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Nanofabriken

Gestern Abend habe ich einem Treffen der Las Vegas Futuristen beigewohnt, welche eine Diskussiongruppe sind, die sich monatlich trifft, um die Zukunft zu diskutieren. Da ich das erste Mal dabei war, war ich nicht sicher, was ich erwarten sollte, hoffte aber, dass es sich nicht um einen Haufen Teenager aus der Region handelt, die fragen würden, wann wir endlich unsere eigenen Holodecks haben würden.

Glücklicherweise wurde ich angenehm überrascht. Der Gastredner war Chris Phoenix, der Forschungsleiter des Zentrums für verantwortungsbewusste Nanotechnologie. Da er seit 1988 in der Erforschung der Nanotechnologie involviert ist, begleitete uns Chris durch eine faszinierende Reise durch die Möglichkeiten der molekularen Fertigung mit Nanofabriken auf Tischgröße veranschaulichte. Man stelle sich 144 Billiarden winzige Roboterarme vor, die physikalische Objekte Atom für Atom zusammensetzen und in der Stunde etwa ein Kilogramm produzieren. Und da sie in einem Vakuum agieren würden und sie so klein wären, dass man den Effekt der Gravitation in diesem Bereich vernachlässigen kann, könnten sie sich extrem schnell bewegen und jeder von ihnen Millionen von Bewegungen pro Sekunde ausführen.

Am Ende sagte Chris voraus, dass die erste Nanofabrik wahrscheinlich innerhalb von 10-15 Jahren hergestellt werden könnte, aber auch in gerade mal 5 Jahren, wenn eine Organisation wie die US-Regierung ein solches Ziel beschleunigen würde, wie sie es mit dem Manhattan-Projekt getan hat.

Nach dem offiziellen Treffen, gingen acht von uns zusammen zum Abendessen und da ich schließlich neben Chris landete, nutzte ich den Vorteil aus, ihn über Nanotechnologie auszuquetschen. Über den möglichen Nutzen [Anm. d. Red. nur auf Englisch] dieser Technologie zu hören, ist sicher interessant, aber ich wollte wissen, wie solch eine Nanofabrik tatsächlich gebaut werden könnte und wie sie physikalisch funktionieren würde. Ich wurde nicht enttäuscht, da Chris mir viele der Details veranschaulichte, wie er sich die Funktion einer elementaren Nanofabrik vorstellte, etwas, worüber er gerade einen 80-seitigen Bericht geschrieben hatte. Wir diskutierten den Energiebedarf, wie die Roboterarme kontrolliert werden würden, Fehlertoleranz, Elektrostatik und Elektronenpaarbindungen, die abgegebene Wärme und Kühlungsmöglichkeiten und die Transportmöglichkeiten. Am Ende des Abends war ich überzeugt, dass diese Technologie am Rande steht, zur Realität zu werden und nicht nur bloße Science-Fiction ist.

Wenn sich diese Technologie endlich durchsetzt, heißt das nicht nur, dass wir geradezu jedes physikalische Gut auf völlig automatisierte Art produzieren könnten, sondern auch, dass diese Objekte atom-genau hergestellt werden könnten. Chris sagte, dass man möglicherweise einen Computerchip der Größe eines Reiskorns herstellen könnte, der leistungsstärker wäre, als der heute schnellste Supercomputer (welcher derzeit, glaube ich, um die 36 Teraflops schafft) und er würde weniger als einen Cent kosten und könnte in Sekunden gebaut werden.

Natürlich muss ich wahrscheinlich nicht herausstellen, dass es auch eine mögliche dunkle Seite [Anm. d. Red. nur auf Englisch] dieser Technologie gibt, und so ist es fraglich, ob die Menschen dafür bereit sein werden, falls/wenn es so weit ist. Ein Teil von CRNs Arbeit ist es, Politiker dazu zu ermutigen, nun über diese Fragen nachzudenken und Schritte zu unternehmen, um uns sozial und strukturell dafür vorzubereiten, so dass wir nicht unvorbereitet von den Konsequenzen überrascht werden.

Ich kam nicht vor Mitternacht nach Hause. Hmmmm… eine Freitagnacht in Vegas zu verbringen, indem man Nanotechnologie mit einer Gruppe Futuristen diskutiert, während meine Frau zu Hause sitzt und City of Heros mit ihrem Level 36 Verteidiger spielt… Sagt nichts!

Mal was anderes: Ich habe die Existenz dieser Seite noch nicht einmal öffentlich angekündigt, aber dank der Macht des gesprochenen Wortes (und des Spy Network, welches mich konstant überwacht) hat sie sich in noch mehr Blogs verbreitet, inklusive Tom Warfield’s Shareware Life, Micro ISV und jemand hat mir vor einigen Stunden gemailt, dass ich auch in einer Technikgruppe auf yahoo.com erwähnt wurde. Meinen Traffic-Logs zufolge, hatte ich in den letzten vier Tagen 28, 192, 253 und 313 Besucher auf der Seite – sicher nicht riesig, aber eine Menge für eine Seite, die offiziell noch nicht einmal existiert. Dieser Effekt erinnert mich an das Buch The Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können.

Wenigstens muss man sich so nie Sorgen machen, dass ich auf dieser Seite Katzenbilder veröffentliche, da ich keine Haustiere habe (wenigstens keine echten). ;)