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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Wie man bewusster wird

Ein Tagebuch ist nützlich auf der Reise zu mehr Bewusstsein

Jede Ebene des Bewusstseins, die ich in einem früheren Artikel dargelegt habe, ist in Wahrheit eine Falle.

Wenn man den Sprung auf eine neue Ebene macht, fühlt sich zuerst alles wunderbar an. Man hat das Geheimnis entdeckt, das einem die ganzen Jahre entwischt ist. Für eine Weile scheint das neue Mindset wunderbar zu funktionieren. Man funktioniert auf einer ganz neuen Ebene. Probleme, die einem wie unüberwindbare Hindernisse erschienen, sind nur noch kleine Buckel auf der Straße.

Aber schließlich wird etwas Verrücktes passieren. Das selbe Mindset, das in der Vergangenheit so gut funktioniert hat, hört langsam auf zu funktionieren. Je mehr man versucht, es zum Funktionieren zu bringen, desto mehr versagt es. Wenn man herausfindet, dass die momentane Stufe des Denkens eine Falle ist, ist es eben diese Erkenntnis, die das Bewusstsein auf die nächste Ebene hebt.

Wenn man die Ebene des Stolzes betrachtet, stellt man zum Beispiel fest, dass die Zerbrechlichkeit des Selbstbewusstseins eine Falle ist, die einen stolz werden lässt, wenn man in sie tappt. Die Falle basiert darauf, dass man die äußere Realität auf eine bestimmte Art und Weise sieht. Schließlich verbringt man mehr und mehr Zeit damit, diese Realität zu verteidigen. Und schließlich bekommt sie einen Sprung. Wenn man erkennt, dass es ein hoffnungsloser und sinnloser Kampf ist, seinen zerbrechlichen Stolz zu verteidigen, dann kommt man auf die Ebene des Mutes und beginnt damit, seinen Ängste wirklich gegenüberzutreten anstatt sich vorzumachen, dass man sie bereits besiegt hat.

Mut ist aber auch eine Falle. Am Anfang funktioniert es gut, aber nach einer Weile gerät man damit in Schwierigkeiten. Man kontrolliert zu viel und verbringt viel zu viel Zeit damit, Dinge zu kontrollieren, die man nicht kontrollieren kann. Die Frustration wächst. Sobald man erkennt, dass es hoffnungslos ist, alles kontrollieren zu wollen, kommt man auf die Ebene der Neutralität.

Mit der Neutralität nimmt man die Einstellung “Leben und leben lassen” an. Man wird milder und akzeptiert die Menschen, wie sie sind. Das Leben auf dieser Ebene ist zu Beginn sehr angenehm. Aber schließlich schlägt die Falle zu. Das Leben wird immer mehr durch Dinge belastet, die einem auf die Nerven gehen. Man beginnt, sich über sie zu beschweren, anstatt etwas gegen sie zu tun – und nichts passiert. Die Dinge werden schlechter statt besser. Vielleicht nimmt man zu, hat finanzielle Probleme oder stößt auf andere Ärgernisse. Prokrastination wird zum persönlichen Lebensstil. Man kann diese Probleme jedoch nicht lösen, indem man hofft und sich beschwert. Sobald man erkennt, dass sich nichts ändern wird ohne dass man selbst handelt, hebt man das Bewusstsein auf die Ebene der Willigkeit.

Auch Willigkeit ist eine Falle. Man handelt und entwickelt Selbstdisziplin. Das funktioniert eine Weile großartig, aber dann erkennt man, dass man eine Maus in einem Laufrad ist. Man arbeitet hart, aber man kommt nicht wirklich weiter. Die Menschen nutzen einen aus. Man fühlt sich schlecht, weil man so viel Mühe hineinsteckt und so wenig dafür belohnt wird. Sobald man diese Falle erkennt, steigt man auf die Ebene der Akzeptanz.

Jetzt akzeptiert man, dass man selbst dafür verantwortlich ist, sein Leben zu führen anstatt hart zu arbeiten, um die Ziele Anderer zu erreichen. Man setzt sich eigene Ziele, schmiedet Pläne und beginnt, sie zu erreichen. Man lernt, seine Energie zu fokussieren.

Dies funktioniert zunächst prima, aber dann beginnt man zu scheitern. Und scheitert wieder und wieder. Man setzt sich Ziele und arbeitet hart, aber man weiß nicht wirklich, was man da tut. Man versteht die Naturgesetze nicht, die in der Welt gelten. Man ist frustriert, dass sogar weniger “wertvolle” Menschen einen überholen. Schließlich erkennt man auch die Falle hier – dass man nie erfolgreich seine Ziele erreichen wird, wenn man die Regeln nicht kennt, mit der die Welt wirklich funktioniert. Man steigt auf die Ebene der Vernunft auf.

Auf der Ebene der Vernunft, nimmt man sich die Zeit, die Regeln zu lernen. Man ist sehr interessiert daran, neues Wissen aufzunehmen. Als ich auf dieser Ebene ankam, veränderte ich mein Geschäftsmodell und begann, sehr analytisch und strategisch zu denken. Ich studierte Vertrieb. Ich betrieb Marktforschung. Ich wendete an, was ich lernte. Und schließlich veröffentlichte ich ein Produkt, das zum Hit wurde. Ich fand die Regeln heraus, denen ich folgen musste, um Erfolg zu haben und sie funktionieren.

Aber auch die Ebene der Vernunft ist eine Falle. Je mehr man denkt, desto mehr begreift man, dass das Denken allein, egal wie intelligent und belesen man ist, den Kontext für das eigene Leben nicht liefern kann. Es kann keinen Sinn liefern. Man kann denken und denken und analysieren wie man will, aber keine Informationsmenge kann einem sagen, warum man hier ist und wofür man lebt. Man beginnt, sich leer zu fühlen und Fragen zu stellen wie

“Ist das alles?”

Das logische Denken beginnt sich im Kreis zu drehen und schließlich sieht man die Falle. Dann steigt man auf die Ebene der Liebe.

So läuft der Zyklus weiter. Die einzigen Konstanten bleiben Wachstum und Veränderung. Je mehr man sich widersetzt, bestimmte Dinge zu lernen, die das eigene Bewusstsein auf die nächste Stufe heben würden, desto mehr wird man mit Schmerz und Frustration kämpfen.

Immer wenn man eine neue Bewusstseinsebene erreicht, behält man die positiven Gewinne der vorangegangen Ebene bei, aber man lässt dessen Schwächen los. Man behält …

  • das Selbstbewusstsein des Mutes ohne weiterhin draufgängerisch zu sein
  • die Bequemlichkeit der Neutralität ohne weiterhin passiv zu sein
  • die Disziplin der Willigkeit ohne frustriert zu sein
  • die Konzentrationsfähigkeit der Akzeptanz ohne die Misserfolge
  • die Intelligenz der Vernunft ohne die Lähmung durch ständiges Analysieren

Quantensprung auf die Ebene der Liebe

Die Ebene der Liebe erreichen

Gestern Nachmittag hatte ich selber einen Durchbruch. Nachdem ich etwa 6½ Jahre auf der Ebene der Vernunft war, habe ich endlich die Ebene der Liebe erreicht. Da bin ich mir sicher. Es geht nicht um das Gefühl Liebe – es geht darum bedingungslose Liebe zu geben. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber ein Teil des Gefühls ist, dass man sich mit allem, was existiert, völlig verbunden fühlt. Es ist ein Gefühl, selbst ein (Strom)Leiter für das Leben zu sein, indem man ein Teil eines viel größeren Ganzen ist anstatt nur ein individuelles Selbst. Etwa ein Jahr lang konnte ich bereits Zeichen sehen, dass ich nahe dran war, den Sprung zu machen, aber gestern hat es endlich geklappt und die volle Erkenntnis dieser Ebene überflutete mich.

2002 konnte ich zum ersten Mal einen Blick auf die Ebene der Liebe erhaschen. Es begann damit, dass meine Intuition sowie Synchronitäten mich immer wieder überwältigten. Zuerst hielten sie nur wenige Tage oder eine Woche an, aber es lagen Monate zwischen diesen Episoden. Ich dokumentierte sie in meinem Tagebuch, ignorierte sie aber ansonsten. Dann wurde ich jedoch neugierig und begann, mich in kleinem Umfang auf sie einzulassen und war schließlich überzeugt, dass durch sie eine höhere Intelligenz wirkte.

Als ich begann, meiner Intuition und diesen Synchronitäten öfter zu vertrauen, wurden sie häufiger in meinem Leben und sie führten mich zu neuen Lösungen und zermalmten so die härtesten Probleme viel effektiver, als Vernunft und Logik das je gekonnt hätten. Aber ich traute ihnen immer noch nicht völlig. Schließlich war ich jedoch in der Lage, loszulassen und die Intuition und die Synchronitäten hielten an und gingen nie wieder weg – nun ist die Leitung immer offen.

Ich werde eine Weile brauchen, mich daran zu gewöhnen. Zuerst muss ich jedoch feiern, besonders nachdem ich 6½ Jahre lang so bewusst und hart daran gearbeitet habe. Es war nicht mal annähernd einfach, aber das war es wert.