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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Meine Lieblingsmeditation

Meine Lieblingsmeditation beantwortet meine aktuellen Fragen

Hier ist eine einfache, aber mächtige Meditationsübung, die dir vielleicht gefällt. Es würde jetzt den Rahmen des Artikels sprengen, dir alle Grundlagen der Meditation beizubringen (vielleicht kann jemand einen Link zu einer schönen Einführung in den Kommentaren posten), aber wer sich schon mal damit beschäftigt hat, der wird diese Übung sicherlich interessant und lohnenswert finden.

Ich habe diese eine Übung von niemanden gelernt – es ist einfach etwas, was ich mir an einem Punkt ausgedacht habe und mittlerweile seit über 10 Jahren praktiziere.

Zuerst entspanne ich mich total, bis ich mich in einem friedvollen Zustand befinde. Dann stelle ich mir einen speziellen Raum vor, in dem sich zwei Stühle befinden, die sich gegenüber stehen. Ich sitze auf dem einen Stuhl und auf dem anderen Stuhl stelle ich mir mein zukünftiges Ich vor – etwa fünf Jahre später von jetzt an. Er stellt das ideale “Ich” dar – das, was ich werden will. Er ist körperlich fit, stark, mutig, selbstbewusst, zielgetrieben, leidenschaftlich, enthusiastisch, usw. Wir reden für 5-10 Minuten, in denen ich ihm Fragen stelle und er sie bereitwillig beantwortet. Für gewöhnlich betrachtet er mich mit einem Mix aus Nostalgie und Mitgefühl, da er weiß, wo ich mich gerade befinde und welchen Herausforderungen ich mich stellen muss – Herausforderungen, die er schon lange überwunden hat.

Schließlich verlässt mich mein zukünftiges Ich. Dann stehe ich auf und setze mich auf seinen Platz und mein vergangenes Ich von vor fünf Jahren betritt den Raum und setzt sich auf den ersten Stuhl. Also bin ich jetzt das zukünftige Ich (Steve 2012) und schaue zurück auf mein früheres Ich (Steve 2007). Ich nehme mir einen Moment um mich daran zu erinnern, wie mein Leben vor fünf Jahren genau ausgesehen hat und was der frühere Steve gerade erlebt. Jetzt stellt er mir Fragen über seine Zukunft (meine Gegenwart) und ich antworte ihm. Wenn ich so zurückblicke, dann erstaunt es mich oft, wie trivial leicht mir seine Herausforderungen heute erscheinen – auch wenn ich mich daran erinnern kann, dass sie damals viel größer erschienen, als ich noch in seinen Schuhen steckte. Ich nehme mir die Zeit um dem Steve 2007 zu versichern, dass alles gut werden wird für den Steve 2012. Ich lasse ihn auch wissen, welche Dinge ich noch nicht gelöst habe und woran ich noch arbeite.

Dann unternehme ich noch einen weiteren Schritt und springe fünf Jahre in die Zukunft. Jetzt bin ich also Steve 2017 und sitze vor Steve 2012. Ich blicke von der Zukunft aus zurück auf meine aktuelle Situation – aus einem Blickwinkel, wo ich bereits meine größten Herausforderungen gelöst habe. Jetzt sehe ich den Steve 2012 die selben Fragen stellen, die ich vorher schon Steve 2017 gestellt habe und ich kann sie ihm mit Sicherheit und Selbstvertrauen beantworten.

Dann stelle ich mir uns alle drei im Raum vor (Steve 2007, Steve 2012, Steve 2017) und wie unsere Körper lichtdurchlässig werden. Wir gehen in einander und vermischen uns mit einem hellen Blitz zu einer Person. Wenn das passiert, bin ich oft von den dabei freiwerdenden Gefühlen überwältigt – es fühlt sich jedes Mal etwas anders an. Wir werden ein Ganzes, ein einzelnes Wesen, das außerhalb der Zeit existiert, aber das zertrennt wurde um Wachstum und Veränderung erleben zu können.

Wenn ich nun langsam aus der Meditation zurückkehre, dann fühle ich mich sehr friedvoll und ruhig. Aber der wichtigste Nutzen ist das Gefühl eins zu sein, eine Empfindung, dass ich mehr als nur ein physisches Wesen bin, dass sich vorwärts durch die Zeit bewegt. Ich fühle mich wie ein komplettes Wesen, das zu allen Zeiten existiert und nur gerade sein Bewusstsein auf eine bestimmte Zeit konzentriert um diese umfassend zu erleben. Wenn ich mich in diesem Bewusstseinszustand befinde, dann sehe ich das Hier und Jetzt als etwas, das sich in mir befindet – im Kontrast zu der üblichen Wahrnehmung, dass man eine Person ist, die sich im aktuellen Moment der Realität befindet. Das hat den Effekt aktuelle Sorgen aufzulösen und sie mit einem Gefühl von Ausdehnung und Transzendenz zu ersetzen. Meine neue Wahrnehmung lässt aktuelle Probleme schrumpfen, was es für mich viel leichter macht, sie auch lösen zu können – oft geht das erstaunlich einfach.

Ich ermutige jeden, diese Meditation wenigstens einmal auszuprobieren um zu sehen, ob man sie genauso nützlich findet wie ich.