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Sprechpausen eliminieren

Sprechpausen eliminieren zur Verbesserung der Kommunikation

Eine der Redner-Fähigkeiten, die Toastmasters vermittelt, ist, Sprechpausen während des Redens zu eliminieren – ob man nun eine Rede hält, am Telefon oder mit jemandem von Angesicht zu Angesicht spricht.

Sprechpausen sind, wenn man sagt:

  • “Ähm”
  • “Hm”
  • “Naja”
  • “Du weißt schon”

Während das Hirn nach den nächsten Worten sucht, macht der Mund einfach weiter und spuckt sinnlose Silben aus. Brückenwörter wie:

  • und
  • aber
  • so

gehören auch zu den Sprechpausen. Wenn man eines dieser Wörter sagt und auf ihm verweilt, bis man tatsächlich weiß, was man sagen will, handelt es sich um ein Brückenwort.

Eine andere Form der Sprechpause ist ein wiederholtes Wort. Man wiederholt das letzte Wort so lange, bis man herausgefunden hat, was man als nächstes sagen möchte, so wie

“und und und …”

Eine der Rollen bei den Toastmasters-Treffen ist der Äh-Zähler. Die Person, die den Äh-Zähler macht, wechselt jede Woche und ihr/sein Job ist es, die Sprechpausen jedes Redners während des Treffens zu zählen und jedem am Ende des Treffens zu sagen, wie gut wir abgeschnitten hatten.

Das öffnete mir die Augen.

Als ich bei den Toastmasters anfing, hatte ich vielleicht 10-20 Sprechpausen während eines Treffens. Jetzt bin ich bis auf 0-2 herunter. Manche altgedienten Toastmasters-Mitglieder sind so gut geworden, dass sie so gut wie nie Sprechpausen machen. Aber manchen neuen Mitgliedern fällt es schwer, weniger als 10 Pausen pro Minute zu machen, wenn sie sprechen.

Der einfachste Ersatz für eine Sprechpause ist eine stille Pause. Wenn das Hirn aufhört, dem Mund verständliche Wörter zu liefern – einfach aufhören zu reden. Nicht “ähm”, “hm”, “du weist schon”, “sooooo”, usw. sagen. Wenn man sehr an Sprechpausen hängt, fühlt man sich dabei am Anfang erst einmal unwohl, aber man gewöhnt sich schließlich dran.

Einfach immer daran denken: Du musst nicht jede Minute der Redezeit mit Geräuschen füllen.

Sprechpausen lenken in der Kommunikation ab. Sie können dafür sorgen, dass man weniger intelligent und klar klingt. Sie bringen die Aussage durcheinander. Sprechpausen sind Lärm, keine Kommunikation. Man braucht sie nicht und deine Kommunikation wird effektiver sein, wenn du sie eliminierst.

Tipps gegen Sprechpausen

Auf zwei Arten kann man Sprechpausen in der eigenen Kommunikation ausschalten: Bewusstheit und Übung.

Zuerst beginnt man damit, Sprechpausen in der Kommunikation anderer zu suchen. Wenn man die Nachrichten schaut oder eine Talkshow ohne Skript, einfach mal auf die Sprechpausen der Sprecher hören. Es ist erstaunlich, dass manche Menschen kaum Sprechpausen einlegen, während andere sehr viele machen. Man könnte zum Beispiel die “Tonight Show” schauen und würde herausfinden, dass Jay Leno praktisch keine Sprechpausen macht, während Gäste von sehr vielen “Ähms” und “Ahs” geplagt werden.

Selbst einige Profi-Redner verwenden viele Sprechpausen. Ich erinnere mich an das letzte Mal als ich Dr. Wayne Dyer hier in Las Vegas hörte – seine dreistündige Rede war voll mit hunderten von “Ähms” und “Ahs”. Ich habe einen Audiomitschnitt dieser Rede und in seiner ersten Minute auf der Bühne, hatte er schon 10 davon. Während seine Botschaft sehr mächtig war, fand ich seine vielen Sprechpausen störend. In allen Audio-Programmen, die ich je gehört habe, sind Sprechpausen enthalten.

Das nächste Mal, wenn du sprichst, selbst wenn es nur ein Gespräch mit Kollegen und Freunden ist, frage jemanden, ob er auf deine Sprechpausen achtet und sie zählt. Am Ende des Gesprächs wertet man dann aus. Vielleicht ist man sich gar nicht darüber im Klaren, wie sehr diese schlechte Angewohnheit die Kommunikation beeinflusst.

Wenn man sich einmal darüber im Klaren ist, wo man steht, muss man das Eliminieren der Sprechpausen üben. Man muss sich selbst beim Sprechen zuhören, wie man “Ahs”, “Ähms” oder Doppel-Unds ausspuckt. Am besten ist, wenn jemand anderes einen hin und wieder beobachtet (selbst wenn derjenige einen nur in einer Unterhaltung oder bei einem Telefongespräch beobachtet), damit man herausfindet, ob man sich verbessert.

Mit Bewusstheit und Übung kann man diese schlechte Angewohnheit ablegen und die Klarheit der eigenen, ähm, mündlichen Kommunikation verbessern.