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Selbstdisziplin: Harte Arbeit

“Das große Geheimnis im Leben ist, dass es kein großes Geheimnis gibt. Was immer dein Ziel ist, du kannst es erreichen, wenn du gewillt bist, zu arbeiten.”
— Oprah Winfrey

Harte Arbeit – noch ein schmutziges Wort.

Definition harter Arbeit

Nach meiner Definition ist harte Arbeit das, was herausfordert. Und wieso ist die Herausforderung wichtig? Warum nicht einfach das tun, was am einfachsten ist?

Die meisten Menschen, werden das tun, was am Einfachsten ist und harte Arbeit vermeiden – und das ist genau der Grund, warum man das Gegenteil machen sollte. Die oberflächlichen Chancen des Lebens werden von ganzen Horden von Menschen ergriffen werden, die das Einfache suchen. Um die viel schwierigeren Herausforderungen wird normalerweise viel weniger Wettbewerb gemacht und daher bieten sie viel bessere Chancen.

Es gibt eine afrikanische Goldmine, die 2 Meilen unter der Erde liegt. Es kostete viele Millionen Dollar, sie zu bauen, aber sie ist eine der lukrativsten Goldminen, die es je gab. Die Minenarbeiter gingen ein herausforderndes Problem mit viel harter Arbeit an, aber schließlich zahlt es sich aus.

Ich erinnere mich an die Zeit, als ich 1999 das PC Spiel Dweep entwickelte und ich 4 Monate verbrachte, um ein Design-Dokument zu erstellen, welches nur fünf Seiten umfasste. Das Spiel war ein logisches Puzzle und ich fand es sehr anspruchsvoll das Design genau richtig hinzubekommen. Nachdem das Design fertig war, dauerte alles andere nur noch zwei Monate – das Programmieren, die Grafiken, die Musik, die Klangeffekte, das Schreiben des Installers und das Spiel zu veröffentlichen.

Ich verbrachte absichtlich soviel Zeit mit dem Design, weil ich zu dieser Zeit glaubte, dass ich damit die Wettbewerbsnische gefunden hatte, die ich suchte. Ich wusste, dass ich auf der Ebene der technischen Attribute des Spiels nicht mit dem Wettbewerb mithalten konnte. Bevor ich mit dem Spiel begann, verschaffte ich mir einen Überblick über den Wettbewerb und fand viele Spiele, die ich als “tief hängende Früchte” betrachtete. Der Markt war überfüllt mit Klonen älterer Spiele, die Art Spiele, die am einfachsten zu machen sind. Und die meisten meiner ersten Spiele waren ebenso wenig liebevoll gestaltet, größtenteils Acarde-/Spielhallenspiele.

Es war viel, viel schwerer ein originelles Spiel mit einer einzigartigen Spielhandlung zu entwerfen. Aber es zahlte sich wunderbar aus. Dweep gewann den Shareware Industry Award 2000 und eine verbesserte Version des Spiels (Dweep Gold) gewann die selbe Auszeichnung im Jahr darauf. Aufgrund des Erfolgs des Spiels, wurde ich von einem Reporter der New York Times interviewt und dieses Interview erschien mit einem netten Foto am 13. Juni 2001 im Geschäftsteil. Veröffentlicht am 1. Juni 1999 beginnt Dweep nun sein 7. Verkaufsjahr. Es kann sich mit der heutigen Technologie nicht messen. Es konnte nicht mit der Technologie mithalten, als es veröffentlicht wurde. Aber es kann sich designmäßig immer noch mit den Besten der anderen Wettbewerbsteilnehmer messen. Ich entdeckte, dass es viele Spieler gibt, die ein gut gestaltetes Spiel mit altmodischen Grafiken, einem Spiel mit flacher Handlung und der neusten Technologie vorziehen. Der Langzeit-Erfolg dieses Spiels beweist, dass harte Arbeit sich auszahlt.

Harte Arbeit zahlt sich aus

Dweep wäre niemals so lange in der Lage gewesen auszuhalten, wenn ich in der Designphase den leichten Weg gegangen wäre. Ich habe zwei Meilen tief nach Gold gegraben und so war es für Andere viel schwerer, das Spiel von seiner Marktposition zu vertreiben. Um das zu tun, mussten sie mich erst ausgraben und nur wenige Leute sind willig, das zu tun, da kreative Spielegestaltung wirklich schwierig ist. Jeder sagt, dass sie eine tolle Spielidee haben, diese aber in etwas Funktionsfähiges, Lustiges und Innovatives umzuwandeln, ist sehr harte Arbeit. Wenn ich mir andere Spiele anschaue, die über eine Zeit von 5 Jahren und mehr erfolgreich sind, sehe ich durchweg den Willen harte Arbeit auf sich zu nehmen, die andere nicht angehen wollen. Und trotzdem ist der Markt heutzutage noch überfüllter mit geklontem Blödsinn als zu der Zeit, zu der ich anfing.

Große Herausforderungen sind im Allgemeinen mit großen Ergebnissen verknüpft. Natürlich kann man ab und zu Glück haben und einen einfachen Weg zum Erfolg finden. Aber wird man fähig sein, diesen Erfolg beizubehalten oder ist er nur ein Glückstreffer? Wird man ihn wiederholen können? Wenn erst andere Menschen lernen, wie es geht, wird man sich dann durch Konkurrenz überflutet finden?

Wenn man sich selbst diszipliniert, das zu tun, was schwer ist, wird man den Zugang zu einem Reich an Ergebnissen auftun, der anderen verwehrt bleibt. Der Wille das zu tun, was schwierig ist, ist wie den Schlüssel zu einer besonderen privaten Schatzkammer zu haben.

Das Gute an der harten Arbeit ist, dass sie universell ist. Es ist egal, in welcher Branche man ist – harte Arbeit kann ohne Beachtung der Besonderheiten genutzt werden, um positive Langzeitergebnisse zu erreichen.

Ich nutze die selbe Philosophie, um mein Unternehmen über persönliche Entwicklung aufzubauen. Ich mache eine Menge schwierige Dinge. Ich versuche Themen anzusprechen, die andere nicht ansprechen und ich versuche an den tief hängenden Früchten vorbei zu gehen. Ich bemühe mich, Themen tiefgründig zu erkunden und suche nach Gold. Ich lese viel und recherchiere viel. Ich schreibe übermäßig lange Artikel und gebe meinen besten Ideen umsonst weiter und so bin ich beständig herausgefordert mein Bestes noch weiter zu verbessern. Ich habe dieses Unternehmen im Oktober letzten Jahres gegründet und arbeite Vollzeit daran ohne tatsächlich bezahlt zu werden.

Nebenbei arbeite ich hart bei Toastmasters, um meine rhetorischen Fertigkeiten aufzubauen (mein erster Jahrestag war am 2. Juni 2005). ich gehöre zwei verschiedenen Clubs an und nehme an 6-7 Treffen pro Monat teil. Ich wurde etwa einen Monat, nachdem ich beitrat, schon zum Vertreter des Vorsitzenden, und nun gerade zum Vorsitzenden gewählt. Ich habe viele Reden gehalten und alle kostenlos. Ich bin in jedem Redewettbewerb angetreten, seitdem ich beigetreten bin. Hätte ich all diese Zeit in mein Spieleunternehmen gesteckt, hätte ich nun viel mehr Geld. Es ist eine Menge harte Arbeit und ich habe sicher noch ein Jahr Übung vor mir, bevor ich ein Profi bin. Aber ich bin bereit, den Preis zu zahlen, was immer es kostet. Ich werde nicht den einfachen Weg zu einer oberflächlichen Stellung einschlagen, von der ich nur wieder abstürzen werde. Ich werde nicht auf eine Bühne steigen und ein paar flockige Selbsthilfe-Happen husten, die zwar immer noch Applaus sammeln und einen Lohnscheck verdienen, aber welche am Ende keinem helfen. Wenn es Jahre dauert, dauert es eben Jahre.

Ich verwende den selben Ansatz, um mein Buch zu schreiben. Es ist eine Menge harte Arbeit. Aber ich will, dass es eine Art Buch wird, welches die Leute noch in 10 Jahren lesen werden. So ein Buch zu schreiben ist 10x schwerer, als die Art Bücher, wie ich sie die Psychologie-Abteilung in den heutigen Bücherläden dominieren sehe. Die meisten dieser Bücher werden aber schon in einem Jahr nicht mehr in den Regalen stehen und nur wenige Leute werden sich an sie erinnern.

Harte Arbeit zahlt sich aus. Wenn jemand was anderes erzählt, dann Achtung! – gleich folgt ein Verkaufsgespräch für etwas “Schnelles und Einfaches”. Je größer die eigene Kapazität für harte Arbeit ist, desto mehr Belohnungen kommen in Reichweite. Je tiefer man graben kann, desto mehr Schätze wird man potentiell finden.

Gesund zu sein, ist harte Arbeit. Eine erfolgreiche Beziehung zu finden und aufrecht zu erhalten ist harte Arbeit. Kinder aufzuziehen ist harte Arbeit. Sich zu organisieren ist harte Arbeit. Sich Ziele zu setzen, Pläne zu schmieden, sie zu erreichen und auf dem Weg zu bleiben ist harte Arbeit. Sogar glücklich zu sein ist harte Arbeit (wahres Glück, welches aus hohem Selbstbewusstsein resultiert, nicht gefälschtes Glück, das aus Verleugnung und Weltflucht resultiert).

Harte Arbeit geht Hand in Hand mit Akzeptanz. Eins der Dinge, die man akzeptieren muss, sind die Teile des eigenen Lebens, die nichts als harter Arbeit unterliegen. Vielleicht hatte man kein Glück darin, eine erfüllende Beziehung zu finden. Vielleicht ist der einzige Weg, dahin, dass man akzeptieren muss, das zu tun, was man bisher vermieden hat. Vielleicht will man Gewicht verlieren. Vielleicht ist es Zeit, zu akzeptieren, dass der Weg zum Ziel verlangt, dass man sich diszipliniert ernährt und Sport treibt (beides harte Arbeit). Vielleicht will man das eigene Einkommen erhöhen. Vielleicht sollte man akzeptieren, dass der einzige Weg dorthin eine Menge harte Arbeit ist.

Das Leben wird eine völlig neue Ebene erreichen, wenn man aufhört, harte Arbeit zu fürchten und zu vermeiden und sich ihr einfach ergibt. Man sollte sie zum Verbündeten, anstatt zum Feind machen. Sie ist ein mächtiges Instrument.

Dies ist der vierte Artikel einer 6-teiligen Reihe: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6