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Leidenschaft vs. Selbstdisziplin

Die Leidenschaft leuchtet nicht immer den Weg

Wie wichtig ist Leidenschaft als Erfolgsfaktor?

Manche Leute glauben, das Leidenschaft allein der wichtigste Faktor ist – der Treibstoff für die Reise zum Erfolg.

Ich sehe das anders.

Leidenschaft ist einfach ein emotionaler Zustand – und ein temporärer und instabiler noch dazu. Der Grund, warum Leidenschaft soviel Bedeutung zugemessen wird, ist, dass sie hilft, jemanden zum Handeln zu motivieren. Und es ist das Handeln, was Ergebnisse erzeugt.

Betrachten wir es so:

  • L = Leidenschaft
  • H = Handlung
  • E = Ergebnisse

Gegeben ist:

  • L erzeugt H
  • H erzeugt E

Daraus schließen wir:

  • L erzeugt E
    Soweit klar, das ist logisch korrekt.
  • E benötigt L
    Nein. Das kann man aus den gegebenen Regeln nicht schließen.

Aber was, wenn man noch folgendes weiß:

  • S erzeugt H
  • S ist nicht L

Jetzt kann man sehen, dass die Aussage “E benötigt L” definitiv falsch ist.

  • S = Selbstdisziplin

Schwirrt der Kopf schon? Hier noch mal auf Deutsch:

  • Ergebnisse entstehen durch Handlung (keine Handlung, keine Ergebnisse)
  • Leidenschaft kann zu Handlung führen und so Ergebnisse erzeugen
  • Selbstdisziplin kann auch zu Handlung führen und somit Ergebnisse erzeugen
  • Also ist Leidenschaft NICHT für Ergebnisse notwendig

Leidenschaft ist für Erfolg nicht essentiell.

Was ist nun besser: Leidenschaft oder Selbstdisziplin? Ich behaupte, dass Selbstdisziplin der bessere Treibstoff ist.

Leidenschaft kommt und geht, so wie jeder emotionale Zustand. Manchmal ist man hochmotiviert. Manchmal nicht. Leidenschaft hat ihre Höhen und Tiefen; wenn man also seine Handlungen von Zustand seiner Leidenschaft abhängig macht, dann werden auch die Ergebnisse abhängig von Emotionen sein. Man spürt die Leidenschaft? Viel Handlung, tolle Ergebnisse. Man ist gerade leidenschaftslos? Wenig Handlung, durchschnittliche Ergebnisse.

Wenn man nur auf Leidenschaft als Treibstoff setzt, dann verspricht das genauso wenig Erfolg, wie wenn man auf das Verliebtsein setzt, um eine erfolgreiche Langzeitbeziehung zu führen.

Selbstdisziplin ist weitaus wichtiger als Leidenschaft, insbesondere im Geschäftsleben. Genaugenommen verblasst die Leidenschaft im Vergleich zur Selbstdisziplin, wenn man diese nur weit genug entwickelt hat.

Selbstdisziplin ermöglicht es immer weiter zu machen, unabhängig vom aktuellen emotionalen Zustand. Während Leidenschaft unberechenbar, bietet Selbstdisziplin Beständigkeit und Stabilität. Und weil die Emotionen nicht im Weg stehen, werden auch bessere Entscheidungen gefällt, weil sie von einem disziplinierten Intellekt gefällt werden und nicht aus einem Zustand emotionaler Achterbahn heraus.

Worauf würde man setzen, wenn es um Leben und Tod geht?

  • Wenn man sich einer Operation am offenen Herzen unterziehen muss – will man dann einen disziplinierten, leidenschaftslosen Chirurg oder einen undisziplinierten, leidenschaftlichen?
  • Wenn man wegen Mord vor Gericht steht – will man disziplinierte, leidenschaftslose Verteidiger oder undisziplinierte, leidenschaftliche?
  • Wenn man im Space Shuttle mitfliegen würde – will man eine Bodenkontrolle, die diszipliniert und leidenschaftslos oder undiszipliniert und leidenschaftlich ist?

Leidenschaft ist großartig, aber sie ist das Sahnehäubchen. Sie braucht Selbstdisziplin als Rückhalt.

Selbstdisziplin steht mehr im Hintergrund. Leidenschaft bekommt heutzutage mehr Aufmerksamkeit, weil sie mehr Wirbel erzeugt.