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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Erschaffen deine Ansichten die Realität oder spiegeln sie diese nur wider?

Erschaffst du mit deinen Gedanken deine Realität?

Macht es wirklich Sinn, dich selbst davon zu überzeugen, dass etwas vielleicht wahr oder nicht wahr ist? Wo zieht man hier die Grenze?

Was definiert Wahrheit? Ist Wahrheit eine externe Qualität, komplett unabhängig vom Beobachter?

Wenn die Realität völlig unabhängig von dir ist, extern und objektiv, dann kann man sagen, dass die Wahrheit nichts mit dir zu tun hat. Wahrheit wäre dann unabhängig meßbar und nachprüfbar. Das bedeutet, dass deine Ansichten und Überzeugungen keinen Effekt auf die Realität selbst haben werden. Ob du nun glaubst, dass die Welt friedlich oder gewalttätig ist, deine Gedanken werden keinen Einfluß auf das Maß an Frieden in der Welt haben.

Aber wenn die Realität auch nur teilweise subjektiv ist, dann bedeutet dass, dass du die äußere Wahrheit nicht von deinen eigenen Gedanken vollständig trennen kannst. Deine Gedanken würden die externe Realität beeinflussen. Das heisst, dass du nicht einfach in der externen Realität nach Wahrheit suchen kannst, weil deine Gedanken diese erschaffen. Wenn du glaubst, dass die Welt friedlich oder gewalttätig ist, dann tragen deine eigenen Gedanken dazu bei, die Welt zu formen – in Übereinstimmung mit deinen Ansichten.

Also wenn die Realität zu 100% unabhängig von unseren Gedanken ist, dann macht es Sinn, die externe Realität zu studieren um herausfinden zu können, was man glauben sollte. Erst sehen, dann glauben. Das Beste, was wir dann machen können, ist die externe Realität so genau wie möglich wahrzunehmen, damit wir die bestmöglichen Entscheidungen treffen können.

Aber wenn die Realität nur teilweise durch unsere Gedanken erschaffen wird, dann können wir nicht einfach die externe Realität als unabhängiger Beobachter betrachten, weil unsere Gedanken zeitgleich die Dinge erschaffen, die wir zu beobachten versuchen. Es kann dann in diesem Fall keine passive Observation geben. Unsere eigenen Überzeugungen werden die Realität verformen. Erst glauben, dann sehen. Wenn die Realität so funktioniert, dann müssen wir unsere Gedanken sehr sorgfältig und verantwortungsbewusst auswählen, dann sie beeinflussen die Welt an sich.

So – in welcher Realität leben wir nun tatsächlich?

Viele Menschen verhalten sich, als wenn wir in einer völlig objektiven Realität leben. Jedoch kann man leicht sehen, dass diese Antwort definitiv falsch ist, aber nur wenn man von außen nach innen blickt. Wenn du an eine komplett objektive Realität glaubst, dann hast du dich selbst in deine eigene Gedankenblase gesperrt, wo deine Gedanken ein größeres Maß an Objektivität erzeugen, als tatsächlich inhärent existiert. Wenn du diese Überzeugung fallen lässt, dann wird es dir viel leichter fallen, die Vorzüge der kreativen Macht deiner Gedanken nutzen zu können. Um deine Gedanken Dinge erschaffen zu lassen, musst du erstmal glauben, dass es zumindest vorstellbar ist, das dies möglich ist.

Es gibt diverse Gründe, warum dem so ist. Erstens, wenn man der Quantentheorie glaubt, dann ist es klar, dass unsere Beobachtungen die Realität beeinflussen. Ein unbeobachtetes Quantensystem kann nur über Wahrscheinlichkeiten beschrieben werden, aber ein System unter Beobachtung erlebt einen Quantenkollaps und manifestiert ein einfaches, meßbares Ergebnis. Und diesen Effekt kann man auch mit makroskopischen Ereignissen in Verbindung bringen, so wie zum Beispiel bei dem Gedankenexperiment mit Schrödingers Katze.

Für Fans von “The Big Bang Theory”:
Sheldon erklärt Penny wie ‘Schrödingers Katze’ funktioniert
(Das Video lässt sich leider nicht direkt einfügen.)

Jedoch musst du nicht in die Quantenphysik weiter eintauchen um verstehen zu können, wie deine Gedanken die Realität beeinflussen. Es sollte zumindest offensichtlich sein, dass du fähig bist, durch direkte Handlungen mit der Realität zu interagieren. Wenn du dich entscheidest, etwas zu machen und dann umsetzt, dann haben deine Gedanken die Realität durch deine Handlungen beeinflusst.

Zweitens, deine Gedanken können die Realität durch indirekte Handlungen beeinflussen, wodurch du zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wirst. Wenn du jeden Tag zur Arbeit gehst, dann bist du eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es gibt kein Gesetz im Universum, das dich dazu zwingt. Es sind deine Überzeugungen, die dich jeden Tag auf den Weg zur Arbeit schicken. Und wenn du das machst, dann hast du eine Auswirkung auf die Welt – wieder durch deine Handlungen. Du verrichtest gewisse Arbeit und unterlässt andere Arbeiten. Deine Ansichten über die Realität spiegeln sich in deinen Handlungen wider, oft auf extrem subtile Weise. Ich hatte seit den frühen 90ern keinen Job, weil ich nicht glaube, dass ich einen brauche und jemals einen haben will. Das formt meine Erfahrungen mit der Realität und beeinflusst auch jeden, der mit mir in Kontakt kommt.

Drittens gibt es vielleicht ein Medium, das es deinen Gedanken erlaubt, eine Auswirkung auf die Realität zu haben ohne dass da dafür direkte Handlungen notwendig sind – z.B. durch superbewusste Mittel. Ein Beispiel: Mobilisieren deine Gedanken darüber, ein Unternehmen zu gründen, das Universum dazu, dir, durch das Entdecken von Synchronitäten (man könnte es auch Zufälle nennen), die Ressourcen zu bringen, die du dafür benötigst? Viele Menschen glauben fest daran. Das ist etwas, was ich in der letzten Zeit aktiv studiert habe, um herauszufinden, inwieweit ich die Realität verändern kann, wenn ich Veränderungen nur beabsichtige.

Aber ob du nun an superbewusste Effekte glaubst oder nicht, sollte es dir doch zumindest möglich sein zu akzeptieren, dass deine Gedanken die Realität durch direkte (bewusste) oder indirekte (unbewusste) Handlungen verändern können. Du kannst mit der Welt interagieren. Du kannst Dinge herumschieben, mit Menschen reden, Veränderungen herbeiführen, usw. Wenn du natürlich die Überzeugung mit dir rumträgst, dass deine Taten ineffektiv sein werden, dann siehst du dich als machtloses Wesen. Aber wenn du diese Überzeugung abwirfst, dann könntest du die Welt signifikant verändern.

Deine Gedanken sind nicht nur passive Observationen. Sie tragen eine kreative Komponente in sich. Und diese Komponente, wie klein sie auch sein mag, bedeutet, dass du Dinge erschaffst, wann immer du denkst. Du fällst entweder direkte Entscheidungen oder du programmierst dein Unterbewusstsein oder du setzt superbewusste Intentionen frei, die sich schließlich in irgendeiner Form manifestieren werden.

Das ist der springende Punkt. Zu verstehen, dass Überzeugungen Entscheidungen sind. Es ist immer eine Wahl. Wenn du eine bestimmte Ansicht hast, dann beobachtest du nicht einfach nur die Realität – du erschaffst sie aktiv. Also wenn du die Überzeugung annimmst, dass du Gewicht verlieren wirst, dann musst du verstehen, dass das, was du gerade gemacht hast, in Wirklichkeit eine Entscheidung war, jetzt abzunehmen. Du bereitest die Prophezeiung vor, die du erfüllen möchtest. Wenn sich deine Gedanken nicht auf die Realität auswirken könnten, dann wäre das albern. Aber deine Gedanken können nicht nur die Realität beeinflussen, sie tun es auch – insofern ist es gesunder Menschenverstand, die Überzeugungen zu wählen, die mit dem in Einklang stehen, was du erschaffen möchtest. Wenn du also übergewichtig bist und glaubst, du könntest nicht abnehmen, dann hast du dich tatsächlich dafür entschieden fett zu sein. Und unter dieser Überzeugung gibt es vielleicht noch ein ganzes Netz anderer entmächtigender Ansichten – eventuell musst du einige davon abschütteln um dich gut damit zu fühlen, endlich fit zu werden.

Der Glaube, dass die Realität rein objektiv ist und dass deine Gedanken sie nicht beeinflussen können, ist nichts anderes als eine selbsterfüllende Prophezeiung, wodurch du die Macht deiner Gedanken missbrauchst um dich selbst zu entmächtigen. Und es ist nur Angst, die dich dazu treibt. Es ist die Angst – wenn du dich dieser kreativen Macht annehmen würdest – dass du dann nicht fähig wärst sie zu kontrollieren, aber von einem Gefühl der Verantwortung überrollt wirst. Aber auch diese Angst ist nur eine Überzeugung, eine die du genauso gut einfach fallen lassen kannst, weil sie dir nichts nützt. Du hast die Macht loszulassen, wann immer du dazu bereit bist.

Ich bin überzeugt, dass meine Gedanken fähig sind einen signifikanten Einfluss auf die Realität zu haben und ich verspüre ein starkes Gefühl der Verwantwortung dafür, was ich mit ihnen erschaffe. Es hat lange gedauert, aber ich denke, ich habe meine dominierenden Gedanken erfolgreich mit dem in Einklang gebracht, was ich für das Beste für alle halte – das wir alle bewusster werden und mehr Dinge erkennen. Mein ganzes Leben ist auf diesen Sinn und Zweck ausgerichtet. Aber letztendlich ist das nur eine Entscheidung. Ich habe entschieden, so zu leben.

Ich denke, dass jeder, der meine Entwicklung über das letzte Jahr verfolgt hat, sehen kann, wie meine Gedanken und Überzeugungen dabei helfen, die Realität zu verformen. Weil ich daran glaube, dass ich einen Einfluss haben kann, bin ich auch dazu fähig. Wie jeder andere auch, bin ich eine selbsterfüllende Prophezeiung. Ich habe das Privileg, jedes Mal wenn ich mich zum Schreiben hinsetze, viele Menschen erreichen zu können. Aber das ist die natürliche Konsequenz aufgrund meiner gewählten Überzeugungen. Ich habe nicht auf die externe Realität geschaut um zu sehen, ob ich das kann oder nicht. Ich habe keine Zeit damit verschwendet, außerhalb meiner selbst nach Hinweisen zu suchen, wie erfolgreich ich damit sein könnte. Ich habe mich einfach entschieden es so zu machen, mit dem Wissen, dass meine Überzeugungen einen Weg, sich zu manifestieren, finden würden. Andererseits hätte ich genauso einfach mich mit Überzeugungen zufrieden geben können, die mich herumsitzen und nichts tun lassen.

Spulen wir zehn oder zwanzig Jahre vor. Es sollte nicht schwer fallen, die Effekte vorherzusagen, die meine Überzeungen auf lange Sicht haben werden. Sie werden schließlich Millionen von Menschen regelmäßig beeinflussen. Und wenn dieser Effekt stark und positiv ist, dann kann er einen bedeutenden Einfluß auf die Zukunft des Lebens auf unserem Planeten haben. Die individuellen Effete mögen klein sein, aber der kumulative Effekt, immer mehr Menschen dazu zu bringen, sich bewusst für einen Sinn in ihrem Leben zu entscheiden, der könnte riesig ausfallen. Wenn jetzt eine Person schon so einen Einfluss haben kann, einfach nur, weil sie sich dazu entschieden hat, zu glauben, dass es möglich ist – was könnten dann 10 oder 100 oder 1000 Menschen erreichen, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden, sich auf die Gedanken zu konzentrieren, die dem Allgemeinwohl dienen?

Also – das Problem mit dem Suchen nach externer Bestätigung um zu entscheiden, was man glauben soll, ist, dass du dich damit selber entmächtigst. Dieser Ansatz würde nur Sinn machen, wenn du ein passiver Beobachter wärst, der ein unabhängiges System betrachtet. Aber das ist nicht die Realität, in der du lebst. Du bist kein passiver Beobachter. Du bist Teil des Ganzen, was du beobachtest. Im Moment magst du dich vielleicht als einen kleinen und unwesentlichen Teil des Ganzen betrachten, aber du kannst dich entscheiden, eine größere und beeinflussendere Rolle zu spielen, wenn du das möchtest.

Ist es wahr, dass mit mehr Macht auch mehr Verwantwortung einhergeht? Nein. Deine Verantwortung bleibt gleich, egal, wieviel Macht du hast. Du kannst nur Macht aufgeben, aber nie Verantwortung. Und der erste Schritt um Macht abzugeben, ist, wenn du fälschlicherweise glaubst, dass du nicht die Macht besitzt, die du bereits hast.