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Wie man die Universität in 3 Semestern abschließt

Hast du dein Ziel im Fokus?

Wie schon im Artikel Mach es jetzt! im Detail erklärt, habe ich die Universität in drei Semestern mit zwei Abschlüssen absolviert (ohne Extrastunden im Sommer). Ich habe die California State University, Northridge und alle nötigen Vorlesungen besucht, die für einen Bachelor in Informatik und Mathematik nötig waren. Das habe ich geschafft, weil ich meine Zeit extrem gut gemanaged habe, so dass ich 30-40 Vorlesungen pro Semester belegen konnte. Meine Spezialisierung war künstliche Intelligenz, insbesondere maschinelles Lernen. Ich schätze, man könnte sagen, dass ich auch den Computern ein persönliches Wachstumserlebnis verschaffen wollte. ;)

Viele Leute vermuten, dass ich mir dieses Ziel gesetzt habe, weil ich von Natur aus eine Typ-A Person bin, aber das stimmt so nicht. Es war der Fokus auf das Ziel an sich, der dabei geholfen hat, entsprechende Verhaltensmuster zu entwicklen und zu verfeinern, die dazu nötig waren.

Im Sommer ’92 (kurz bevor ich an der CSUN anfing) war ich ziemlich faul. Ohne einen zwingenden Grund kam ich nicht mal annähernd auf so ein Niveau, wie später an der Uni. Ich habe meist Videospiele gezockt und mit Freunden rumgehangen. Ein paar Freunde und ich spielten auch jede Menge Frisbee-Golf im Loyola Marymount und auf dem Campus der UCLA, bis uns der Sicherheitsdienst verjagt hat – anscheinend finden sie es nicht so lustig, wenn man besondere Bauwerke auf dem Campus als Ziele benutzt. Das ist wirklich eine Schande, denn es gibt nur wenige Dinge im Leben, die befriedigender sind, als das Geräusch, wenn das Frisbee vom Kopf des St. Ignatius abprallt. Meine größte Leisung in diesem Sommer, war das Durchzocken der Ultima-Rollenspiele (Ultima I-VI) in der richtigen Reihenfolge, was ungefähr zwei Monate gedauert hat (wobei die Hälfte für Ultima VI draufging). Das ist doch mal der richtige Antrieb! ;)

Die Bezeichnung “Typ A” impliziert, dass diese Herausforderung eventuell besonders stressig oder schwierig war. Aber das Gegenteil war der Fall. Ich fand mich in einem enormen Flow-Zustand wieder und war die meiste Zeit auf die Gegenwart konzentriert statt mich um die Vergangenheit oder die Zukunft zu sorgen. Ich fühlte mich weder gehetzt noch gestresst – es war mehr ein Gefühl von entspannter Geschwindigkeit; ähnlich einem Läuferhoch (Runner’s High). Sobald ich mich erstmal an das flotte Tempo gewöhnt hatte, fühlte es sich ganz normal an. Genaugenommen schienen sich alle anderen im Vergleich in Slow-Motion zu bewegen. Ich erinnere mich daran, wie bemerkte, wieviel Zeit die anderen Studenten mit dem Nachdenken, Reden und Beschweren über diverse Aufgaben zubrachten statt diese einfach zu machen – manche investierten durch diese dumme Angewohnheit bestimmt das Zwei- bis Dreifache an Zeit.

Denk mal darüber nach, was passieren würde, wenn du eins deiner Ziele oder Projekte auf das Niveau “Mission” oder “Sinn und Zweck” befördern und dich für 30-120 Tage absolut reinknien würdest. Wenn du jetzt noch alles rigoros aus deinem Leben verbannst, was nicht mit diesem Ziel in Verbindung steht, dann würden einige “Typ A” Verhaltensmuster auf ganz natürliche Weise entstehen, wie z.B. automatische Motivation, harte Arbeit und sich leicht fühlende Geschäftigkeit. Aber die negative Seite des “Typ A” (auch bekannt als “Geschwindigkeitsrausch”) darf nicht auftreten. Diese Art von Verhalten entsteht durch einen Mangel an klarem Fokus, wenn man zuviele Dinge auf einmal als dringend UND wichtig deklariert statt sich die Zeit zu nehmen, um herauszufinden, was für dich wirklich wichtig und von Bedeutung ist.

Du musst erkennen, dass es dieses fesselnde Ziel ist – die Vision – was die Motivation erzeugt und nicht umgekehrt. Menschen fahren normalerweise nicht superschnell, wenn sie nicht wissen, wohin es gehen soll. Im dichten Nebel zu rasen, ist dumm.

Wenn du meilenweit Sicht hast, über eine weite, freie Strecke und es keine Hindernisse gibt (weil du sie aus deiner Existenz verbannt hast) – warum dann nicht den Tempomat einschalten und die Fahrt genießen?

Fokus, Fokus, Fokus.

Wähl ein klares Ziel aus und arbeite wahnsinnig hart daran. Danach ruhst du dich aus, entspannst und wählst das nächste Ziel. Es macht nichts, wenn du nicht sofort das perfekte Ziel erwischst. Es ist besser, sich für irgendeins zu entscheiden, als gar keins zu wählen. Wenn du stillstehst, dann erreichst du garantiert nichts.

Mach einen Abschluss. Schreib ein Buch. Starte ein Unternehmen. Such dir eine Freundin. Kauf ein Haus. Nimm 20 Pfund ab. Was ist die eine Sache, die du am liebsten zu deinem Ziel #1 für die nächsten 90 Tage machen würdest? Welche unwichtigen Dinge, bist du bereit aus deinem Leben zu verbannen, um sicher zu stellen, dass du dieses Ziel erreichst?

Du kannst dich immer damit belohnen, Frisbees gegen die Köpfe von Jesuiten-Statuen zu schießen, wenn du dein Ziel gepackt hast. ;)