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Optimales Denken

Optimales Denken von Rosalene Glickman ist ein Buch, welches ich vor ungefähr einem Jahr gelesen habe. Ich empfehle nicht, dass irgendjemand hier es lesen sollte, weil es eines jener Bücher ist, die sich lesen wie ein Artikel, die man so gestreckt hat, dass ein Buch daraus wurde. Man muss nur das erste Kapitel lesen, um 80% des Buchinhaltes aufzunehmen. Und da ich diese 80% hier aufschreiben werde, muss man nicht mal das tun.

Hier ist das Konzept des optimalen Denkens in wenigen Worten. Suboptimales Denken ist, wenn man sich Fragen stellt wie:

“Wie sieht ein guter/großartiger Weg aus X zu tun?”

oder

“Wie kann ich Y lösen?”

Optimales Denken ist, wenn man sich fragt:

“Wie sieht der beste Weg aus, X zu tun?”

oder

“Wie kann ich Y am besten lösen?”

Es mag wie ein subtiler und unwichtiger Unterschied aussehen, aber wenn man beginnt, diese Regel in seinem Leben anzuwenden, denke ich, wird man ebenso interessante Resultate sehen – so wie ich bei mir.

Wenn man zum Beispiel seinen nächsten Tag plant, könnte man sich selbst fragen (wahrscheinlich unbewusst und nonverbal)

“Was wäre eine gute Möglichkeit, meine Zeit morgen einzuteilen?” Und indem man diese Frage beantwortet, plant man einen vernünftigen Ablauf für sich selbst. Höchstwahrscheinlich ist es aber ein suboptimaler Ablauf. Man sollte stattdessen versuchen sich zu fragen

“Was ist die beste Möglichkeit, meine Zeit für morgen einzuteilen?”

Nun sucht man nach der optimalen Lösung – der besten, statt nur einer guten oder gar großartigen Lösung.

Manchmal fällt einem nicht sofort die beste Lösung zu einem Problem ein. In dieser Situation kann man sich dann fragen:

“Wie würde die beste Lösung aussehen?”

Dann beginnt man Attribute und Einschränkungen aufzuzählen, die die optimale Lösung vorweisen muss. Das hilft dabei, die Liste an Alternativen einzuschränken. Wenn man ein bestimmtes Attribut der optimalen Lösung kennt, kann man alle möglichen Lösungen aussortieren, denen dieses Attribut fehlt.

Wenn wir zurück gehen zu unserem Beispiel, wie man seinen Tag am besten einteilt, kann man vielleicht diese Attribute auflisten:

  • Zeitig aufstehen
  • Sport treiben
  • mindestens 8 solide Stunden arbeiten
  • gesunde Mahlzeiten essen
  • Zeit mit der Familie verbringen
  • etwas tun, das Spaß macht und einen am Abend belohnt
  • sich anstrengen, den E-Mail-Eingang leer bekommen
  • eine Stunde lesen

Dann kann man von diesen Unterzielen aus zurück arbeiten, um den optimalen Plan zusammenzustellen.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass die beste Lösung immer die Ressourcen einbezieht, die einem zur Verfügung stehen. Wenn eine mögliche Lösung unpraktisch ist, dann ist sie sicher nicht optimal. Wenn man also, um seinen Tag optimal zu planen, ein Supercomputer und sechs Stunden Planungszeit benötigt würden, dann ist diese Lösung weit weg von der besten. Man möchte vielleicht die zentralen Einschränkungen in die ursprüngliche Frage einschließen:

“Was ist die beste Möglichkeit meinen morgigen Tag in 20 Minuten oder weniger zu planen?”

Meiner Erfahrung nach ist der beste Anspekt an optimalem Denken, dass es dazu beiträgt, die eigenen Standards anzuheben. Anstatt sich mit suboptimalen Lösungen und mittelmäßigen Ergebnissen abzufinden, verpflichtet man sich, sein Bestes zu geben, aber auf eine Art, die praktisch ist und welche die Realität der eigenen Situation miteinbezieht. Oft wenn man sich selbst fragt:

“Was ist der/die/das beste…”

wird man feststellen, dass der Geist sich auf eine andere Art Lösung fokussiert, als wenn man nach suboptimalen Lösungen gefragt hätte.

Hier sind einige Beispielfragen für optimales Denken, um seinen Geist in die richtige Richtung zu schubsen:

  • Was wäre die beste Art, meine Zeit gerade zu nutzen?
  • Was wäre der beste Weg für mich, regelmäßig zu trainieren (wann, was, wie)?
  • Was wäre der beste Weg, mich aus den Schulden zu bekommen?
  • Was wäre der beste Weg für mich so schnell wie möglich zusätzliche 10.000 Euro zu verdienen?
  • Was wäre die beste Schule, die mein Kind besuchen könnte?
  • Was wäre der beste Ort, an dem ich leben könnte?
  • Was wäre die beste Art, auf diese E-Mail zu antworten? (Diese sollte man wiederholt nutzen, um den vollgestopften Posteingang zu bereinigen)
  • Was wäre die beste Art für mich, mein Sozialleben zu verbessern?
  • Welches Buch sollte ich als nächstes lesen?
  • Was wäre die beste Charakterklasse, in der ich in City of Heroes spielen könnte?
  • Welcher wäre der beste neue Blog, den ich regelmäßig lesen und allen darüber erzählen sollte?

Wer fragt, bekommt Antworten. Frag’ nach dem Besten.