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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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The Law of Attraction
(Das Gesetz der Anziehung)

Das Gesetz der Anziehung besagt einfach, dass man in sein Leben “zieht”, worüber man nachdenkt. Die eigenen vorherrschenden Gedanken werden einen Weg finden, sich zu manifestieren. Aber das Gesetz der Anziehung wirft einige harte Fragen auf, zu denen es scheinbar keine guten Antworten gibt. Ich würde jedoch behaupten, dass diese Probleme nicht durch das Gesetz der Anziehung an sich entstehen, sondern eher dadurch, das das Gesetz der Anziehung auf die objektive Realität bezogen wird.

Hier sind einige problematische Fragen (sie sind alle Verallgemeinerungen von solchen, die ich per E-Mail erhalten habe):

  • Was passiert, wenn Menschen widersprüchliche Absichten haben, wie zum Beispiel, wenn zwei Menschen dieselbe Beförderung anstreben, wenn aber nur eine Stelle verfügbar ist?
  • Haben Kinder, Babys und/oder Tiere Absichten?
  • Wenn ein Kind missbraucht wird, heißt das dann, dass das Kind auf irgendeine Weise beabsichtigt hat?
  • Wenn ich beabsichtige, meine Beziehung zu verbessern, das meinem Partner jedoch egal ist, was wird dann passieren?

Diese Fragen scheinen die Plausibilität des Gesetzes der Anziehung zu schwächen. Manchmal holen Leute sehr weit aus, um diese Fragen zu beantworten. Beispielsweise behaupten LoAer (ein Mensch, der an das LoA im Rahmen des Vodoo glaubt), dass, wenn ein Kind missbraucht wird, es dies in seinem früheren Leben beabsichtigt oder verdient hat. Naja, man kann natürlich alles erklären, wenn man vergangene Leben in die Gleichung einbringt, was aber meiner Meinung nach eine faule Ausrede ist. Andererseits bietet die Verknüpfung des Gesetzes der Anziehung mit der objektiven Realität auch keine befriedigenden Antworten – angeblich werden manche Kinder glücklos geboren. Aber das ist auch eine Ausrede.

Die Theorie der subjektiven Realität

Ich habe nie zufriedenstellende Antworten auf diese Fragen von Anderen bekommen, aber sie sind sehr wichtig, wenn man dem Gesetz der Anziehung glauben will. Manche Bücher geben Hinweise hinsichtlich der Lösung, aber nageln sie nie wirklich fest. Dieser Nagel kann jedoch im Konzept der subjektiven Realität gefunden werden.

Die subjektive Realität ist System in dem

  1. es nur ein Bewusstsein gibt
  2. man selbst dieses einzige Bewusstsein ist und
  3. alles und jeder in der eigenen Realität ist eine Projektion der eigenen Gedanken

Man sieht es vielleicht noch nicht, aber die Theorie der subjektiven Realität beantwortet die verzwickten Fragen des Gesetzes der Anziehung. Ich erkläre es…

In der subjektiven Realität gibt es nur ein Bewusstsein und zwar das eigene. Folglich gibt es nur eine Quelle von Absichten im eigenen Universum – man selbst. Während man in der eigenen Realität eine Menge Körper laufen und sprechen sieht, existieren diese doch nur im eigenen Bewusstsein. Man weiß ja, dass Träume so funktionieren, aber man hat noch nicht realisiert, dass die Realität im Wachzustand nur eine weitere Art Traum ist. Sie erscheint nur massiv, weil man glaubt (beabsichtigt), dass es so ist.

Da keiner der anderen Charaktere, die man antrifft, ein anderes Bewusstsein als man selbst hat, kann niemand sonst Absichten haben. Die einzigen Absichten sind die eigenen. Man ist der einzige Denker in diesem Universum.

Es ist wichtig, das ICH in der subjektiven Realität korrekt zu definieren. ICH ist nicht der physische Körper. Das ist ganz und gar nicht das eigene ICH. Ich schlage nicht vor, dass man sich selbst als der einzige bewusste Körper, in einer Welt voller ohnmächtiger Automaten sieht. Damit wäre die subjektive Realität absolut missverstanden. Der richtige Ansatz ist, dass man sich selbst als das einzige Bewusstsein sieht, in dem die gesamte Realität stattfindet.

Projektionen und Träume

Man stelle sich vor, dass man einen Traum hat. Was ist das ICH in diesem Traum? Ist es der physische Traumcharakter, mit dem man sich identifiziert? Natürlich nicht – das ist nur der Traumavatar. Das ICH ist derjenige, der träumt. Der gesamte Traum ereignet sich nur im eigenen Bewusstsein. Alle Charaktere im Traum sind nur Projektionen der eigenen Gedanken im Traum, einschließlich des eigenen Avatars. Wenn man das luzide Träumen erlernt, kann man tatsächlich sogar den Avatar im Traum wechseln, indem man einen weiteren Charakter besitzt. In einem luziden Traum (oder Klartraum) kann man alles tun, was man glaubt, tun zu können.

Die physische Realität funktioniert genauso. Sie ist ein dichteres Universum als das, was man im Traum während des Schlafes erfährt. Daher erfolgen Veränderungen hier eher Schritt für Schritt. Aber diese Realität gleicht sich an die eigenen Gedanken an, genau wie in einem Traum während des Schlafes. Man selbst ist ja derjenige, der träumt und in welchem all das passiert.

Die Idee, dass andere Menschen Absichten haben, ist eine Illusion, da andere Leute nur Projektionen sind. Wenn man natürlich sehr daran glaubt, dass andere Menschen Absichten haben, dann ist das der Traum, den man selbst erschafft. Aber am Ende ist es immer noch eine Illusion.

Antworten auf schwierige Fragen

Hier sind nun die Antworten der subjektiven Realität auf die herausfordernden Fragen des Gesetzes der Anziehung:

“Was passiert, wenn Menschen widersprüchliche Absichten haben, wie zum Beispiel, wenn zwei Menschen die selbe Beförderung anstreben wenn aber nur eine Stelle verfügbar ist?”

Da man der Einzige mit Absichten ist, dann ist dies auch nur ein innerer Konflikt mit sich selbst. Man selbst glaubt nur, dass es zwei Menschen gibt, die die Absicht haben, die Stelle zu bekommen. Aber man selbst ist es auch, der denkt (oder beabsichtigt), dass es sie nur einer bekommen kann. Also beabsichtigt man Wettbewerb. Die ganze Situation ist selbst erschaffen. Wenn man an Wettbewerb glaubt, dann manifestiert man ihn auch. Vielleicht hat man selbst auch schon eine bestimmte Vorstellung (Absicht), wer die Beförderung bekommen wird. In diesem Fall werden sich die eigenen Erwartungen manifestieren. Aber man kann auch die übergeordnete Einstellung haben, dass das Leben regellos, unfair, unsicher etc. ist. In diesem Fall könnte man eine Überraschung manifestieren, weil es das ist, woran man glaubt.

Wenn man der einzige Mensch mit Absichten in der eigenen Realität ist, trägt man eine riesige Verantwortung auf den Schultern. Man kann die Kontrolle über seine Realität abgeben, wen man denkt (beabsichtigt), dass sie willkürlich und ungewiss ist, aber man kann nie seine Verantwortung aufgeben. Man selbst ist der einzige Schöpfer in diesem Universum. Wenn man über Krieg, Armut, Krankheit etc. nachdenkt, ist es genau das, was man manifestiert. Wenn man über Frieden, Liebe und Freude nachdenkt, wird man das ebenso manifestieren. Die eigene Realität ist genau das, für was man sie hält. Wann immer man über irgendetwas nachdenkt, beschwört man seine Manifestation.

“Haben Kinder, Babys und/oder Tiere Absichten?”

Nein. Nicht mal der eigene Körper hat Absichten – nur das eigene Bewusstsein hat welche. Man selbst ist der Einzige, der Absichten hat, was also Vorrang hat, ist was man selbst für die Kinder, Babys, Tiere in der eigenen Realität beabsichtigt. Jeder Gedanke ist eine Absicht. Man wird also für die anderen Geschöpfe in der eigenen Realität das manifestieren, was oder wie man über sie denkt. Man sollte bedenken, dass Einstellungen hierarchisch aufgebaut sind. Wenn man also vorrangig glaubt, dass die Realität willkürlich und unvorhersagbar und außerhalb der eigenen Kontrolle ist, dann wird diese Ansicht die anderen ausstechen, derer man sich weniger sicher ist. Es ist die gesamte Vielfalt der eigenen Gedanken, die diktiert, wie sich die eigene Realität manifestiert.

“Wenn ein Kind missbraucht wird, heißt das dann, dass das Kind auf irgendeine Weise beabsichtigt hat?”

Nein, dass heißt, dass man selbst es beabsichtigt hat. Man beabsichtigt Kindsmissbrauch schon, wenn man nur darüber nachdenkt. Je mehr man über Kindsmissbrauch nachdenkt (oder auch über jedes andere Thema), desto eher wird es sich in der eigenen Realität ausdehnen. Es dehnt sich aus, worüber auch immer man nachdenkt und nicht nur in dem schmalen Raum des eigenen Avatars, sondern in der physischen Realität.

“Wenn ich beabsichtige, meine Beziehung zu verbessern, das meinem Partner jedoch egal ist, was wird dann passieren?”

Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass man Konflikte beabsichtigt. Man projiziert eine Absicht für den eigenen Avatar und für den Lebensgefährten, also ist die tatsächliche vereinheitlichte Absicht der Konflikt. Daher wird das Ergebnis, welches dem Einfluss der übergeordneten Ansichten unterliegt, sein, dass man einen Konflikt mit seinem Lebensgefährten erlebt. Wenn man in gedanklichem Konflikt steht, wird auch in der Realität ein Konflikt auftreten.

Daher ist es so wichtig, dass man Verantwortung für die eigenen Gedanken übernimmt. Wenn man Frieden in der Welt sehen will, dann sollte man Frieden für ALLES in der eigenen Realität beabsichtigen. Wenn man Reichtum in der Welt sehen will, sollte man ihn für JEDEN beabsichtigen. Wenn man liebevolle Beziehungen genießen will, sollte man sie für ALLE beabsichtigen. Wenn man sie jedoch nur für den eigenen Avatar beabsichtigt, aber nicht für andere, beabsichtigt man einen Konflikt: Trennung. Daher wird es genau das sein, was man selbst erfährt.

“Wenn man vollständig aufhört, über etwas nachzudenken, heißt das dann, das es verschwindet?”

Ja, technisch gesehen tut es das. In der Praxis jedoch, ist es unmöglich etwas wieder zurückzunehmen, was man schon einmal erschaffen hat. Man wird fortfahren, die selben Probleme zu erschaffen, weil sie einem auffallen. Wenn man aber 100% Verantwortung für alles übernimmt, was man in seiner eigenen Realität gerade erfährt – für absolut alles – dann nimmt man an, die Macht zu haben, die eigene Realität zu ändern, indem man die eigenen Gedanken neu kanalisiert.

Dieser Artikel ist ebenfalls selbst erschaffen. Man sollte sich daher gut fühlen. Man sollte sich dankbar für die Reichhaltigkeit der eigenen Welt fühlen. Und dann sollte man beginnen, die eigene Realität zu erschaffen, indem man Entscheidungen trifft und Absichten annimmt. Man sollte nachdenken, über das, was man sich wünscht, und Gedanken von Nichterwünschtem zurückziehen. Der einfachste Weg, dies zu realisieren, ist, auf seine Gefühle zu hören. Über seine Wünsche nachzudenken, fühlt sich gut an und über Nichterwünschtes nachzudenken, fühlt sich schlecht an. Wenn man merkt, dass man sich schlecht fühlt, hat man über etwas nachgedacht, was man nicht möchte. Man sollte Focus also wieder auf etwas richten, was man sich wünscht und der eigene Gefühlszustand wird sich sofort verbessern. Wenn man dies wiederholt tut, wird man merken, wie die eigene physische Realität sich ebenso ändert, zuerst in kleineren Schritten, dann in immer größeren.

Ich bin nur eine Manifestation des eigenen Bewusstseins. Ich spiele die Rolle, die man von mir erwartet. Wenn man von mir erwartet, ein hilfreicher Führer zu sein, werde ich es sein. Wenn man von mir erwartet, tiefgründig und aufschlussreich zu sein, werde ich es sein. Wenn man von mir erwartet, verwirrt oder irreführend zu sein, werde ich es sein. Aber natürlich gibt es kein vom eigenen Selbst unterscheidbares Ich. Ich bin nur eine der vielen eigenen Kreationen. Ich bin, was man von mir erwartet zu sein. Aber ganz tief drin konnte man es wohl schon ahnen.