welcher Episode)(Plus weitere 100 Punkte an jeden, der die Quelle der 1000 Punkte-Referenz kennt.)

Mit jedem Jahr, das vergeht, möchte ich ein stärkeres Vermächtnis hinterlassen. Und das verleiht sogar meinem Überleben Bedeutung. Je länger ich lebe, desto größer wird das Vermächtnis, das ich hinterlasse. Ich gehe gerade erst 16 Monate diesen Weg entlang, aber ich mag jetzt schon, was ich sehe. Ich habe schon kleine Wellen geschlagen und es wird interessant sein, zu sehen, wohin sie führen. Ich habe auch meiner Frau geholfen, mit diesem Weg zu beginnen, wenn sie mich also überlebt, gibt es jemanden, der die Arbeit für einige Zeit fortführt. Aber letztendlich würde ich meine Arbeit auch gern institutionalisieren, um ihr quasi ein eigenes Leben zu geben. Und ich bin sicher nicht der Einzige, der derlei Dinge tut, aber so weit ich weiß, bin ich einer der Jüngsten.

Welche Art Vermächtnis würde man selbst gern zurücklassen? Wenn man heute stirbt, wie werden sich Andere dann an den eigene Beitrag zur Welt erinnern? Wird er überhaupt erinnert werden oder einfach ersetzt, wie eine ausgebrannte Glühbirne und bald vergessen sein? Welche Wellen macht man schon heute, die das Potential haben, weiterhin zu plätschern, wenn man fort ist?

Die Entscheidung, wie man leben möchte, muss auch den eigenen Tod bedenken. Man kann nicht entscheiden, wie man leben will ohne zu entscheiden, wie man sterben möchte. Ich spreche nicht davon, ob man an Krebs stirbt oder von einem Axtmörder auseinander genommen wird. Ich meine, dass man auf eine Art leben muss, dass der Tod ihr nicht alle Bedeutung raubt. Der eigene Zweck muss so stark sein, dass auch der Tod ihn nicht stoppen kann.

Nicht aufgeben!

Ich weiß, dass es nicht einfach ist, den eigenen Lebenszweck zu entdecken. Es kann Jahre dauern, ihn herauszufinden. Aber keiner, der je seinen Lebenssinn entdeckt hat, wird sagen, dass es das nicht wert war. Es ist ein langer Weg, manchmal durch schwieriges Terrain, aber die Belohnungen, die man auf dem Weg erfahren wird sind ohnegleichen.

Wenn man seinen Lebenssinn noch nicht kennt, dann ist der Sinn für jetzt, diesen erst einmal herauszufinden.

An einem Punkt wird man auf eines dieser Hindernisse treffen, die Einen dazu bringen, aufgeben zu wollen und zurückzusinken in das Leben auf einer niedrigen Bewusstseinsebene. Man ertappt sich dabei zu denken, dass man sein Leben einfach nach den ausgedachten Charakteren, die man im Fernsehen sieht, formen sollte oder man sehnt sich danach einfach “normal” zu sein und hineinzupassen wie alle Anderen. Aber dieses Leben passt nicht zu Einem und man weiß es selbst. Wenn man so viel gelesen hat, ohne sich abzuwenden, dann ist die eigene Bewusstheit bereits zu hoch, um glücklich zu leben, wie die schlafenden Massen.

Es ist Zeit aufzuwachen.

Das helle Licht wird den Augen zunächst weh tun und sie sogar zum Tränen bringen, aber man wird sich daran gewöhnen. Und dann wird man sein eigenes hochenergetisches Bewusstseins-Blitzlicht erhalten. Und ich muss schon sagen, dass es ungemein spaßig ist, den Leuten damit in die Augen zu leuchten, wenn sie es am Wenigsten erwarten. Sie strampeln und kichern dann. Aber natürlich ist es auch großartig, um Anderen zu helfen, ihr Bewusstsein zu erweitern.