Loading
Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

News abonnieren

  1. Artikel als RSS
  2. Artikel als ATOM

Leben nach dem Tod

Wie könnte das Leben nach dem Tod aussehen und was bedeutet das für das Hier und Jetzt?

Dieser Artikel ist nicht von religiöser Natur, sondern versucht das Thema Tod und die Möglichkeit eines Leben im Jenseits von einem intellektuellen/analytischen Standpunkt aus anzugehen. Was wissen wir über den Tod, dass uns dabei helfen kann, bessere Entscheidungen zu treffen, wenn wir uns fragen, wie wir leben sollen?

Der Gang durch den hier beschriebenene Gedankenprozess war einer der kritischen Momente, die ich, auf dem Weg zu einem alles durchdringenden Glücksgefühl, überstehen musste. Es war nur einer von vielen Schritten. Es kommt also noch mehr. ;)

Eins der Schlüsselergebnisse, das ich erfuhr, als ich mich mit der Realität und den Konsequenzen des Todes auseinander gesetzt habe, war das Verschwinden meiner Angst vor dem Tod. Wir fürchten nicht, was wir verstehen – wir akzeptieren es einfach, so wie es ist.

Welchen Sinn macht es über Produktivität zu reden, wenn wir ignorieren, was das ultimative Resultat all unserer Anstrengungen sein wird? Wenn wir unser Leben nicht vom höchsten Blickwinkel aus verstehen, warum sollten wir dann überhaupt die tieferen Ebenen optimieren wollen?

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

Allzu oft trifft man beim Thema Tod auf alberne Spekulationen, engstirnige Sturheit oder schlicht Angst und Vermeidung. Also lassen wir den “Tod für Dummies”-Ansatz gleich hinter uns und betrachten das Thema auf tiefergehende, intellektuelle Weise um besser verstehen zu können, welche wichtige Rolle es in unserem Leben spielt… und insbesondere, was wir daraus lernen können, wie wir leben soll(t)en.

Was unsere menschlichen Körper angeht, so wird der Tod uns schließlich alle einholen. Soweit ich weiß, hat es bisher kein Mensch geschafft, ewig zu leben. Auch wenn wir neue Silikonkörper entwickeln und einen Weg finden unseren Geist in diese zu übertragen, so gibt es auch hier keinen Grund zur Annahmen, dass diese unsterblich sein werden (auch nicht mit regelmäßigen Upgrades). Wir können vielleicht den Tod hinauszögern, vielleicht sogar für sehr lange Zeit, aber letztendlich wird unsere physische Existenz an einem Punkt enden. Für immer ist zu lang für uns als physische Wesen. Kein Backup-System ist narrensicher, insbesondere, wenn der Gegner die Unendlichkeit der Zeit ist.

Im Schnitt sterben auf diesem Planeten jeden Tag mehr als 150.000 Menschen. Das sind 2 Menschen pro Sekunde. Mehr als eine Million Leichen pro Woche. Und das ist “normal” für den Planeten Erde. Hilft dir dieser Fakt, einige der vielen Tragödien in die richtige Perspektive zu setzen? Wenn 3.000 Menschen auf einen Schlag ausgelöscht werden, dann sind das dennoch nur 2% der täglichen Menge… aus kosmischer Sicht nichts Wesentliches.

Und jetzt kommt das Schlimmste. Du weißt gar nicht, wann du sterben wirst (es sei denn, du liest das, bevor du Selbstmord begehen willst – in diesem Fall schreibe ich mal besser weiter). Aber ich gehe mal davon aus, dass du keinen Punkt “Sterben” auf deiner Todo-Liste hast.

Also wie gut fühlst du dich mit dem Gedanken, dass heute dein letzter Tag im Leben sein könnte?

Für 150.000 Menschen wird das heute Realität werden, also wenn du zu ihnen gehörst, dann bist du in guter Gesellschaft. Ich frage mich, wieviele dieser Menschen sich auf das vorbereitet fühlen, was sie da erwartet.

Was wissen wir wirklich darüber, was nach dem Tod passiert?

Anstatt jetzt mit Erzählungen über Nahtod-Erfahrungen und dem, was diverse Religionen sagen, anzufangen, wollen wir lieber von einer anderen Seite an das Problem heranwagen. Stellen wir lieber diese Frage:

Was können wir aus vernünftiger Sicht darüber sagen, was NICHT nach dem Tod passieren wird?

Natürlich wird das, was “vernünftig” ist, von Mensch zu Mensch etwas unterschiedlich sein, abhängig davon wie sein Kontext und seine Überzeugungen aussehen, aber ich denke, die meisten von uns stimmen in einen grundlegenden Punkten überein.

Erstens, du kannst nichts mitnehmen. Dein ganzer physischer kram bleibt hier. Wann immer jemand stirbt, stellen wir fest, dass sein Zeug in der physischen Welt bleibt. Es verschwindet nicht plötzlich.

Eine weitere Sache, die wir feststellen können, ist, dass unserer physischen Körper hierbleiben. Das schließt unser Herz, unsere Lunge, unser Hirn, Henna-Tattoos, usw. ein.

Und ich denke, man kann davon ausgehen, dass, wenn der physische Kram hierbleibt, dann ist all das Wissen und die Fähigkeiten, die man sich angeeignet hat und mit der physischen Welt verwachsen sind, überflüssig werden, wenn du stirbst. Deine Kenntniss über HTML werden wohl im Leben im Jenseits nicht viel nutzen, es sei denn natürlich, es gibt dort auch tote Computer, wie meinen alten Atari 800. Ich hoffe, du weißt immernoch, was BASIC ist.

Wenn wir tatsächlich irgendetwas über den Tod hinaus erhalten können, dann kann man aber wohl vernünftigerweise davon ausgehen, dass es nichts sein wird, was mit unserem physischen Zeug oder Körper zu tun hat. Und ein Großteil unseres Wissens wird auch hinfällig sein.

Wenn wir irgendetwas mit uns ins Jenseits nehmen können, dann müsste es etwas von nicht-physischer Natur sein. Und der nicht-physische Teil von uns, ist unser Bewusstsein. Du kannst es auch anders nennen, wenn du möchtest – Seele, Geist, usw. Die genaue Bezeichnung ist eigentlich egal. Ich verwende die Bezeichnung “Bewusstsein”.

Wir haben also zwei Alternativen, die mir vernünftig erscheinen:

  1. Nachdem wir gestorben sind, behalten wir einen Teil unseres Bewusstseins, aber alle physischen Komponenten unserer Existenz sind verloren.
  2. Nachdem wir gestorben sind, hören wir auf zu existieren. Unser Bewusstsein wird ausgelöscht, wie auch der gesamte physische Rest. Tot und für immer dahin.

Leben nach dem Tod

Ich kann mir eine Menge anderer Optionen vorstellen, die Variationen der beiden genannten sind. Du kannst diese grundlegenden Ideen etwas verdrehen, umformulieren und ihnen eine andere Form geben und du kannst endlos darüber spekulieren, wie es wäre, wenn man Option 1 erleben würde (was ein Vorläufer für Reinkarnation sein könnte), aber ich denke, im Endeffekt reduziert sich der Tod auf diese beiden Möglichkeiten. Entweder existieren wir in einem nicht-physischen Zustand des Bewusstseins weiter – oder eben nicht.

Aber welche dieser beiden grundlegenden Optionen ist nun höchstwahrscheinlich wahr und richtig?

Sicherlich können wir Indizien finden, die für die eine oder andere Seite sprechen. Wir können uns umsehen und Dinge wie Nahtod-Erfahrungen näher untersuchen oder mit Menschen reden, die behaupten, sie könnten Kontakt zu toten aufnehmen. Wir können auf der Suche nach Hinweisen antike Texte und andere Menschen (tot oder lebendig) studieren. Oder wir können in uns selbst hineinschauen und versuchen die Wahrheit intuitiv zu erkennen.

Persönlich habe ich beides ausgiebig versucht und bisher habe ich keine wirklich befriedigende Antwort gefunden. Ich habe genug Hinweise entdeckt, die mich teilweise überzeugen, dass Option 1 vermutlich richtiger als Option 2 ist, aber es gibt immernoch einige Löcher, die mich zweifeln lassen. Wenn man bedenkt, was ich über Überzeugungen weiß, muss ich mich immer fragen, zu welchem Grad ich genau das finde, von dem ich erwarte, dass ich es finde.

Diese Unsicherheit über den Tod stellt aber ein ernsthaftes Problem dar. Um mein Leben auf eine Weise zu führen, die sich intelligent anfühlt, würde ich hier doch eine klare Antwort bevorzugen. Wenn ich weiß, dass Option 1 korrekt ist, dann würde ich mein Leben ganz anders leben, als wenn ich wüsste das Option 2 korrekt ist. Ich kann nicht beides zur gleichen Zeit machen, weil sie mir inkompatibel erscheinen. Ich würde jeweils andere Ziele setzen.

In einem Zustand der Ungewissheit zu leben, funktioniert aber auch nicht wirklich. Unsicherheit bei dieser Frage ist eine schlechte Basis um intelligente, lebenslange Entscheidungen zu treffen. Es ist okay, wenn ich mir unsicher bin, wie das Wetter nächste Woche werden wird. Aber Unsicherheit beim Tod an sich, macht langfristiges Planen fast unmöglich, es sei denn, ich senke mein Bewusstsein ab, schaue viel TV und verschreibe mich dem sozialen Kontext ohne für mich selbst zu denken. Denk mal drüber nach – wenn du mit absoluter und totaler Sicherheit wüsstest, was nach dem Tod passieren würde, würde es dann verändern, wie du heute dein Leben lebst?

Sich mit der Unsicherheit zufrieden zugeben ist eine suboptimale Wahl – es ist besser, wenn man sich für die eine oder andere Option entscheidet und falsch liegt, als wenn man einfach verharrt und gar nichts macht. Zuviele Zweifel bei dieser Frage würden das schlechteste Resultat überhaupt zur Folge haben. Um intelligent entscheiden zu können, wie wir leben wollen, müssen wir ein vernünftiges Verständnis davon haben, wo die Reise hingeht. Wir können auch ohne diese Sicherheit okay leben, aber wir können dann nicht wirklich sagen, dass wir intelligent leben, da wir keine Grundlage dafür haben, zu wissen, ob sich unsere Entscheidungen langfristig letztendlich als schlau oder dumm herausstellen.

Diese Herangehensweise hat mir dabei geholfen zu realisieren, dass ich mir sicher sein musste, ob ich nun im Einklang mit Option 1 oder Option 2 leben will. Nur dann würde ich wirklich die Freiheit und die Richtung haben, die ich für ein intelligentes Leben brauche.

Aber der Blick auf die gefundenen Hinweise war nicht wirklich genug um mich zu überzeugen, dass ich eine intelligente Wahl treffen könnte. Es deutete alles auf Option 1 hin, aber nicht stark genug um wirklich sicher zu sein. Immerhin habe ich so festgestellt, dass der Ansatz Hinweise zu finden, nicht funktionieren würde. Ich würde so mehr und mehr Daten ausgraben, aber keine Sicherheit finden.

Das war der Punkt, an dem ich mich entschied, das Problem aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten, wie ich bereits im letzten Artikel Eine wissenschaftliche Methode sein Bewusstsein zu erforschen beschrieben habe. Anstatt mich darum zu sorgen, welche Option korrekt ist, entschied ich mich, mich in beide Situationen zu versetzen – also beide Optionen als Überzeugung anzunehmen um sie dann direkt zu erleben. Ich erkannte, dass ich nie genug Daten haben würde um eine Entscheidung von außen heraus treffen zu können. Also probierte ich den umgekehrten Weg – von innen nach außen zu schauen.

Einen Blickwinkel, den ich annahm, war die Perspektive, dass ich bereits tot bin. Bei Option 2 würde ich komplett aufhören zu existieren; insofern war das eine leicht vorzustellende Perspektive. Genau genommen, war es gar keine Perspektive. Ich wäre nicht lang genug da um irgendetwas zu bejubeln oder zu bereuen, was ich getan habe. Wenn also Option 2 sich letztendlich als wahr und richtig herausstellt, dann würde es langfristig gesehen, kaum einen Unterschied machen, wie ich lebe – zumindest in Hinsicht darauf, irgendwo in der Zukunft etwas zu erreichen. Eigentlich konnte ich aus dieser (Nicht-)Perspektive nur eine bedeutende Schlussfolgerung ziehen: Wenn ich ein Leben nach Option 2 führe, dann sollte ich es mit einem starken Fokus auf den jetztigen Moment führen.

Dann habe ich die Perspektive der ersten Option betrachtet. Hier gab es viel mehr Möglichkeiten zu erforschen, aber im Prinzip konnte man sie alle auf zwei Dinge herunterbrechen. Erstens gibt es die Möglichkeit, dass ich nach dem Tod nicht wirklich noch etwas mit meinem Bewusstsein anfangen kann. Vielleicht betrete ich eine Art ewigen Existenzzustand aus dem es kein Entkommen gibt. Vielleicht ist das ein Himmel oder irgendeine Hölle. Nichts mehr zu tun… nur noch sein. Wenn ich also mein Bewusstsein auf so eine Weise eingefroren vorfinden würde, wo ich zwar noch meiner Selbst bewusst, aber unfähig bin, noch irgendetwas zu tun außer meinen himmlischen Bauchnabel zu betrachten, dann kann man hier eine nachvollziehbare logische Schlussfolgerung treffen. Und zwar: wenn das passiert, dann wird der Zustand in dem mein Bewusstsein “einfriert” wohl höchstwahrscheinlich der sein, in dem ich mich befinde, wenn ich sterbe. Mein Tod wäre also eine Fortsetzung meines Lebens, aber es würde keine weitere Entwicklung meines Bewusstseins geben.

Ich brauche nicht wirklich die Situation betrachten, in der mein Bewusstsein in irgendeinem zufälligen Zustand “einfriert”, der außerhalb meiner Kontrolle ist, denn dann weiß ich auch nicht mehr darüber, wie ich leben sollte und es reduziert sich im Endeffekt auf Option 2.

Die andere Möglichkeit bei Option 1 ist, dass ich vielleicht eine Fähigkeit habe, weiterhin aktiv zu werden, nachdem ich gestorben bin. Es gibt also in irgendeiner Weise etwas zu tun im Jenseits statt nur zu sein. Aber was würde ich tun? Wenn es nix physisches ist, dann bleibt nur die Möglichkeit, dass es etwas ist, was mein Bewusstsein erfahren kann. Und das impliziert, dass ich weiterhin als ein bewusstes Wesen fähig bin mich zu entwickeln und zu wachsen – auch über den Tod hinaus. Vielleicht gibt es da eine neue Phase der Existenz, ähnlich zum menschlichen Leben aber ohne die ganzen physischen Elemente. Dann könnte ich mit dem weitermachen, was ich jetzt mache und eine Seite für die Seele aufbauen – genannt “Persönlichkeitsentwicklung für tote Menschen”. Die Adresse könnte dann www.StevePavlina.rip sein.

Es gab noch eine Menge mehr bei diesen Optionen zu erforschen, aber lasst uns zu der Stelle vorspulen, wo die Ergebnisse all dieser Gedanken zusammengeworfen werden.

Ich habe bereits erwähnt, dass Option 2 nicht viel Marschrichtung anbietet, sondern nur suggeriert, dass es das Beste wäre, komplett im Jetzt zu leben, weil es nach dem Tod keine Zukunft geben wird. Der erste Zweig von Option 1 (wo ich einem Zustand des Seins eingeforen bin ohne die Fähigkeit irgendetwas zu machen) suggeriert, dass ich mein Bewusstsein während meiner physischen Lebenszeit soweit wie möglich entwickeln sollte, damit, wenn ich sterbe, ich wenigstens in einem guten und friedlichen Zustand eingefroren werde, wenn mein “Leben” danach schon davon abhängig ist, wie ich als Mensch mein Bewusstsein entwickelt habe. Er suggeriert auch, dass ich mei,ne physische Existenz so gut wie möglich nutzen sollte um meine eigenen Bewusstseinswerkzeuge zu entwickeln, da es vielleicht eine Chance gibt, dass ich sie nach dem Tod weiter benutzen kann.

Der zweite Zweig von Option 1 (wo ich mein Bewusstsein nach dem Tod weiterentwickeln und vielleicht sogar mit anderen bewussten Wesen interagieren kann) suggeriert, dass jedes Wachstum, dass ich in meinem Bewusstsein hier auf Erden erfahre, eine Chance darauf hat, nach meinem Tod weiter zu existieren. Und da ich viel mehr Zeit tot als lebendig verbringen werde, scheint es logisch, dass die Entwicklung meines Bewusstseins und das von anderen Menschen meine oberste Priorität sein sollte. Und wer weiß, vielleicht ist das sogar genau der Sinn und Zweck der menschlichen Existenz – aus dem Blickwinkel von nicht-physischen bewussten Wesen.

So letztendlich, auch wenn ich nicht feststellen kann, was die Wahrheit über das Leben nach dem Tod ist, scheint das doch tatsächlich gar nicht so wichtig zu sein, wie ich zuerst dachte. Option 2 liefert kaum Informationen darüber, wie man leben sollte, aber Option 1 dafür umso mehr. So kann ich dennoch kongruent leben, auch wenn ich nicht die komplette Wahrheit im Voraus kenne, denn auch wenn ich mich geirrt habe, dann befinde ich mich dennoch auf dem intelligentesten Weg.

Ich denke, der Hauptgrund, warum ich es so schwierig finde, die Möglichkeiten nach dem Tod zu verstehen, ist meine ursprüngliche falsche Herangehensweise. Ich habe versucht Sicherheit aus der Perspektive von Zweifel und Skepsis zu finden. Und das hat sich als Fehler herausgestellt, weil Zweifel keine Sicherheit erzeugen kann – es kann nur mehr Zweifel hervorbringen. Ich musste also meine Perspektive verändern um diese beiden Optionen von innen heraus zu beleuchten. Ich habe aus der Perspektive von Option 1 die Option 2 betrachtet und umgekehrt. Ich habe also aus einem Zustand der Sicherheit heraus, einen anderen Zustand der Sicherheit betrachtet. Oder als andere Analogie: du hast mehr davon, wenn du den Katholismus aus der Perspektive des Atheismus (und umgekehrt) betrachtest, als wenn du beide aus der Perspektive des Agnostizismus betrachtest. Diese “seitlichen Blicke” sind der Schlüssel um zu entdecken, was für dein Bewusstsein wahr ist.

Ich sollte auch die Perspektive der Menschen ansprechen, die auf der Erde zurückbleiben, nachdem du gestorben bist. Ich habe auch mit dieser Sichtweise eine Menge Zeit verbracht, aber letztendlich hat es nichts verändert. Genau genommen, giesst es nur mehr Öl ins Feuer. Der Weg dein Bewusstsein zu entwickeln entspricht genau dem Weg anderen zu dienen. Wenn du dein Bewusstsein erhöhst, dann versetzt du dich in die Position anderen helfen zu können. Nehmen wir diese Website als Beispiel. Sie ist dazu gedacht, anderen zu deinen, aber sie ist auch ein Medium durch welches ich mein eigenes Bewusstsein entwickle. Beide Resultate harmonieren perfekt miteinander. Wenn du daran arbeitest, dein Bewusstsein zu erhöhen, dann wirst du gleichzeitig auch das Bewusstsein anderer erhöhen. Und wenn du versuchst anderen zu dienen, dann wirst du gleichzeitig dein Bewusstsein erhöhen.

Letztendlich habe ich realisiert, dass der freie Wille hier die simple Wahrheit ist. Als ich endlich die Perspektiven von Option 1 und 2 verstanden hatte, standen mir auch alle Informationen zur Verfügung um mich zu entscheiden. Aber es war nicht wirklich eine Entscheidung dafür, welche Option beweisbar richtig ist, von einem externen Standpunkt aus. Keine der Optionen ist von außen beweisbar weil das Bewusstsein nicht der wissenschaftlichen Methode unterliegt. Das Bewusstsein funktioniert auf einer völlig anderen Ebene. Auf meiner Ebene, war das Anwenden meines freien Willens die echte “Wahrheit” um mich zu entscheiden, was für mich wahr sein sollte… was ich zu einem Teil meines Bewusstseins machen möchte. Wollte ich mich entscheiden in Einklang mit Option 1 oder 2 zu leben? Es gab keine richtige oder falsche Antwort. Es war einfach nur eine Entscheidung.

Ich wählte also Option 1 und den Zweig, der suggeriert, dass bewusste Handlungen und Wachstum auch nach dem Tod weitergehen. Und ein Teil, warum ich mich dafür als meine persönliche Wahrheit entschieden habe, war, dass ich realisierte, dass das die intelligenteste Entscheidung ist, die ich treffen kann – unabhängig davon, wie die Realität nach dem Tod wirklich aussehen wird. Auch wenn wir alle in Vergessenheit geraten, wenn wir sterben, so ist es doch die intelligenteste Wahl mit der Überzeugung zu leben, dass wir unsterbliche bewusste Wesen sind. Dieser Glaube wird zu einem viel intelligenter gelebten Leben führen, eins das dem Wohl aller gewidmet ist. Es wird das Überleben aller Menschen vorantreiben und verbessern. Wo die wissenschaftliche Methode scheitert, müssen Entscheidungen die Lücke füllen. Und die Entscheidung kann entweder für Sicherheit oder Zweifel sein. Aber um diese große Entscheidung verstehen zu können, müssen wir sowohl die Sicherheit als auch den Zweifel erleben um verstehen zu können um was es wirklich geht. Es ist völlig unsere Sache, ob wir uns für ein Leben voll Größe oder für ein Leben voll Nichts entscheiden. Ich glaube, das ist es, was Helen Keller meinte:

“Das Leben ist entweder ein aufregendes Abenteuer oder gar nichts.”

Es ist unsere persönliche Entscheidung, die es dazu macht. Wähle Zweifel und du bekommst nichts. Wähle Sicherheit und du wirst großartiges erreichen.

Zusammenfassung

Um es nochmal für dich zusammenzufassen – hier steht warum die Entwicklung deines eigenen Bewusstseins die oberste Priorität in deinem Leben haben sollte:

Die Entwicklung deines Bewusstseins wird dir all die Werkzeuge liefern, mit denen du das Leben und den Tod viel besser verstehen kannst und die dir dabei helfen, dich zu entscheiden, wie du so intelligent wie möglich leben kannst.

Die Entwicklung deines Bewusstseins wird dir helfen Schmerz zu entkommen und unglaubliche Freude zu finden, damit, wenn du schließlich ins Nirvana eintrittst, immerhin dein Leben in vollen Zügen genossen hast. Es wird dir auch dabei helfen, die Angst vor dem Tod zu überwinden. Wenn du stirbst und dich in einem “gefrorenen” Zustand deines Bewusstseins wiederfindest, dann wird es vermutlich gar nich so schlimm sein, weil du selbiges so gut wie möglich entwickelt hast, als du noch am Leben warst. Du hast das Beste getan um dich auf diese Möglichkeit vorzubereiten.

Wenn du stirbst und feststellst, dass du dein Bewusstsein nach dem Tod weiterentwickeln kannst, dann hat dir deine menschliche Existenz einen tollen Vorsprung gegeben. Und wenn ich zuerst dort bin, dann kannst du direkt den Feed von “Persönlichkeitsentwicklung für tote Menschen” abonnieren und wir werden zusammen als Seelen im Äther weiterwachsen. Wäre das nicht lustig? :)

Die Entwicklung deines Bewusstseins wird letztendlich dazu führen, dass du auf eine Art und Weise lebst, die auch das Bewusstsein der Menschen um dich herum anhebt und so hilft die Welt in einen besseren Ort für alle zu verwandeln. Das ist also auch der beste Weg zu leben, wenn du der Menschheit dienen möchtest.

Aus diesen und anderen Gründen, glaube ich, dass die Entwicklung unserer Bewusstseine das absolut intelligenteste ist, was wir mit unseren menschlichen Leben anfangen können. Nun können wir vielleicht unser Bewusstsein nicht mit uns nehmen, aber zumindest ist es das Einzige, was das Potential hat, uns auch nach unserem Tod erhalten zu bleiben.

Auf diese Art und Weise lebe ich jetzt. Es hat einige sehr mächtige Nebeneffekte produziert. Erstens habe ich vor dem Tod keine Angst mehr. Ich fühle mich jederzeit vorbereitet, sterben zu können – ob es morgen oder nächstes Jahr oder in 100 Jahren ist. Ich bin mit der Erkenntnis, dass meine menschliche Existenz jederzeit zu einem Ende kommen könnte – möglicherweise ohne Warnung – absolut im Reinen.

Zweitens fühle ich, dass ich völlig im Jetzt lebe. Das Leben macht mir enorm Spaß, aber mehr als eine spirituelle Existenz, weniger eine physische. Ich erwarte, dass wenn ich heute sterbe und auf mein menschliches Leben zurückschaue, ich mich wirklich gut damit fühlen kann, wie ich meine Zeit genutzt habe. Ich hätte das Gefühl, mein Bestes gegeben zu haben.

Drittens habe ich das Gefühl, dass mein Leben stark auf Dinge baut, die von Bestand sind und nicht flüchtig. Alles Physische sehe ich nur als etwas temporäres an. Physische Besitztümer an sich haben wenig Bedeutung für mich. Wenn ich mich in der physischen Welt umsehe, dann sehe ich animierten Staub gefüllt mit Bewusstsein. Der Staub ist langweilig und leblos, aber das Bewusstsein ist reich, aufregend und am Leben. Geld und andere physischen Dinge sind für mich nur temporäre Werkzeuge, die man nutzt um langfristig sein Bewusstsein weiter zu entwickeln. Sogar mein physischer Körper ist nur temporäres Werkzeug – hauptsächlich für Kommunikation.

Meine obersten Prioritäten als menschliches Wesen bauen auf das, was für mich von Bestand ist. Wenn ich nach meinem Tod weitermachen kann, dann würde meine Todo-Liste wohl prinzipiell bestehen bleiben. Ich müsste wohl die Form von einigen der wichtigsten Aufgaben ändern, aber nicht die Absicht dahinter. Ob ich nun tot oder lebendig bin, mein Zweck bleibt der Gleiche: zu wachsen und anderen dabei zu helfen. Nur die Art wie sich dieser Zweck manifestiert, würde sich ändern. Für mich ist es der größte Dienst, wenn ich mein Leben in den Dienst des Bewusstseins stelle, egal ob ich als physisches oder ätherisches Wesen existiere.

Für mich ist das der höchte Grad der Produktivität – einen Kontext zu leben anzunehmen, der perspektivisch auch aus dem Grab heraus noch Sinn macht – hier auf Erden als zeitloses und nicht als sterbliches Wesen zu leben. Wieviele deiner aktuellen Ziele und Träume wirken oberflächlich und leblos, wenn du sie aus diesem Blickwinkel betrachtest? Lebst du für etwas was von Bestand ist oder für etwas flüchtiges? Ist deine menschliche Existenz dem Staub verschrieben oder der Verwirklichung des Schicksals?