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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Stirb nicht – solange die Musik noch in dir spielt ♫♬ …

Was wäre, wenn man gerade ein sehr angenehmes Leben führt und einige Besitztümer hat? Wie kann man rechtfertigen, dass man wegläuft, um zu tun, was einen glücklich macht, wenn man dabei seinen derzeitigen Besitz gefährdet?

Hier sind meine Gedanken dazu…

Wenn man eine komfortable Lebensart aufgibt, die einen nicht tief erfüllt, gibt man eigentlich gar nichts auf. Es gibt nichts von echter Substanz, dass man beschützen müsste. Ein Einkommen, ein Auto, ein Haus oder eine Lebensart sind es nicht wert beschützt zu werden, wenn die Kosten dafür die eigene Erfüllung und das eigene Glück sind. Menschen, die durch Erfolg eine äußere Überfüllung erreichen ohne innerlich erfüllt zu sein, leben nur eine Illusion, wenn sie sich sagen, dass sie etwas zu beschützen haben. In vielen Fällen ist das Gefühl, dass es da etwas gibt, was man beschützen muss, nur eine Entschuldigung, die benutzt wird um der wahren Angst nicht gegenüber treten zu müssen – vielleicht ist all das gar nichts wert, verglichen mit dem, was man verloren hat… dass man vielleicht etwas gewagter leben sollte, anstatt sich zu beunruhigen wegen seiner materiellen Dinge.

Ich habe derzeit einige materielle Dinge in meinem Leben. Ich habe ein Unternehmen, Computer, ein voll abgezahltes Auto und meine Frau und ich schließen eine Treuhandvereinbarung ab auf ein neues Haus, das wir gekauft haben. Aber das sind alles nur Dinge. Sie haben keine Bedeutung. Sie haben keinen wahren Nutzen. Ich wäre glücklich, alles aufzugeben und in einer Bretterbude zu leben, wenn das der Preis wäre, den ich für meine Mission zahlen müsste. Ich möchte in meinem Leben mehr Werte haben, als nur die angeschafften Dinge und das komfortable Leben. Ich sterbe vielleicht reich oder ich sterbe pleite. Aber ich werde nicht mit meiner Musik in mir sterben.

Warum sind wir denn letzen Endes hier? Um Dinge anzuschaffen, komfortabel zu leben, es unseren Familien so bequem wie möglich zu machen und dann zu sterben? Ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, wir können unsere Dinge nicht mit uns nehmen. Unsere bequeme Lebensart hat keinen Bestand.

Und hier ist der schlimmste Teil. Während man so hart arbeitet, um all diese Dinge anzuschaffen und zu beschützen, könnte man unerwartet sterben. Man könnte heute sterben. Man könnte morgen sterben. Vielleicht wird man erst in 70 Jahren sterben. Vielleicht wird das eigene Bewusstsein in einen Androiden transferiert in einigen Jahrzehnten, aber man könnte immer noch durch einen Unfall zerstört werden, sogar wenn man eine Kopie von sich selbst macht. Zumindest ist man in der Gegenwart verwundbar. Täglich werden Menschen vom Tod eingeholt. 150.000 und mehr Menschen starben durch ein Erdbeben und einen Tsunami in Südost-Asien. Wie viele von ihnen wussten Anfang Dezember 2004, dass sie nur noch einige Wochen zu leben hatten? Und was ist mit all den Sachen passiert, die diese Menschen angehäuft hatten – alles zerstört. Fischer oder Tourist – völlig egal. Uns erwartet alle das selbe Schicksal.

Was ist also der Sinn eines Lebens, dass der Anhäufung und dem Beschützen von Dingen gewidmet ist? All das eigene Geld und die eigenen Besitztümer können einem genommen werden von Kräften, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Ganz egal, wie viele Techniken man anwendet, um seine Besitztümer zu schützen, man kann niemals hundertprozentige Sicherheit für seine Dinge garantieren. Sie sind fortwährend verwundbar. Es kann keine wahre Sicherheit geben, in einem Leben das darauf basiert, Dinge anzusammeln und zu beschützen.

Was hat man also zu verlieren? Was riskiert man wirklich, wenn man seinen Träumen folgt? Wenn der momentane Lebensstil einen nicht erfüllt, dann ist man pleite, egal wie viel Geld man hat. Es ist völlig egal ob man 0 Dollar oder eine Million besitzt. Man hat so und so nichts zu verlieren. Geld und materielle Anlagen sind nur Ressourcen, die man nutzen kann, so lange man hier ist – man kann sie nicht mitnehmen. Man ist nur ein zeitlich begrenzter Verwalter des Geldes und der Besitztümer, die im eigenen Leben vorübergehen. Wenn man also Geld riskiert, riskiert man nichts mit einem permanenten Wert. Man verdient Geld, verliert es, investiert es. Aber man sollte materielle Objekte nicht wichtiger machen als die eigene Erfüllung und das eigene Glück.

Wenn man einen Schreibtischjob hat, den man hasst und ihn nur ausführt, um die derzeitige Lebensweise zu verteidigen, dann verteidigt man nichts. Gibt es da nicht einen Teil tief im Inneren, der es sich wünscht, einfach von diesem ganzen Müll wegzulaufen und anzufangen zu leben? Kann man nicht fühlen wie hohl und leer die eigenen Tage sind, völlig ohne Bedeutung? Hat man vergessen, wie es ist, einen Tag wirklich so zu leben, das er einen als Menschen tief erfüllt? Man sollte sich im eigenen Haus mal all diese Dinge anschauen. Man sollte erkennen, dass auf lange Sicht gesehen all das als Staub enden wird. Nichts davon hat Bestand. Es ist alles zeitlich begrenzt. Das eigene Haus wird irgendwann zerfallen. Das Auto wird in auf einem Schrottplatz enden. Am Ende wird man es verlieren. Oder es wird einen verlieren.

Welche Art Leben ist das also – eines das sich verschrieben hat, Staub zu beschützen? Ist es das, um was sich das eigene Leben drehen soll? Wenn man meint, es gibt einen Zweck des eigenen menschlichen Daseins, ist es dieser?

Das Leben ist zu wertvoll, um es zu verschwenden. Wenn man seine Tage in einem Job verbringt, der einen nicht tief erfüllt, dann verbringt man seine Tage, indem man Staub beschützt. Es gibt keinen wirklichen Wert. Dinge können einen nicht erfüllen. Am Ende werden sie einen nur davon abhalten, für seinen eigenen Zweck zu leben.

Was heißt es, wirklich zu leben? Tief drinnen hat man schon eine Ahnung, in welche Richtung diese Antwort für einen selbst liegt. Letztendlich ist es eine Wahl. Man ist absolut frei das Leben zu leben, das man möchte. Aber man weiß erst, wie es ist, richtig zu leben, wenn man so lebt, als hätte man nur noch 18 Monate zu leben. Wenn man einige große Veränderungen in seinem Leben vornehmen würde, wenn man erfahren würde, dass man nur noch 18 Monate zu leben hätte, warum macht man diese Veränderungen dann nicht jetzt? Einer derjenigen, die diesen Artikel lesen, hat wahrscheinlich weniger als 18 Monate zu leben. Vielleicht ist man es selbst.

Leben ist, was für einen selbst wahr ist. Leben ist, was für einen wirklich von Bedeutung ist.

Was für mich von Bedeutung ist – was wahr für mich ist – ist Menschen zu inspirieren und ihnen zu helfen. Ich finde es unheimlich erfüllend, wenn ich jemandem – direkt oder indirekt – helfen kann ein wirklich hartes Problem zu überwinden oder jemanden motivieren kann, ein großes Hindernis auszuräumen. Und diese Erfüllung, die ich daraus ziehen kann, übertrifft all die materiellen Dinge. Mir ist es egal, wieviel Geld ich verdiene. Es ist mir egal, wenn Menschen meine Ideen ablehnen oder sich lustig darüber machen, was mir Spaß macht. Dieser Artikel wird vielleicht von 1000 Menschen gelesen, aber vielleicht helfen die Ideen darin nur einer Person in einem sehr kleinen Umfang. Die anderen 999 schlussfolgern vielleicht, dass ich spinne und melden sich hier ab. Das ist okay. Es ist diese eine Person, für die ich schreibe.

Aber während ich jeden Tag etwas tue, dass mich erfüllt, verwandle ich diese Arbeit in ein Unternehmen, dass meine Familie und mich ernährt und unterstützt. Letztendlich wird es Reden, Informationsprodukte wie Bücher und Audioprogramme enthalten. Also beginne ich das zu tun, was ich liebe und erschaffe daraus eine Einkommensquelle. Je mehr Geld das Unternehmen abwirft, desto mehr Leuten kann ich schließlich helfen. Somit ist das Geld verdienen direkt verknüpft mit meiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung und Erfüllung – sie stehen nicht im Konflikt miteinander. Wenn man selbst tut, was man liebt, dann kann man sicher einen Weg finden, dies in ein Einkommen zu verwandeln – dann kann man seine eigene Kapazität, zu tun, was man liebt, immer weiter vergrößern, je mehr Geld man verdient.

Dieses Konzept – das zu tun, was man liebt – entweder als Angestellter oder als Unternehmer und es in ein Einkommen verwandeln, scheint unwiderstehlich. Wenn man viel Zeit damit verbringt, für sein Geld zu arbeiten, warum kann man dieses Geld dann nicht verdienen, indem man seinen Träumen folgt anstatt Staub zu beschützen?

Wie sieht momentan die persönliche To-Do-Liste aus? Ist sie voll mit Aufgaben, die für einen nicht echt sind? Tippt man Dinge ab, die keine Bedeutung für einen haben, geht zu seelenlosen Meetings, schiebt Papiere und füllt Formulare aus, um Computer zu besänftigen, während man den ganzen Tag in einem Käfig ähnlich dem von Dilbert sitzt? Man kann jederzeit aufhören. Man selbst macht die Regeln.

Welcher Anteil der Aufgaben auf der persönlichen To-Do-Liste wird einen tief erfüllen? Welche Art To-Do-Liste wäre das Wahre für einen? Welche Einträge müsste sie enthalten?

  • Man sollte ein neues Musikstück komponieren.
  • Man sollte etwas Inspirierendes schreiben und es mit Anderen teilen.
  • Man sollte seinem Ehepartner Nachrichten schicken.
  • Sport treiben.
  • Mit den Kindern spielen.
  • Einen Schneemann in Las Vegas bauen (das haben meine Frau und ich gestern getan).
  • Kram rauswerfen.
  • Ein wirklich gutes Buch lesen.
  • Sich für ein lokales Theaterstück bewerben.
  • Ein eigenes Unternehmen gründen.
  • Dem Chef sagen: “„Sprich zur Hand. Ich werde keine seelenlose Arbeit mehr verrichten.”

Man sollte etwas tun, dass einen am Ende des Tages fühlen lässt, dass man wirklich das Beste von sich selbst beigesteuert hat. Man darf wirklich nicht sterben, solange die Musik noch in einem schlummert.