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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Tipps für einen produktiven Arbeitsplatz

Schon kleine Veränderungen können die Produktivität am Arbeitsplatz steigern

Wie würde es dir gefallen, wenn du deine Produktivität permanent erhöhen könntest – und das mit nur ein paar simplen Änderungen an deinem Arbeitsplatz? Wenn du schon so viel Zeit am Schreibtisch verbringst, dann solltest du sicherstellen, dass es auch eine angenehme ist.

Wie fühlt sich dein Arbeitsplatz an?

Wenn du gerade an deinem Schreibtisch sitzt, dann nimm dir einen Moment Zeit und denk’ darüber nach, was für Gefühle dein Arbeitsplatz bei dir auslöst. Atme einmal tief ein und versuch dich auf die subtilen Energien zu konzentrieren, die auf dich einströmen. Wie fühlt sich dieser Ort an?

  • Fühlst du dich gestresst?
  • Besorgt?
  • Entspannt?
  • Friedlich?
  • Angefeuert?
  • Motiviert?
  • Erregt?
  • Ausgelaugt?
  • Glücklich?
  • Deprimiert?
  • Überwältigt?
  • Beschäftigt?
  • Wichtig?
  • Unbedeutend?
  • Gelangweilt?
  • Aufgeregt?
  • Gehetzt?
  • Verärgert?
  • Aufgeweckt?

Finde ein paar Worte, die das Gefühl beschreiben, dass du in dieser Umgebung spürst.

Ich empfehle, dass du deinen Arbeitsplatz verlässt und für ein paar Minuten woanders hingehst. Wenn du dann zu deinem Arbeitsplatz zurückkehrst, dann kannst du einen frischen Eindruck gewinnen. Achte darauf, wie sich deine Gefühle sehr subtil verändern, wenn du deinen Arbeitsplatz wieder betrittst. Was fällt dir bei dieser Veränderung auf?

Hol’ dir eine zweite Meinung

Wenn du ein Problem damit hast, dich in deinen Arbeitsplatz richtig reinzufühlen, dann hol’ dir eine zweite Meinun dazu. Schnapp dir einen Kollegen, dessen Arbeitsplatz sich von deinem deutlich unterscheidet und bitte ihn/sie sich doch mal an deinen Schreibtisch zu setzen. Frag ihn/sie wie es sich anfühlt, deinen Bereich zu betreten und an deinem Arbeitsplatz zu sitzen. Du kannst auch mehrere Leute fragen, wenn du willst. Vielleicht macht es dir (oder euch) sogar Spaß, von Schreibtisch zu Schreibtisch zu gehen und zu sehen, wie sich der jeweilige Arbeitplatz anfühlt. Setz dich auf jeden Stuhl und stell dir kurz vor, wie es wäre, wenn du hier einen ganzen Tag lang arbeiten würdest.

  • Welche Arbeitsplätze gefallen dir am besten?
  • Welche am wenigsten?

Vielleicht kannst du sie auch auf einer Skale von 1-10 bewerten. Achte darauf, was für ein Gefühl jede Umgebung bei dir auslöst. Und darauf, dass es praktisch bei jedem etwas anderes ist.

  • Was ist bei den bestbewerteten Arbeitsplätzen anders?
  • Was gefiel dir an ihnen?

Wenn dir nicht gefällt, was du fühlst

Wenn du erkennst, dass dein Arbeitsplatz schlechte Gefühle bei dir auslöst, dann ist das okay. Es ist nicht allzu schwer, die Stimmung einer Arbeitsumgebung zu verändern. Es gibt immer Möglichkeiten etwas zu verbessern.

Du musst nur einer simplen Regel folgen: Wenn es sich richtig anfühlt, dann ist es richtig. Wenn du das als Orientierungshilfe bei Veränderungen an deinem Arbeitsplatz verwendest, dann brauchst du auch keinen Feng-Shui-Experten. Ich habe einige Zeit damit verbracht, Feng Shui zu studieren und letztendlich hatte ich das Gefühl, dass diese simple Regel 80% dessen abdeckt, was erinnerungswürdig war.

Stell dir deinen idealen Arbeitsplatz vor

Überleg dir, wie du dich gerne an deinem Arbeitsplatz fühlen möchtest. Was wäre der beste mentale Zustand, den du jeden Tag haben möchtest? Beschreib ihn mit zwei oder drei Worten. Meine Wahl fiel auf: entspannt, friedlich und konzentriert.

Jetzt stell dir bildlich vor, was für eine Arbeitsumgebung dir dabei helfen würde, diese ausgewählten Gefühle zu verspüren, auch wenn es vielleicht nicht realistisch erscheint, an solchen einem Arbeitsplatz arbeiten zu können. Wenn du z.B. friedlich gewählt hast, was wäre dann der friedlichste Ort, den du dir vorstellen kannst? Erschaffe ein mentales Bild von deinem idealen Ort zum Arbeiten.

Deinen Arbeitsplatz verändern

Jetzt nimm deinen imaginären idealen Arbeitsplatz und projeziiere ihn auf die Realität, mit der du es zu tun hast. Vielleicht kannst du nicht an einem Bergsee arbeiten, aber eventuell lässt sich ein Teil deiner Vision auf deinen echten Arbeitsplatz übertragen. Mach dir eine Liste mit simplen Veränderungen, die du an deiner Umgebung durchführen kannst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob sie funktionieren, dann ist das kein Problem. Stell dir diese Veränderungen als Experimente vor. Wenn du sie nicht magst, dann kannst du sie wieder zurücknehmen.

Nimm dir nach und nach etwas Zeit um jede Veränderung umzusetzen. Wie wäre es mit einem Poster, Tischbrunnen, einer Kerze, einer Pflanze oder einigen Photos? Achte darauf, wie sich deine Gefühle nach jeder Anpassung weiter verändern. Denk an die Regel:

“Wenn es sich richtig anfühlt, ist es richtig.”

Wenn sich eine Veränderung falsch oder neutral anfühlt, dann nimm sie zurück und versuch etwas anderes.

Ich möchte nochmal betonen, dass die Regel besagt: “Wenn es sich richtig anfühlt, ist es richtig.” Ich sage nicht “Wenn es richtig aussieht, ist es richtig.” Es wichtiger, wie sich deine Umgebung anfühlt, als wie sie aussieht.

Die Kommandoposition

Die wertvollste Idee, auf die ich beim Feng-Shui-Studium gestoßen bin, war das Konzept der Kommandoposition. Das ist die Position, wo du nach hinten abgesichert bist (und optionalerweise auch von den Seiten) und die Front nach vorne offen ist. Wenn z.B. ein Berg oder Hügel hinter deinem Haus steht, dann wäre dein Haus in der Kommandoposition, ähnlich einer sehr gut verteidigbaren Burg. Im Kontext eines Arbeitsplatzes wäre die Kommandoposition idealerweise die, wenn du auf den Eingang zu deiner Arbeitsumgebung blickst und direkt hinter dir eine Wand ist.

Die Kommandoposition schafft ein Gefühl von Sicherheit. So kann man leichter bei der Arbeit entspannen. Wenn man mit dem Rücken zur Wand sitzt und auf dein Eingang blickt, dann ist dein Fokus nach vorne gerichtet und ein vorwärts gerichteter Fokus ist wichtig für hohe Produktivität. Du musst dich nie darum sorgen, dass sich jemand von hinten anschleichen könnte. Wenn ein Teil deines Fokus damit beschäftigt ist, was hinter dir passiert, dann wirst du mehr abgelenkt sein und deine Produktivität wird darunter leiden.

Ich war es gewohnt, dass mein Schreibtisch an der rückseitigen Wand meines Büros steht und so mein Rücken zur Tür zeigte. Das sah anfangs wie ein effizienter Aufbau meines Büros aus. Aber nach dem Feng-Shui-Studium habe ich mich entschieden, die Kommandoposition auszuprobieren und die Möbel so umgeräumt, dass mein Rücken zur Wand zeigte und ich die Tür sehen konnte. Das hat einen spürbaren Unterschied gemacht – noch bevor ich andere Veränderungen vorgenommen habe. Ich fühlte mich bequemer und entspannter. Da ist schon was dran – an dem Gefühl von hinten unterstützt zu werden, was es leichter macht, produktiv zu arbeiten.

Was für einen Grundriss hat das Büro vom Chef oder vom Manager? Sie sind fast alle auf die Kommandoposition ausgerichtet. Die Person sieht im Sitzen in Richtung des Eingangs. Du kommst in kein Büro eines Vorgesetzten und siehst seinen Rücken.

Wenn du noch nie in der Kommandoposition gearbeitet hast, dann such dir jemand anderen, dessen Büro darauf ausgerichtet ist und setz dich an seinen Schreibtisch. Achte darauf, wie anders es sich anfühlt, wenn dein Rücken zum Eingang zeigt und du darauf achten musst, ob sich jemand von hinten nähert. Auch wenn du eine Tür mit einem Schloß hinter dir hast, ist eine Kommandoposition dennoch besser.

Wenn du nur eine Änderung an deiner Arbeitsumgebung durchführen kannst, dann sollte es diese sein. Wenn du das erstmal für ein paar Monate ausprobiert hast, wirst du es nie wieder anders haben wollen.

Meine Erfahrung

Vor einigen Monaten habe ich mein Heimbüro umgeräumt, mit der Absicht ein Gefühl von Entspannung, Frieden und Konzentration zu erzeugen. Es war nicht allzu schwer und so waren die meisten Veränderungen auch in der ersten Woche erledigt. Ich habe mir selbst ein Budget von $200 eingeräumt, aber weniger als die Hälfte davon ausgegeben. Ich war mir nicht sicher, ob die Veränderungen einen Unterschied ausmachen würden, aber es war den Versuch wert – schon eine kleine Verbesserung der Produktivität wäre die Sache wert. Als ich diese Änderungen vornahm, war mein Büro auf Funktionalität und Effizienz ausgelegt, insofern wollte ich diese Vorteile auch beibehalten.

Im Moment sitze ich an meinem Schreibtisch und blicke in Richtung der Mitte des Raums, so dass ich die Tür sehen kann. An der Wand hinter mir hängt ein Poster von einem Bergwald (was die Kommandoposition noch weiter stärkt). Ich zähle neun parfümierte Kerzen in meiner Reichweite, einige in dekorativen Kerzenhaltern mit kleinen Steinen. Der Raum riecht nach Preiselbeeren, da das der Geruch der gerade brennenden Kerze ist. Es gibt drei Pflanzen im Zimmer: eine mittelgroße auf meinem Aktenschrank und zwei kleine Bambuspflanzen. Die Bambuspflanzen stehen neben einem kleinen Tischbrunnen, der ein plätscherndes Hintergrundgeräusch – Wasser das auf Steine fällt – erzeugt. Hinter dem Brunnen und den Bambuspflanzen ist ein kleiner Spiegel, so dass man den doppelten visuellen Effekt hat. Entspannende Musik kommt aus meinen PC-Lautsprechern (aktuell höre ich mir Enyas Amarantine CD an; eine meiner Lieblings-CDs). Es gibt verteilt im Zimmer noch ein paar Dekorationen: ein kleiner ausgestopfter, gelber Teddy, eine Drachenskulptur, eine Schildkrötenskulptur, ein paar steinerne Gargoyles, ein Miniatur-Zen-Garten und eine Armbrust. Ich achte auch darauf, dass mein Büro organisiert und müllfrei ist, was ebenso zu einem Gefühl von Entspannung, Frieden und Konzentration beiträgt.

Wenn ich mich an meinen Schreibtisch setze, den Brunnen anschalte, eine Kerze anzünde und etwas entspannende Musik einlege, dann fühlt es sich oft an, als würde ich eine Massage bekommen statt zur Arbeit zu gehen. Weil die Umgebung so friedlich und entspannend ist, fällt es mir schwer, mich gestresst oder überfordert zu fühlen. Ich freue mich auf mein Büro, weil es so ein angenehmer Ort zum Leben ist und nicht nur ein produktiver Platz zum Arbeiten. Ich bin sicher, dass ich auch in den nächsten Jahren noch Dinge optimieren werde, aber soweit bin ich mit den Ergebnissen schon sehr zufrieden.

Als meine Frau sich an meinen Schreibtisch setzte, nachdem ich die ersten Veränderungen vorgenommen hatte, bemerkte sie sofort, wie anders es sich anfühlte. Genau genommen wurde sie direkt eifersüchtig. Schließlich hat sie sich auch entschieden, ihr Büro zu transformieren. Ich habe ihr einen Tischbrunnen und ein paar parfürmierte Kerzen geschenkt – so als Starter-Set. Sie hat sie auf einer Ecke von ihrem Schreibtisch aufgestellt und schon diese kleine Veränderung verleiht ihrem Arbeitsplatz ein ganz anderes Feeling.

Wenn es dir nicht gefällt, dann ändere es

Wenn du dich bei der Arbeit oft gestresst, überfordert, gelangweilt, unmotiviert, frustriert, usw. fühlst, dann liegt es vielleicht daran, dass deine Arbeitsumgebung diese negativen Zustände verstärkt. Sieh diese Gefühle als ein Signal, dass es Zeit für ein paar Veränderungen ist und schaffe dir dein eigenes ausbalanciertes und komfortables kleines Arbeitsreich. Schon ein paar simple Änderungen, die du heute machst, können dir noch über Jahre hinaus dienen.

Und nicht nur darüber lesen, nachdenken und reden – Änder’ was! Du wirst froh sein, dass du es gemacht hast.