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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Ist es von Natur aus böse, reich zu werden?

Hat man so einen Geldregen überhaupt verdient?

Ist der Versuch reich zu werden moralisch falsch?

Es überrascht mich nicht, dass das Million Dollar Experiment neben der größtenteils sehr positiven Aufnahme, auch auf einigen Widerstand von Leuten getroffen ist, die glauben, dass das Streben nach finanziellem Wohlstand von Natur aus gierig, egoistisch, unmoralisch oder einfach schlicht böse ist.

Was denkst du über diese Idee, mehr Geld zu haben, als du brauchst? Viel mehr. Geld im Überschuss. Reizt dich dieses Konzept oder fühlst du dich eher unbequem damit? Zieht es dich an oder stößt es dich ab? Vielleicht eine Mischung aus beidem? Hast du das Gefühl, dass du dafür deine Integrität kompromittieren müsstest um dieses Ziel erreichen zu können?

Wie steht’s damit sehr schnell Geld zu verdienen? Ein schneller Umsatz. Auf einen Schlag jede Menge Geld. Löst das ein gewisses Maß an Empörung in dir aus?

Wenn ein Freund von dir sagen würde:

“Weißt du was. Ich werde jetzt Gas geben und reich werden.”

Wie würdest du reagieren? Würdest du vermuten, dass diese Person seine Seele verkauft oder dabei ist seine Integrität zu kompromittieren? Würdest du dich über ihn lustig machen, schon weil er sich dieses Ziel setzt? Was würdest du fühlen, wenn er sein Ziel erreicht? Was würdest du fühlen, wenn er scheitert und aufgibt?

Ist es nicht interessant, diese komplexen Gefühle zu beobachten, die da in einem aufsteigen, wenn man über seine Ansichten bezüglich Geld nachdenkt? Beachte bitte, dass ich noch gar nichts darüber gesagt habe, wie man überhaupt zu dem vielen Geld kommen soll – es ging nur um den Begriff des Wohlstandes an sich.

Welche Rolle spielt die Intention beim Streben nach Wohlstand? Ist schon die Idee, dass man beabsichtigen könnte, wohlhabend zu sein, von Natur aus böse, korrupt oder irgendwie falsch? Oder kann man reich werden und dennoch seine Integrität bewahren?

Das Niveau von “gut” oder “böse”, dass du mit Geld assoziierst, entstammt deinen eigenen Überzeugungen und Intentionen und nicht einer angeborenen Qualität die Geld an sich besitzt. Das Geld selbst ist neutral und machtlos. Deine eigenen Gedanken sorgen für die Rolle, die du Geld in deinem Leben zuschreibst.

Wenn Geld oder Wohlstand irgendwie mit Bösem, Gier oder Egoismus in deinem Kopf verbunden sind, dann überlege einmal welchen Effekt dass auf deine finanziellen Entscheidungen hat. Klingt nach einem guten Weg zu verhindern, dass man selber jemals wohlhabend wird, nicht wahr? Ist das eine Entscheidung, die du bewusst getroffen hast? Denkst du, dass es die richtige ist?

Es ist nicht das Geld oder das Streben danach, dass irgendeine moralische Verbindung hat – du könntest genauso gut Steine, Glasperlen oder Muscheln sammeln. Es ist die Energie, die du dem Geld verleihst, die den Unterschied macht. Geld wird in deinem Leben die Rolle spielen, die du für es vorgesehen hast und diese Intention wird größtenteils deinen vorkonditionierten Überzeungen entspringen. Wenn du darauf konditioniert wurdest, Geld mit negativen Qualitäten zu verbinden (insbesondere durch deine Erziehung), dann wird Geld auch eine größtenteils negative Rolle in deinem Leben spielen. Wenn du es mit positiven Dingen assoziierst, dann wird es auch eine positive Rolle einnehmen.

Aber höchstwahrscheinlich hast du hinsichtlich Geld gemischte Gefühle, weil die sozial konditionierten Ansichten grundlegend inkongruent sind – typischer Fall von zuvielen Köchen, die den Brei verderben. Dein Konzept bezüglich Geld hat gemische Assoziationen entwickelt, die sowohl gut als auch böse sind. Du möchtest mehr Geld für dich haben, aber nicht zuviel. Du gehst einen Schritt auf mehr Wohlstand zu, aber dann schreckst du davor zurück. Du schleichst um Geld herum, aus Angst, dass es gefährlich sein könnte, zuviel davon zu bekommen, aber wenn dich ein Mangel einholt, dann kannst du an nichts anderes mehr denken. Irgendwann entschließt du dich, dass es besser wäre, über Geld sowenig wie möglich nachzudenken.

Ging mir auch mal genauso. Aber das ist alles völliger Quatsch.

Dein Geld bekommt seine Energie von dir verliehen, abhängig davon was für ein Mensch du bist. Mehr und noch mehr Reichtumg wird einfach mehr von dem aus dir herausquetschen, wer du wirklich bist. Wenn das, was in dir steckt gut, nobel und von hoher Integrität ist, dann wird das auch sichtbar werden. Aber wenn das in dir von Angst und Unsicherheit getrieben ist, dann werden auch Angst und Unsicherheit zum Ausdruck gebracht werden.

Wenn du mit dir im Reinen bist, mit deinen Gedanken und deinem Verhalten, dann wird mehr Geld diese positiven Gefühle nur verstärken und dabei helfen, sie auf andere zu übertragen.

Womit verdienst du gerade dein Geld? Ist deine Arbeit dem höchsten Wohl aller gewidmet? Oder hast du dich selbst in eine Situation manövriert, wo du auf eine neutrale oder sogar negative Art und Weise dein Geld verdienst? Verdienst du Geld, indem du Dinge erschaffst oder mit anderen wetteiferst? Gibst du dein Bestes für die Welt oder versuchst, du an den Leistungen anderer mitzuverdienen?

Wir sind alle mit gemischten, sozial konditionierten Ansichten über Geld aufgewachsen – inbesondere dank der Medien. Wenn wir schließlich arbeitende Erwachsene sind, sind wir unter der schweren Last dieser einschränkenden Überzeugungen bereits in die Knie gegangen, was dazu führt, dass wir uns merkwürdig und inkongruent verhalten. Denk mal kurz darüber nach… wie rational ist momentan dein finanzielles Verhalten? Würde ein Außenstehender, wenn er einen genauen Blick auf dein Einkommen, deine Ausgaben, deine Posten und Verpflichtungen wirft, deine finanziellen Entscheidungen als wahrhaft intelligent und kongruent bezeichnen? Ist es intelligent, wie du dein Geld verdienst und ausgibst?

Der einzige Weg heraus aus diesem Morast an einschränkenden Überzeugungen ist ein Schritt zurück, das Aufdecken jeder einzelnen dieser Überzeugungen und dann die bewusste Entscheidung, ob sie für dich weiterhin der Wahrheit entsprechen oder nicht.

Ist Geld die Wurzel allen Übels? Ist die Liebe für Geld die Wurzel allen Übels? Oder wird das Geld einfach im Nährboden deiner eigenen Gedanken seine Wurzeln schlagen?

Impliziert ein schneller Geldzuwachs Gier und Egoismus? Oder ist es einfach eine Frage von Effizienz und Intelligenz?

Bedeutet ein Zuverdienst, dass jemand anderes verliert (Mangel-Mentalität)? Oder kannst du Geld verdienen und gleichzeitig den Wohlstand von anderen vergrößeren ohne jemanden damit zu schaden (Überfluss-Mentalität)?

Ist es intelligent nur soviel Geld zu verdienen, wie man zum Überleben und für die nötigsten Dinge braucht? Oder ist man in Wahrheit einfach nur faul und uninspiriert?

Haben reiche Menschen ihre Integrität kompromittiert? Oder ist es möglich, auf eine Art und Weise nach größerem Wohlstand zu streben und dabei dem Wohl aller zu dienen?

Ist es der beste Weg Armut zu bekämpfen, indem man mehr Geld an diejenigen verteilt, die tief in einer Mangel-Mentalität verhaftet sind? Oder ist es besser, diese Mentalität herauszufordern und die Idee des Überflusses in ihren Gedanken zu säen?

Ist es notwendig, mehr zu nehmen als zu geben, um größeren Wohlstand zu erreichen? Oder kann man auch reich werden, indem man mehr gibt, als man zurückbekommt?

Wieviele reiche Leute kennst du näher und nicht nur durch aufgebauschte Geschichten in den Medien? Was ist ihre Motivation?

Wenn du einen absoluten finanziellen Überfluss hättest, was würdest du damit machen? Wenn das Geld erlaubt, dein wahres Selbst mehr auszudrücken, was würdest du dann zeigen wollen? Einen noblen Zweck? Die Suche nach Sicherheit? Angst und Unsicherheit? Selbstaufopferung? Überfluss und Wachstum?

Wenn du reich wirst und dann Hunderte andere lehrst, dasselbe zu erreichen, hast du ihnen dann einen Bärendienst erwiesen und sie korrumpiert? Oder ist es ein riesiges Geschenk?

Hast du jemals entschieden, dass es für dich unmöglich ist, jemals reich zu werden? Hast du schonmal darüber nachgedacht, diese Überzeugung zu ändern?

Das sind alles Fragen, die du dir stellen musst, wenn du entscheiden willst, welche Rolle Geld in deinem Leben spielen soll.

Ich habe in mir selbst jede Menge solcher Widersprüche entdecken müssen. Welche Rolle soll Geld in meinem Leben spielen? Sollte ich nur soviel verdienen, damit ich über die Runden komme? Sollte ich finanzielle Unabhängigkeit anstreben? Diene ich dem Allgemeinwohl am besten, wenn ich pleite bin, nur genug verdiene um die nötigsten Kosten zu decken, finanzielle Unabhängigkeit erreiche oder so schnell wie möglich reich werde?

Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, dass es eine gute Sache wäre, wenn ich wohlhabend bin. Wenn man bedenkt, dass es mein Sinn und Zweck ist zu wachsen und anderen dabei zu helfen, dann kann ich die finanzielle Dimension der Persönlichkeitsentwicklung nicht ignorieren. Wenn ich finanziell wohlhabend werde, dann kann ich aufgrund meines Sinns ganz natürlich auch anderen bei diesem Ziel helfen.

Wenn ich an meinem Wohlstand arbeite, dann ist es nichts anderes, als wenn ich an meiner Selbstdisziplin, meiner Produktivität, meinen Beziehungen, usw. arbeite.

Als ich diese Entscheidung getroffen hatte, habe ich als erstes all die einschränkenden Überzeugungen über Geld aus meiner Psyche verbannt. Ich habe da eine ganze Menge Müll gefunden und einfach fallengelassen und entschieden, dass ich einen Weg finden würde, wohlhabend zu werden, der mit dem Wohl aller in Einklang steht. Danach habe ich mir etwas Zeit genommen um bessere und ermächtigendere Ansichten über Wohlstand und Geld zu finden.

Kann ich dem Allgemeinwohl dienen, wenn ich größeren Wohlstand für mich anstrebe? Ich glaube definitiv, dass es möglich ist. Schließlich war es auch mein Streben nach einem passiven Einkommen, dass mir die Freiheit beschert hat, überhaupt erst diese Website ins Leben zu rufen. Diese Einkommensströme erlauben es mir, meine Zeit mit dem Schreiben und Posten von hunderten Artikeln zu verbringen ohne Geld dafür Verlangen zu müssen. Ich konnte monatelang in Vollzeit an dieser neuen Karriere arbeiten bevor ich auch nur den ersten Cent damit verdient habe. Ich denke, es ist allen klar, dass diese Seite darauf ausgelegt ist, jede Menge (Mehr-)Wert zu liefern ohne dass jemand dafür bezahlen muss. Aber ich hätte genauso gut mit einer Mangel-Einstellung an die Sache herangehen können: für jeden Schnipsel Information Geld verlangen und denjenigen den Zugriff verweigern, die es sich nicht leisten können. So wie ich das sehe, ist das einer der Bereiche wo Geld nicht funktioniert – mein passives Einkommen hat mir die Freiheit geschenkt, mich auf das Geben konzentrieren zu können und mich nicht um das Nehmen sorgen zu müssen.

Aber ist es intelligent, wenn ich gebe und gebe, bis ich mich durch Selbstaufopferung völlig erschöpft habe? Oder ist es besser eine Balance zwischen Geben und Nehmen zu finden? Was, wenn ich dabei helfen kann, ein Extra-Vermögen von mehreren Millionen für andere zu generieren? Wäre es dann fair, wenn ich ein Teil dieses Überflusses auch wieder auf mich zurückfällt?

Wenn ich über Produktivität schreibe, dann wirft das einen Teil davon auch wieder auf mich zurück und erhöht meine eigene Produktivität. Das Gleiche gilt für alle anderen Themen auf dieser Seite. Wann immer ich mich auf das Geben konzentriere, bekomme ich auch wieder etwas zurück. Sollte ich diese Reflektion blockieren? Ich denke, das wäre ein Fehler. Ich habe gesehen, wie diese Reflektion sich direkt wieder auf das Geben auswirkt und so eine positive Schleife des Gebens und Nehmens bildet.

Aber der Fokus muss auf der Geben-Seite liegen, wobei ich natürlich dankbar für alles bin, was über die Nehmen-Seite wieder hereinkommt. Wann immer ich mich an diesen Punkt erinnere, stelle ich fest, dass mein eigenes Wohlbefinden und das Wohl aller perfekt miteinander in Einklang stehen.

Meine Intention wohlhabend zu werden, sollte auf so eine Art und Weise geschehen, dass sie dem Allgemeinwohl dient. Da werde ich keine Abstriche machen. Wenn diese Intention auf die Zustimmung des Universums trifft, wird sie sich manifestieren. Wenn nicht, dann nicht. Meine momentane Interpretation dieses Ideals sieht so aus, dass ich daran arbeite, anderen Leuten zu helfen, wohlhabend zu werden – was zu einer der vielen Richtungen gehört, in denen ich Menschen beim Wachstum helfen möchte. Ich akzeptiere diese Mangel-Mentalität nicht, die besagt, dass ich Wohlstand erreiche, indem ich ihn anderen nehme. Ich habe mich für die Überfluss-Mentalität entschieden, die im Gegensatz dazu besagt, dass ich wohlhabend werden kann, indem ich noch größeren Wohlstand für andere erzeuge. Daran glaube ich tief und fest.

Wie dem auch sei, wenn in dir ernsthafte negative Assoziationen gegenüber Wohlstand schlummern, die dafür sorgen, dass du dieses Experiment als böse betrachtest, dann solltest mich besser vergessen und nicht mehr wiederkommen. Du wärst sicherlich nicht die erste oder letzte Person, die das macht. Aber wenn du dich dafür entscheidest, diese Reise mit mir anzutreten, dann sei dir bewusst, dass ich beabsichtige deine finanzielle Unabhängigkeit zu fördern – genau wie für mich selbst – und in auf eine Art und Weise, die mit dem größten Wohl aller in Einklang steht und es nicht kompromittiert.

Mein “Extra Geld” aus dem Million Dollar Experiment hat heute morgen 800$ überschritten. Ich werde 10% davon für meine Familie ausgeben, indem ich sie alle zum Frühstück ausführe.

Nichts kann den Platz von Geld einnehmen – in Bereichen wo Geld wichtig ist.