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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Wie man die beste Ernährung für sich findet

Welche Art der Ernährung wird einem persönlich die meiste Energie, Gesundheit und mentale Klarheit geben?
Ich weiß es nicht. Ich bin ja ich. Aber ich kann Tipps geben, wie man es für sich selbst herausfindet.

Man muss experimentieren. Man muss verschieden Arten zu Essen ausprobieren. Am Besten nutzt man die 30-Tage zum Erfolg-Methode für jede Art Ernährung, die man ausprobieren will. 30 Tage sind das Minimum, weil man in den ersten beiden Wochen nach einer Ernährungsumstellung wahrscheinlich einige Entgiftungssymptome erleben wird, welch dazu führen können, dass man sich mies fühlt, bevor man sich besser fühlt. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Stimmungschwankungen sind normal.

Wenn man jede neue Ernährungsform testet, sollte man seine Erlebnisse aufschreiben. Die Auswirkungen auf das Energieniveau, mentale Klarheit und allgemeines Wohlbefinden sollten festgehalten werden. Ich nutze meine normales Tagebuch dafür (auf dem PC), so dass ich eine schnelle Stichwortsuche durchführen kann, um alle Notizen und Beobachtungen über alle Diäten heranzuziehen, die ich je probiert habe.

Gesundheits- und Ernährungsbücher

Ich nutze Bücher und Artikel über Gesundheit, um mein Wissen zu ergänzen, aber am meisten verlasse ich mich auf meine persönliche Erfahrung. Ich nutze Bücher vor allem als Führer zu Dingen, die ich als Nächstes probieren kann, immer in der Annahme, dass die Prinzipien darin gesund erscheinen und in mein momentanes Verständnis passen.

Gesundheitsbücher widersprechen sich oft, aber wenn man genug davon liest (wenigstens 20), fängt man an, Muster zu erkennen und wird besser darin, den Blödsinn von der Wahrheit zu unterscheiden. Die ersten Kapitel der meisten kommerziellen und populären Diätbüchern sind nahezu identisch. Sie neigen zum selben Muster, erklären zu wollen, weswegen anderen Diäten nicht funktionieren und warum dieses Buch der wahre Durchbruch ist, der revolutionieren wird, wie die Leute essen, aber in diesen Kapiteln ist keine Substanz. Sie sind nur Marketing. So kann man generell das erste Kapitel jedes Diätbuches auslassen, ohne etwas zu versäumen.

Ein sehr einfaches Prinzip, welches ich angenommen habe, ist, dass ich Büchern, die ein Foto eines dicken Arztes auf den Titel haben, wenig Glaubwürdigkeit einräume. Es sollte offensichtlich sein, weshalb sich das als hilfreich erwiesen hat.

Was genau is(s)t man eigentlich?

Wenn man bedeutungsvolle Ergebnisse erhalten will, muss man die Diät, mit der man experimentieren will, sehr genau definieren. Wie ich schon vorher geschrieben habe, ist Vegetarismus keine Diät, genau wie Veganismus keine ist. Ein Vegetarier ist lediglich jemand, der keine Tiere isst (keine Kühe, Schweine, Hühner, Fisch usw.) und ein Veganer isst keine tierischen Produkte (keine Tiere, keine Milchprodukte, Eier usw.). Aber das definiert nicht, was man isst. Man kann ein Veganer sein, der Pommes isst, Süßigkeiten und Limo trinkt oder man kann Roh-Veganer sein, der nur rohe Nahrung isst oder man kann makrobiotisch leben und eine Ernährung mit vielen Getreidegerichten und Suppen zu sich nehmen. Ausdrücke wie Vegetarier oder Veganer sind einfach nicht spezifisch genug, um eine Diät zu definieren. Es gibt unzählige Varianten dieser Arten zu essen.

Dasselbe gilt für Diäten, die reichhaltig an Eiweiß, Kohlenhydraten, Stoffwechseldiäten oder Haarfarben-Diäten usw. Diese Ausdrücke sind zu vage, um die wirkliche Diät zu definieren, besonders weil viele Menschen dazu neigen, immer die selbe Dinge zu essen und in ein Muster verfallen, nur eine winzige Teilmenge aller verfügbaren Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Was isst man denn tatsächlich? Isst man Käse, Bohnen, künstliche Shakepulver? Wie steht es mit Obst und Gemüse? Ist es eher roh oder gekocht, eingemacht, frisch oder gefroren? Sogar ein Veganer, der einen Haufen eingemachtes und verpacktes Essen zu sich nimmt, ist auf einer anderen Diät als einer, der nur frische, unbearbeitete Nahrung isst.

Wieviel Abwechslung gibt es in der eigenen Ernährung? Besteht die Definition von Früchten hautsächlich aus Äpfeln, Orangen und Bananen? Oder isst man jede Woche 10 verschiedene Arten von Früchten? Welche Nahrung kann man im Lebensmittel-Laden finden, die man vorher noch nie gegessen hat?

Konsumiert man Drogen wie Koffein, Nikotin oder Alkohol etc.? Einfach den Kaffee aufgeben und schon lebt man auf einer ganz anderen Diät durch diese bedeutenden Veränderung in der Biochemie des eigenen Körpers. Auch künstliche Supplemente sollten aus der Ernährung entfernt werden und schon hat man eine weitere bedeutende Veränderung vollzogen.

Ich habe festgestellt, dass die Art wie man isst, einen riesigen Einfluss auf mein Energielevel und meine emotionale Belastbarkeit haben kann. Es ist nicht nur wichtig, was man isst und was man nicht isst. Auch wie das Essen zubereitet wird, macht einen großen Unterschied.

Ein Grund, weswegen man sich nicht nur auf den Rat und die Erfahrungen Anderer verlassen kann, ist die Sensibilität gegenüber diätischer Energiezufuhr. Man muss das für sich selbst herausfinden. Auch wenn man genau das gleiche wie jemand Anderes isst, können die spezifischen Effekte auf die eigene Physiologie einzigartig sein.

Durch Experimente habe ich herausgefunden, dass die beste Diät, die ich jemals probiert habe, eine komplett rohe, vegane Vollwertkost-Diät war. Kein Koffein. Keine Supplemente. Kein Zucker. Keine künstlichen oder verarbeiteten Nahrungsmittel. Kein Müll. Es gibt einige großartige komplett-rohe (Nicht-)Kochbücher und es gibt bei mir um die Ecke sogar ein Gourmet-Restaurant, das nur rohes Essen serviert und so kann ich während dieser Diät einige sehr kreative Gerichte genießen.

Ich kann in meinen Notizen lesen, dass diese Art zu essen, dazu geführt hat, dass ich mich energiegeladener, emotional positiver gestimmt und mental klarer gefühlt habe, als auf jeder anderen Diät, die ich je probiert habe. Aber ich fahre fort, zu experimentieren, wie ich das schon seit den frühen 90ern mache. Eine Sache, die ich an komplett-roher Ernährung nicht mag, ist, dass sie arbeitsintensiv sein kann, wenn man eine Vielzahl interessanter Gerichte essen will. Ständiges Hacken, Mixen, Mischen, Dehydrieren und Saftpressen. Wenn ich meinen eigenen Koch hätte, der die Aufgabe für mich übernähme, würde ich immer so essen. Aber ich finde es hilfreich einige stärker gekochte Nahrungsmittel hinzuzufügen. Sie machen mich schneller satt und sparen Zeit ohne dass ich zuviel meiner Energiegewinne aufgeben muss. Das Gute an dieser Art zu essen ist, dass ich so viel essen kann wie ich will ohne zuzunehmen.

Obwohl so viel Marketing und Geld hinter Diäten stecken (und diese daher vor Fehlinformationen strotzen), fand ich heraus, dass, wenn mich mein eigener gesunder Menschenverstand in die richtige Richtung geführt hat. Auf lange Sicht hätte es keine große Überraschung sein sollen, dass ich mich am besten fühle, wenn ich die einfachen Nahrungsmittel, die die Natur bereitstellt esse, anstatt von Menschen gemachte Erfindungen. Je mehr Menschen sich mit dem Essen herumpfuschen, das ich esse, desto schlechter fühle ich mich dabei.

Tierische Nahrung?

Was tierische Nahrung angeht, ist es für mich jetzt gesunder Menschenverstand, dass ich weder zu einer Kuh hinrennen und versuchen würde, ein Stück aus ihrer Seite herauszubeißen; noch würde ich mich runterbeugen, ihr Kalb beiseite schubsen und an ihrem Euter saugen. Wenn der Prozess des Essens an einem Punkt sehr albern wird (wie die Babymilch einer anderen Spezies – einer Spezies mit vier Mägen und die fast 10x so viel wiegt wie ich – zu trinken, nachdem ich schon lange abgestillt wurde), weiß ich, das ich in die falsche Richtung laufe. Man kann Mode-Diätbücher lesen, bis man so lange im Kreis gelaufen ist, dass man ausreichend verwirrt ist, um alles glauben zu wollen, was diese Vermarkter einem erzählen oder man kann sich selbst fragen, ob es schlauer ist, einen Apfel vom Baum zu pflücken oder an einer 1400-Pfund-Kuh zu nuckeln (besonders an einer, die mit Rinderhormonen vollgepumpt wurde).

Es kann schwer sein, das seit der Kindheit tief-verwurzelte Marketing-Geplapper aus seinem Hirn zu bekommen und grundlegenden gesunden Menschenverstand bezüglich der Ernährung und die eigene Logik wiederzufinden. Aber ich denke, so wird man sehen, dass die Ansichten über Diäten bzw. Ernährungsweisen viel einfacher und weniger kompliziert wird.

Die Ernährung zu verändern kann schwierig sein, aber nachdem man die ersten 30 Tage geschafft hat, ist es viel einfacher und die neue Art zu essen wird zur Routine. Jede neue Diät sieht von außen hart aus, wenn man hineinschaut. Aber wenn sie einmal zur Gewohnheit geworden ist, denkt man kaum darüber nach. Sie wird einfach zur vorgegebenen Art zu essen. Genau wie man einmal gelernt, so zu essen, wie man es jetzt tut (das heißt, außer man isst immer noch Babynahrung), kann man lernen, auf eine neue Art und Weise zu essen wann immer man es möchte.

Zusammenfassung

  • die eigenen diätischen Experimente wenigstens 30 Tage am Stück durchführen, Notizen machen und die Ergebnisse mit anderen Diäten vergleichen
  • das Marketing-Geplapper aus dem Hirn herauspressen (wie “Milch ist gut für die Knochen” und “Der Mensch braucht Fleisch”) und den eigenen gesunden Menschenverstand wieder aufbauen
  • Mutter Natur mehr vertrauen als den Vermarktern.
  • Man kann mich nennen wie man will, außer einen Vermarkter. Das würde meine Gefühle verletzen.