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Warum zuviel Neugier ineffizient ist

Neugier ist der Katze Tod.

Ein Zeitleck, das ich bei mir feststellen musste, ist das zu häufige Überprüfen diverser Dinge. Ich hatte es schon geschafft, meine E-Mails nur einmal pro Tag abzuarbeiten, aber bemerkte dann, dass ich immer noch Dinge wie Blog-Kommentare, Feeds, Werbeeinnahmen, Verkäufe über meine Games-Website, Web-Traffic und andere Statistiken mehrfach am Tag in zufälligen Abständen überprüfe.

Auf der einen Seite ist es toll, minutenaktuelle Informationen verfügbar zu haben, aber das ständige Überprüfen, dieser sich ständig ändernden Informationen, kann schnell eine Menge Zeit verbrauchen, wenn man es zu exzessiv betreibt. An manchen Tage hatte ich das Gefühl, als hätte ich mir den Neugierde-Virus eingefangen, weil ich ständig die neusten Zahlen wissen wollte – ohne besonderen Grund. Ich ertappte mich dabei, wie ich unbewusst verschiedene Zahlen viel häufiger überprüft habe, als es nötig gewesen ist. Vielleicht ist das eine kuriose Form der Perfektion.

Ich entschied mich, bewusst festzulegen, wie oft ich diese, sich ständig ändernden Informationen wirklich überprüfen musste. Viele dieser Informationen sind wichtig und es wäre das Beste, wenn ich sie mir täglich ansehe. Aber nur weil die Daten in Echtzeit aktualisiert werden, heisst das nicht, dass ich sie mir auch permanent Gehirnkapazität dafür aufbringen muss.

Ich stellte fest, dass es für die Kommentare, die Leute im Blog posten, ausreicht, wenn ich sie zweimal täglich lese. Für E-Mail reicht einmal täglich immer noch aus; ich lese E-Mails nur am Ende meines Arbeitstages, da es mich viel zu sehr ablenkt, wenn ich es vorher mache. Ich kann Verkäufe und Werbeeinnahmen zweimal täglich überprüfen, da beides in weniger als einer Minute erledigt ist und – falls etwas kaputt ist – ich schnell reagieren und es fixen kann. Aber alle anderen Statistiken ist einmal am Ende des Tages in Ordnung und für manche reicht es sogar einmal die Woche.

Ich finde, dass es viel produktiver ist, wenn ich die wichtigsten Aufgaben früh am Tag erledige und den Großteil der Statistiken erst später am Tag überprüfe. Auch wenn ich vielleicht mal die Chance verpasse, früh auf wichtige Daten zu reagieren – das passiert auch nur selten – ist es das doch wert, wenn man die Zeitersparnis bedenkt, die ich auf diese Weise erziele.

Nur 10 Minuten pro Wochentag, die man mit dem unnötigen Überprüfen von Statistiken verschwendet, summieren sich über das Jahr zu einer vollen Arbeitswoche auf. Kein Wunder, dass ich letztes Jahr keine Zeit für Urlaub hatte…

Wenn ich mir das nur vorgenommen hätte, diese Änderung einzuführen, dann wäre das ein paar Tage gutgegangen und dann hätte ich es wieder vergessen und wäre zurück in alte Gewohnheiten verfallen. Also habe ich erstmal eine Technik der Verhaltenskonditionierung angewendet um das Verhalten mit einem Schlüsselreiz zu verbinden – in diesem Fall habe ich es einer bestimmten Uhrzeit verknüpft. Das Überprüfen der Statistiken habe ich auf das Ende meines Arbeitstages gelegt, nachdem ich alles andere erledigt habe. Wenn ich sie also vorher überprüfe, dann weiß ich ohne Zweifel, dass ich es vermasselt habe. Mein Arbeitstag endet meist um 17 Uhr, also sollte es zwischen 16 und 17 Uhr passieren. Für alles, was ich zweimal täglich mache, wird der erste Check direkt nach den ersten 4 Stunden produktiver Arbeit erfolgen und somit in die Zeit zwischen 11 und 12 Uhr fallen. Dieses Verhalten mit (zeitlichen) Signalen zu verknüpfen, hilft dabei mir diese neue Gewohnheit anzueignen.

Außerdem habe ich das Ganze in einen 30-Tage-Test für mich selbst verpackt – d.h. ich habe mich verpflichtet, es 30 Tage lang durchzuziehen um zu sehen, wie es klappt.

Ich bin sicher, dass andere Leute auch Routine-Aufgaben haben, die sie weitaus öfter durchführen, als es notwendig ist. Vielleicht sind diese Aufgaben immer noch wichtig und können nicht komplett eliminiert werden. Man sollte versuchen, solche Aufgaben auf bestimmte Zeiten oder Tage zu legen, vielleicht vor oder nach Aktivitäten, die einmal täglich auftreten – z.B. Mahlzeiten – und es mindestens 3 Wochen dabei zu bleiben. Das wird die alte Gewohnheit durchbrechen und die neue etablieren.