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Tithing – Ein Zehntel spenden

Wie wäre es mit einer Spende für den Tierschutz?

Im Englischen bedeutet “Tithing”, dass man 10% seines Einkommens (“tithe” bedeutet “Zehntel”) für gewöhnlicherweise gute Zwecke spendet. Einige Leute schwören absolut darauf und betrachten diese Angewohnheit als einen integralen Bestandteil auf dem Weg zu mehr Wohlstand.

Die Vorteile von Tithing:

  • Überwindung eines Mindsets das von Mangel geprägt ist
    Tithing hilft dir ein besseres Überfluss-Bewusstsein zu bilden. Indem du 10% von deinem Einkommen weggibst, programmierst du dein Unterbewusstsein darauf an Überfluss zu glauben. Das macht dich offener und empfänglicher dafür, Geld zu bekommen. Wenn du im Überfluss denkst, dann wirst du auch viel wahrscheinlicher Überfluss erleben.
  • Unterstützung eines guten Zwecks
    Wenn du das Geld für einen guten Zweck spendest, dann kannst du so finanziell eine Sache unterstützen, die dir wichtig ist.
  • Größerer Wohlstand
    Wann immer du mehr Geld verdienst, erhöht sich auch deine Spende und dein guter Zweck bekommt mehr Unterstützung. Das ist für einige Menschen extrem motivierend.

Persönlich glaube ich, dass einige Menschen sich etwas zu sehr darauf versteifen und den wahren Sinn aus den Augen verlieren. Zu oft erlebe ich Menschen, die sich schuldig fühlen, weil sie nichts spenden (oder nicht genug). Oder sie entwickeln eine Liebe-Hass-Beziehung dazu und fühlen sich verpflichtet zu spenden, auch wenn sie gemischte Gefühle dazu haben. Sie denken, sie sollten etwas spenden, aber so richtig wollen, tun sie es nicht.

Es ist absolut in Ordnung nichts zu spenden. Wenn du nicht das Bedürfnis verspürst, dann mach dich deswegen nicht fertig. Löse dich von dem Schuldgefühl und vergib dir selbst. Nichts zu spenden, macht aus dir keinen schlechten Menschen.

Tithing muss aus einem Zustand des Überflusses heraus geschehen. Wenn beim Spenden in dir Gefühle von Mangel herrschen, dann wird das Tithing nur zu einer Quelle von Inkongruenz und Schmerz für dich werden.

Betrachten wir den wahren Sinn des Tithing. Der Sinn beim Spenden ist der Dienst am Allgemeinwohl. Aber eine Spende ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie man dem Wohl aller dienen kann und nicht die einzige. Es gibt viele andere Möglichkeiten, wie man sich einbringen kann:

Hier sind ein paar Ideen:

  • Zeit aufbringen
    Spende Zeit für einen Zweck, der dir würdig erscheint. Hilft bei etwas mit.
  • Informiere andere
    Schreib Artikel oder starte einen Blog, wo du dein Wissen kostenlos mit anderen teilst, die davon profitieren könnten.
  • Nutz dein Talent
    Nutze deine Fähigkeiten um jemanden zu helfen, der es sich nicht leisten kann, dafür zu bezahlen.
  • Danksagung
    Lächle andere an. Sag jemanden heute etwas Nettes. Lobe jemanden, wenn er etwas gut gemacht hat.
  • Ermutigung
    Unterstütz die Menschen um dich herum. Lass andere wissen, dass du dich um sie sorgst.
  • Gedanken teilen
    Wünsch anderen das Beste. Bete oder meditiere für andere, wenn solche Methoden für dich von Bedeutung sind.

Geld ist nicht der einzige Weg, etwas zurück zu geben. Meiner Meinung nach ist Geld sogar die niedrigste Form des Gebens im Vergleich mit den oben genannten Möglichkeiten. Ich finde, die anderen Formen des Gebens machen viel mehr Spaß.

Kongruent spenden

Ich habe in der Vergangenheit Geld an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet, aber ich habe mich damit nie wirklich wohlgefühlt, weil es viele wohltätige Zwecke gab, die ich nicht gern unterstützen wollte. Zum Beispiel fühle ich mich nicht wohl, Wohltätigkeitsorganisationen zu unterstützen, die medizinische Tests durchführen, indem sie in grausamen Experimenten Tiere foltern. Ich finde nicht, dass solche Organisationen wirklich dem “höchsten Wohl aller” dienen und es wäre inkongruent mit meinen persönlichen Werten, wenn ich sie unterstütze. Ich verstehe, dass andere Menschen da eine völlig andere Meinung zu diesem Thema haben, aber wenn ich eine Wohltätigkeitsorganisation unterstütze, dann möchte ich das ihr Bereich kongruent zu meinen Werten ist. Wenn ich den Zweck unterstütze, den sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, dann muss ich auch alles im Hintergrund unterstützen können. Wenn sich da irgendetwas im Zusammenhang mit Grausamkeit, Krieg, Gier oder anderen aus Mangel-Gedanken heraus entstehenden Themen findet, dann werde ich nicht noch Wasser auf ihre Mühlen giessen.

Die Absicht, die sich hinter deinen Spenden versteckt, ist wichtiger als das tatsächliche Geben. Spende auf eine Weise, die dich gut und nicht schuldig fühlen lässt. Und wenn du aktuell keine Möglichkeit kennst, etwas zu spenden, was sich mit deinen Werten vereinbaren und dich gut fühlen lässt, dann gib die Intention an das Universum raus, dass demnächst eine ehrbarer Zweck in deinem Leben erscheinen soll.

Tithing und darüber hinaus

Während ich an mir gearbeitet habe, um Gedanken über Mangel abzuschütteln, habe ich auch irgendwann das Tithing sein gelassen und dafür mein ganzes Leben auf das ausgerichtet, was ich als das Beste für alle betrachte. Ich dachte mir, wenn ich Geld für einen guten Zweck spende, dann rede ich mir doch selber ein, dass mein Leben an sich weniger wert ist. Das muss nicht unbedingt auch für dich wahr sein, aber wenn ich mich ging, dann erkannte ich, dass es für mich wahr ist. Ich fühlte mich besser mit 10%, die ich weggab, als mit den 90%, die ich selber nutzte. Ich wusste, ich kann das besser.

Anstatt für “bessere” Zwecke zu spenden, wollte ich, dass mein Leben selbst zu einem wohltätigen Zweck wird. Es machte mich traurig, dass nur 10% meines Geldes einem höheren Zweck dienten. Klar, es ist besser als 0%, aber warum nicht 20% oder 50% oder sogar 100%? Um diese höheren Prozentsätze zu erreichen, musste ich meine Karriere komplett verändern, was ich auch dann bewusst getan habe, als ich mich von der Spieleentwicklung hin zur Persönlichkeitsentwicklung bewegt habe. Ich sehe, dass ich in diesem Bereich dem Allgemeinwohl viel direkter und zielgerichteter dienen kann.

Ausgleich schaffen

Eine meiner Herausforderungen war das Ausbalancieren zwischen Geben und Nehmen. In den letzten Jahren habe ich mich sehr viel mit der Geben-Seite beschäftigt und mir wenig des Nehmens gegönnt. Ich habe sehr hart gearbeitet (mehr als 200 originaler Artikel) und viel weniger verdient als in den Jahren davor. Aber ich habe erkannt, dass es nicht sinnvoll ist, für diesen Zweck zum Märtyrer zu werden und dass ich den einschränkenden Gedanken des Entweder-Oder erliege. Ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen war also wirklich nötig. Für mich bedeutet das, dass ich einen größeren Überfluss in mein Leben einlade und diesen zeitgleich in den Dienst für das Wohl aller stelle.

Ich dachte erst, dass die Optimierung des Gebens automatisch dazu führen muss, dass die Nehmen-Seite suboptimal abgedeckt wird – und umgekehrt. Ich habe aber inzwischen gelernt, dass das eine falsche Annahme war. Tatsächlich befinden sich beide Optima am selben Platz. Der Konflikt zwischen beiden entsteht nur, wenn man denkt, es gäbe einen.

Ich denke nicht mehr in Begriffen wie “Geben” und “Nehmen”. Sie sind für mich miteinander verschmolzen.

Es gibt einen Ort, wo das Geben schmerzlos und das Nehmen selbstlos ist. Finde diesen Ort in deinem eigenen Leben und beweg dich auf ihn zu. Wenn du das machst, werden sich deine Mangel-Gedanken auflösen und ein Überfluss-Mindset wird an ihre Stelle treten.