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Fernsehkonsum reduzieren

Fernsehkonsum reduzieren oder ausbauen?

Sokrates glaubte, dass Wissen und Moral dasselbe sind. Mit anderen Worten ist unmoralisches Verhalten auf einen Mangel an Wissen oder Verständnis zurückzuführen. Wenn man zu einem bestimmten Thema alle Fakten kennt – die echten Fakten, keine vermuteten – dann würde man erwarten, dass man sich moralisch korrekt und rational verhält. Für Sokrates Ignoranz die Ursache für unmoralisches Verhalten.

Man kann eine ganze Menge aus Sokrates Idee gewinnen, ob man ihr nun vollständig zustimmt oder nicht. Manchmal ist es schon genug, einfach alle Fakten zusammenzutragen und endlich Klarheit zu finden.

Wenn man das Gefühl hat, dass der Fernsehkonsum schadet, dann ist es ein guter Anfang, erstmal alle Fakten zusammenzutragen. Man findet heraus, wieviel TV man tatsächlich schaut und was man für dieses Investment im Gegenzug erhält. Wenn man das Endergebnis seines Investments über einen ganzen Monat betrachtet, dann ist es einfacher zu entscheiden, ob es eine gute Idee ist oder nicht.

Eine TV-Fast beginnen

Am besten schaut man 30 Tage kein TV und nutzt die Zeit, Daten über sein TV-Verhalten zusammenzutragen.

Wenn man einen digitalen Video-Recorder, wie den in den USA weitverbreiteten TiVo hat, dann kann man mit ihm alle Sendungen aufnehmen, die man sich normalerweise angesehen hätte – nicht nur die Sendungen, die man sich ansehen wollte, sondern wirklich alle Sendungen, die man – nach bester Selbsteinschätzung – tatsächlich gesehen hätte, wenn man nicht fasten würde. Falls die Festplatte des DVR nicht ausreicht, dann sollte man wirklich öfter mal die Höhle verlassen.

Am Ende der 30 Tage geht man die Liste der aufgenommenen Sendungen durch und schaut, was man über sich herausfindet. Alle Zeite aufaddieren, die man mit den Sendungen verbracht hätte. Darüber klar werden, welchen Wert man von diesen Sendungen erwarten würde und was man ansonsten mit seiner Zeit gemacht hätte. Höchstwahrscheinlich, stellt man fest, dass einige der Sendungen die Zeit einfach nicht wert sind. Ihr Unterhaltungs- oder Bildungswert ist zu niedrig, im Vergleich zu der Menge an Zeit, die man für sie opfern muss. Wenn man diese Informationen einmal vor sich hat, dann kann man bewusst entscheidet, was man weiterhin schaut und warum.

Brain Building. Das Supertraining für Gedächtnis, Logik, Kreativität. von Marilyn vos Savant

Englisches Original

In ihrem Buch Brain Building. Das Supertraining für Gedächtnis, Logik, Kreativität., deutet Marilyn vos Savant (die Frau, die den Guinness-Rekord für den höchsten IQ hält) an, dass Fernsehkonsum die Kapazität für rationales Denken mindert. Ein Grund dafür ist, dass das Fernsehen die Realität zu stark vereinfacht. Man bekommt Themen vorgesetzt, die innerhalb von Minuten abgehandelt werden und am Ende zu schnell abgeschlossen werden. Begebenheiten in der Realität werden einfach in Schubladen – gut oder schlecht, lustig oder ernst, schlau oder dumm – gesteckt. Das beeinträchtigt klares Denken, indem es darauf konditioniert, dass man erwarten könne, das die meisten Probleme eine simple, klare Lösung haben (und wenn nicht, dann ist es eine übertrieben dramatische Lösung). Aber echte Menschen und Ereignisse lassen sich nicht in Schubladen stecken. Das wahre Leben ist deutlich facettenreicher als das Fernsehen und zuviel davon, macht es schwierig die Details zu sehen und zu schätzen. Fernsehkonsum verzerrt die Vorstellung von der Realität.

Während der TV-Fast sollte man über alternative Möglichkeiten nachdenken, wie man seine gesparte Zeit investieren kann. Wenn man kein TV schauen würde, was könnte man machen? Sei kreativ. Was könnte man für seine Gesundheit, Beziehungen, Familie, Arbeit, Bildung, usw. tun?

Man muss sich fragen, warum man sich all das im Fernsehen anschaut. Ist es einfach nur Gewohnheit? Schaut man einfach fern, weil man die Zeit nicht bewusst für etwas anderes eingeplant hat? Wenn das Fernsehen nur das übliche Füllprogramm ist, wenn man nichts anderes zu tun hat, dann kann man sich auch angewöhnen stattdessen zu lesen oder mit einem echten Menschen zu reden oder sich anderen Hobbys, wie Musik oder Zeichnen zu widmen.

Wenn man Fernsehen schaut, weil man zu müde ist, irgendwas anderes zu machen, dann sollte man ins Bett gehen oder sich einfach hinlegen. Wenn sich ausruhen muss, dann ruht man sich aus.

Was würde passieren, wenn man mehr TV schaut? Wenn man soviel daraus ziehen kann, warum konsumiert man dann nicht noch mehr?