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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Wie man frisch und munter aufwacht

Der Wecker klingelt um 5 Uhr, man steht sofort auf ohne noch einmal nachzudenken. Während man sich in der erwachenden Welt orientiert, kann man fast keine nachwirkende Benommenheit fühlen, nicht mal wenn man danach sucht. Man steht auf und streckt sich, fühlt sich vollständig munter, absolut bewusst und begierig, den Tag zu beginnen. Der Gedanke, wieder zurück ins Bett zu gehen, um ein wenig extra Schlaf zu bekommen, erscheint einem völlig fremd.

Es fühlt sich großartig an, früh aufzustehen und man weiß, man wird diese frühen Morgenstunden gut nutzen. Man kann Sport machen, duschen, sich anziehen, ein gesundes Frühstück essen, einige inspirierende Dinge lesen und eine Stunde in das von zu Hause geleitete Unternehmen zu investieren – alles vor 8 Uhr. Und man weiß, dass diese Gewohnheit, jeden Tag so zu beginnen, einem das Leben lang gute Dienste leisten wird.

Diese Gewohnheit beizubehalten ist einfach. Man muss sich selbst nicht zu Bett zwingen und es scheint im Allgemeinen nicht viel Disziplin nötig zu sein. Es erscheint normal um diese Zeit munter und aktiv zu sein.

Wenn dieses Szenario nah an die eigene momentane Realität heranreicht, kann man nun aufhören zu lesen. Wenn es aber nach purer Fantasie klingt, sollte man weiter lesen…

Groggy aufwachen

Während meiner Teenagerjahre, bis weit in meine 20er hinein, wachte ich aber normalerweise absolut benommen am Morgen auf. Sogar nachdem ich 8-9 Stunden geschlafen hatte, konnte ich direkt weiterschlafen. Einige meiner Geschwister waren ganz genauso. Um sie vor Nachmittag zum Aufstehen zu bewegen, musste man ihnen schon die Decken wegziehen. Wir standen nur früh auf, wenn wir mussten, niemals weil wir wollten.

Mit mir war in den Morgenstunden nicht viel anzufangen. Ich arbeitete die Aktivitäten des Anziehens und Frühstückens ab, aber ich konnte fühlen, dass mein Hirn noch nicht vollständig online war. Da ich katholisch aufwuchs (ich weiß schon – mittlerweile bin ich geheilt), brachten uns meine Eltern jeden Sonntagmorgen um 7:30 Uhr in die Kirche. Die meiste Zeit saß ich in der Messe wie ein halb-bewusster Zombie. Ich glaube, die Kirchenbänke werden so ungemütlich gemacht, damit keiner einnickt, aber den Rest der Kommentare über die Katholiken überlasse ich George Carlin.

Von benommenem Monster zum Frühaufsteher

Vorgespult in die Gegenwart und man sieht, ich bin ein Frühaufsteher. Da ich von zu Hause aus arbeite, kann ich so lange ausschlafen, wie es mir beliebt. Aber ich stehe freiwillig um 5 Uhr auf. Ich mag es, vor dem Morgengrauen munter zu werden und jeden Tag früh zu beginnen. Es ist auch sehr leicht beizubehalten. Es fühlt sich an wie der Weg des geringsten Widerstandes.

Wenn man sich müde fühlt und nicht aufstehen kann, ohne zurück in den Schlaf zu sinken, dann braucht man keinen neuen Wecker. Man muss ihn auch nicht ans andere Ende des Raumes stellen. Und man braucht kein Bett voller Federn. Was man wirklich tun sollte, ist die Faktoren anzugreifen, die dazu führen, dass man morgens benommen aufwacht.

Ich werde hier teilen, was für mich am besten funktioniert hat, um schrittweise von einem morgendlichen Monster zu einem wachen Frühaufsteher zu werden. Diese Tipps werden die folgenden Artikel vervollständigen und den Inhalt ausdehnen:

Diese Artikel konzentrierten sich darauf, eine effektive Strategie zu entwickeln, um früh aufzustehen. Dieser Artikel ist dazu da, um zu bekräftigen, was man tun kann, um früh aufzustehen und dabei absolut wach zu sein, anstatt sich müde und benommen zu fühlen, so dass man das Frühaufstehen als eine Gewohnheit über lange Zeit aufbauen kann.

Experimentieren

Das ist das wichtigste Prinzip überhaupt. Wenn die aktuelle Methode, jeden Morgen aufzustehen, sich nicht richtig anfühlt, dann sollte man sich eingestehen, dass es nervt und etwas anderes versuchen. Wenn es nicht funktioniert, dann sollte man es lassen. Und man sollte sich Gott verdammt noch eins nicht darüber beschweren, da das nun wirklich nicht hilft.

Wenn man groggy aufwacht, dann heißt es nicht, dass man kaputt ist. Es heißt nur, dass man einige physiologische Fehler macht und diese Fehler können korrigiert werden. Der einzige Weg, um dorthin zu kommen, ist aber, etwas anderes zu probieren. Und wenn man nie in der Lage war, absolut wach aufzustehen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man etwas Neues versuchen sollte, was man vorher noch nie getan hat. Wenn man nicht willig ist, dies zu tun, ist man verdammt.

Wenn man experimentiert, sollte man nach Verbesserung suchen, nicht nach Perfektion. Alles, was man wirklich tun muss, ist einen Kniff zu finden, der ein bisschen besser funktioniert und diesen wiederholen. Einige der Veränderungen, die ich vorschlage, mögen radikal klingen, wenn man darüber nachdenkt, sie alle auf einmal einzuführen, aber diese radikalen Schritte stehen für viele kleine Veränderungen, die sich über eine lange Zeit ansammeln.

Man sollte geduldig sein, wenn man diese Fähigkeit entwickelt. Wenn man schon in den Teenagerjahren zum Frühaufsteher werden kann, ist das wunderbar. Bei mir hat es bis in die 30er gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass ich es wirklich geschafft habe.

Entscheiden, es zu tun

Wie die meisten Menschen schwankte ich zwischen dem enthusiastischen Gefühl, das ich fähig bin, einen Weg dahin zu finden und dem entmutigenden Gefühl, zugeben zu müssen, dass ich vielleicht biologisch dafür nicht geschaffen bin. Ich fuhr fort einen Push nach dem anderen zu unternehmen, aber ich konnte höchstens einige Tage hintereinander früh aufstehen, bevor mich die Müdigkeit übermannte und ich zusammenbrach.

Wenn man überwältigende Müdigkeit bekämpft und Frühaufstehen geradezu unmöglich erscheint, dann vermute ich, dass man die falsche Herangehensweise haben könnte. Ja, es wird einen Anpassungszeitraum geben, wenn man die Zeit des Aufstehens verändert, aber es sollte keine unmenschliche Disziplin erfordern. Es sollte nur ein bisschen anspruchsvoll sein. Wenn die Stufe der Anforderung zu hoch ist, dann geht man das Problem aus der falschen Richtung an. Motivation ist wichtig, aber die Technik spielt eine ebenso wichtige Rolle.

Hier eine Beschreibung, wie es aussehen muss, wenn man Erfolg beim Frühaufstehen hat. Man wacht früh auf und man fühlt sich absolut munter und zufrieden. Es wird einige Unterschiede von Tag zu Tag geben, aber Alles in Allem ist man aufmerksam und funktioniert. Wenn man aufsteht, fühlt es sich an, als ob das Bewusstsein einen raschen Boot-up-Prozess durchläuft. Man erinnert sich vielleicht daran, einen interessanten Traum gehabt zu haben. Man beginnt ebenso, an den kommenden Tag zu denken. All das passiert innerhalb von Sekunden.

Wenn man entscheidet, es zu tun, sollte man sicher sein, das richtige Ziel im Auge zu haben. Wenn man sich aus dem Bett zwingt und sich wie ein Zombie fühlt, ist das sicher nicht das Ziel, auf welches man hinarbeiten wollte. Ich hatte einen echten Durchbruch, als ich mich entschied, früh aufstehen zu wollen UND mich völlig munter zu fühlen. Das mag nach einer ganz grundlegenden Unterscheidung zu klingen, aber fähig zu sein, die richtige Absicht im Kopf zu haben, war ein Schlüsselschritt. Wenn man gemischte Gefühle hat, was das Frühaufstehen anbelangt, dann sollte man sich mit diesen Gefühlen beschäftigen, bis man ein Bild im Kopf hat, das sich richtig anfühlt. Erfolg sollte keine Frage sein, höchstens eine Frage des Wann.

Ernährung verbessern

Die Ernährung und der Schlaf sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn man meint, dass man die Schlafgewohnheiten meistern kann, ohne seine Ernährung zu verbessern, dann täuscht man sich selbst. Ernsthaft.

Leider konsumieren die meisten Menschen – besonders die Amerikaner – eine wirklich abscheuliche Diät heutzutage, angereichert mit hormonverseuchten Tierprodukten, künstlichen Zutaten, Zucker, Koffein, Salz, weißem Mehl und stark verarbeitetem Mist. Eine ungesunde Ernährung wird das endokrine System (welches für die Hormonproduktion verantwortlich ist) belasten und dies wird es verhindern, dass man einen erholsamen Schlaf genießen kann.

Für mich funktioniert eine Ernährung mit veganen Vollwertkost gut – viele rohe Früchte und Gemüse. Als ich 1993 Vegetarier wurde, war ich in der Lage, mich mit weniger Schlaf ausgeruhter zu fühlen und ich wachte auf und fühlte mich wacher. 1997 begann ich dann, mich vollständig vegan zu ernähren und es kam zu einer weiteren Verbesserung. Wie ich in Warum Vegan? erklärt habe, ist der Energieunterschied der vorrangige Grund, weswegen ich mich einer solchen Ernährung verschrieben habe.

Genau wie man mit einem Kater aufwachen kann, wenn man zu viel Alkohol konsumiert, wird man unter anders gearteten Katern leiden, wenn man stimmungsverändernde Substanzen konsumiert. Zwei der Schlimmsten sind Zucker und Koffein. Wenn die Ernährung voll mit Koffein und/oder Zucker ist (speziell in der Form von Maissirup oder Fruktose-Mais-Sirup), sollte man sich selbst einen Gefallen tun und einen 30-Tage-Test ohne diese Dinge unternehmen. Ich bemerkte, dass, wenn ich nur eine Tasse Kaffee am Morgen zu mir nahm, dann würde ich in der folgenden Nacht nicht so tief schlafen, ich würde länger zum Einschlafen brauchen und ich würde ziemlich groggy aufwachen – fast 24 Stunden später. (Für spezielle Ideen, wie man mit Koffein aufhören kann, findet man in Wie man Kaffee aufgibt)

Wenn man seinen Körper quält, indem man exzessiv Zucker, Koffein und stark verarbeitete/behandelte Nahrungsmittel usw. isst, dann empfehle ich, zuerst die Ernährung in Ordnung zu bringen, bevor man sich an seinen Schlafgewohnheiten versucht. Sonst wird man sich nur selbst enttäuschen. Zweieinhalb Jahre Leserfeedback haben mich gelehrt, dass es fast eine Regel ist, dass erschöpftes Aufwachen und eine schlechte Ernährung Hand in Hand gehen. Dabei kann man im Hinterkopf haben, dass die durchschnittliche Ernährung in den USA extrem schlecht ist. Ich denke, dass das auch der Grund ist, weswegen Menschen, die absolut munter vor dem Morgengrauen aufwachen, als übermäßig ehrgeizig oder verrückt oder genetisch begünstigt betrachtet werden. Aus der Frühaufsteherperspektive erscheint es aber, als ob alle Anderen sich bis zur Stumpfheit betäuben.

Auf der anderen Seite wird von fastenden Menschen immer wieder berichtet, dass sie viel weniger Schlaf benötigen. Ich hatte einen Freund, der vom Saftfasten sehr begeistert war und er erzählte, dass er während des Fastens nur vier Stunden Schlaf benötigte.

Ich ermutige gern dazu, zu experimentieren, um die richtige Ernährungsweise für sich selbst zu finden, die ähnlich zu meiner eigenen Ernährungsweise sein kann, aber auch völlig anders. Man sollte herausfinden, mit welcher Art zu essen man sich morgens schon am besten fühlt. Ich könnte endlos viele Ernährungsstatstiken aufzählen, aber ich schlage nicht vor, dass man seine Diät danach anlegt.

Man sollte sich von persönlicher Erfahrung lenken lassen und sich merken, wie man sich fühlt, je nachdem was man für eine längere Zeit isst – und besonders wie man sich fühlt, wenn man aufwacht am Morgen. Wenn man total geschafft aufwacht, sollte man für eine Weile versuchen, andere Dinge zu essen.

Am Abend leicht essen

Das könnte man als Folge von den Dingen betrachten, die oben genannt wurden, aber dieser Fakt ist wichtig genug, damit er besondere Aufmerksamkeit bekommt. Wenn der Körper ein schweres Mahl verdauen muss, während man schläft, wird der Schlaf nicht erholsam sein und es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass man am Morgen müde aufwacht.

Die soziale Konditionierung hat vielleicht gelehrt, dass ein umfangreiches Abendmahl der richtige Weg ist, aber um die Wahrheit zu erfahren, muss man seinen Körper fragen. Auch wenn man kein strikter Vegetarier ist, empfehle ich sehr, beim Abendessen tierische Produkte zu vermeiden. Sie benötigen die meiste Zeit, um verdaut zu werden und werden sehr wahrscheinlich dazu führen, dass man sich am nächsten Morgen groggy fühlt.

Frische Früchte sind wahrscheinlich das beste Essen zur letzten Mahlzeit, besonders solche mit geringem Zuckeranteil wie Tomaten, Avocados, Paprika und Cantaloupemelone. Ich persönlich bin kein Fan davon, nur Obst zum Abendbrot zu essen, aber wenn ich es mache, dann brauche ich meistens nicht viel Schlaf und wache fast immer munter auf. Also egal, was der Kopf dazu sagt, mein Körper mag es jedenfalls.

Eine sehr gute zweite Wahl für ein abendliches Mahl wäre frisches Gemüse, besonders ein großer Salat. Danach käme blanchiertes Gemüse. Je weniger bearbeitet das Abendbrot ist, desto weniger Energie wird benötigt werden, es zu verdauen und desto weniger wird es den Körper stören. Wenn man Mist zum Abendbrot isst, kann man erwarten, sich morgens auch so zu fühlen.

Wahrscheinlich ist der Rat bekannt, dass man 2-3 Stunden vor der Schlafenszeit nichts mehr essen soll. Wenn man normalerweise ein schweres Abendessen zu sich nimmt, wird dieser Rat wenig nutzen. Aber ich kann einen großen Gemüse- oder Fruchtsalat essen, direkt bevor ich zu Bett gehe und es scheint meinen Schlaf nicht zu stören. Ich denke, das kommt daher, weil unsere Körper so gut an Obst- und Gemüseverzehr angepasst sind. Diese Nahrungsmittel verbrauchen, verglichen mit anderen, sehr wenig Energie zum Verdauen, daher stören sie die inneren Ressourcen nicht oder unterbrechen den Schlaf.

Bezüglich dieses Gebietes ermutige ich, viel zu experimentieren. Man könnte versuchen, heute ein sehr leichtes Abendessen zu probieren und testen, wie man sich am nächsten Morgen fühlt.

Jeden Tag Sport treiben

Sogar bevor ich Vegetarier wurde, bemerkte ich eine bedeutende Verbesserung in meinen Schlafmustern, als ich anfing täglich Gymnastik zu machen. Ich vermute, der geläufige Begriff für Gymnastik ist heute “Cardio-Training”, aber ich mag dieses Wort nicht, weil es beständig meinen “Trendy-Worte-die-mich-zum-Brechen-bringen”-Filter auslöst. Da steht es mit “Web 2.0” auf einer Stufe.

Wahrscheinlich hat man diesen Rat auch schon vorher gehört, aber es gibt einen Unterschied zwischen einen Rat hören und ihn tatsächlich annehmen. Man sollte ihn also wirklich annehmen und seinen Arsch ins Fitnessstudio schleppen. Man sollte wenigstens jeden Morgen 25 Minuten um den Block rennen. Wenn man es nicht macht, kennt man es nicht.

Wenn ich täglich für wenigstens 20 Minuten Sport mache, kann ich eine gute Stunde Schlaf jede Nacht streichen, was die Sportzeit mehr als wieder reinholt. Ich wache auf und fühle mich munterer und energiegeladener. Aber das Beste ist, dass ich mich den ganzen Tag besser konzentrieren kann und aufmerksamer bin. Das funktioniert viel besser als Koffein … und ohne den Absturz.

Ich habe auch einige Monate lang Krafttraining gemacht, sowohl mit, als auch ohne gymnastisches Training. Neben den anderen Vorteilen des Krafttrainings scheint es aber auf sich allein gestellt mein Schlafmuster und morgendliche Wachheit nicht positiv zu beeinflussen. Es scheint meinen Schlaf aber auch nicht zu stören, nicht einmal, wenn ich energisch trainiert und Muskelkater davon getragen habe.

Marketingleute versuchen ständig, Trends so zu manipulieren, dass Verkaufsraten steigen. Dessen sollte man sich bewusst sein. Aber solche billigen Betätigungen, wie Laufen, bekommen normalerweise nicht besonders viel Werbeaufmerksamkeit (es sei denn, man will einen iPod zum Laufen verkaufen). Man sollte versuchen, sich vom Marketing nicht beeinflussen lassen und stattdessen das tun, was für einen selbst funktioniert, ob es nun trendy ist oder nicht. Wenn man sich genötigt fühlt, Geld für seine Gesundheit auszugeben, sollte man die besten Bio-Sachen kaufen, die man findet und das tägliche Sportprogramm günstig und einfach halten.

Täglich um die selbe Zeit aufstehen – auch an den Wochenenden

Dies wurde im orginalen Frühaufsteher-Artikel erwähnt. Täglich um die selbe Zeit aufzustehen, ist wichtig, wenn man beginnt, die Gewohnheit des Frühaufstehens zu etablieren. Am Anfang ist es zu einfach, vom Weg abzukommen, daher schlage ich vor, dass man mindestens 30 Tage lang immer zur gleichen Zeit aufsteht. Wenn man in Versuchung kommt, am Wochenende auszuschlafen, dann macht man wahrscheinlich etwas falsch.

Nochmal: es sollte sich gut anfühlen, früh aufzustehen. Wenn man es tut, weil man es will und es funktioniert, wird es sich normal und natürlich anfühlen, es jeden Tag zu tun. Wenn man meint, dass man einen Tag zum Schummeln braucht, dann läuft etwas falsch. Warum würde man sich um etwas betrügen, wenn man es gern macht?

Nachdem man wenigstens einen Monat lang energiegeladen aufwacht, um die Gewohnheit zu etablieren, ist es nicht schwer, sie jeden Tag zu wiederholen. Wenn ich einmal eine Nacht lange weggehen möchte, dann schlafe ich vielleicht bis 6:30 oder 7:00 am nächsten Morgen. Am nächsten Tag liege ich aber ohne Schwierigkeiten wieder im Plan. Normalerweise gehe ich zwischen 10 und 11 zu Bett, aber ich kann problemlos bis weit nach 1 Uhr wach bleiben, wenn etwas Interessantes passiert.

Letzte Wochen waren Erin und ich in New York City und mein Schlafrhythmus war während der Reise völlig durcheinander. Manchmal sind wir morgens zeitig aufgestanden, während wir an anderen Tage bis 8:00 geschlafen haben. Aber nachdem wir nach Las Vegas zurückgekehrt sind, hatte ich keine Probleme, zu meinem normalen Rhythmus zurückzukehren. New York City (Eastern Time) ist Las Vegas (Pacific Time) drei Stunden vorraus, also stand ich normalerweise eher als üblich auf während dieser Reise. Ich bin mir nicht sicher, wie einfach es gewesen wäre, sich erneut anzupassen, wenn ich stattdessen nach Hawaii geflogen wäre. Das muss ich bald mal testen. :)

Ich empfehle es, einen Wecker zu nutzen, wenn man nicht gerade einen sehr verlässlichen mentalen Wecker hat. Ich nutze immer noch jeden Morgen einen Wecker, aber er ist nun eher ein Mittel zur Einhaltung als ein tatsächlicher Wecker. Ich brauche wahrscheinlich keinen Wecker, um früh um eine ziemlich gleichbleibende Zeit aufzustehen, aber nachdem ich mir nun angewöhnt habe direkt aufzustehen, wenn der Wecker klingelt, ist er einfach Teil meiner Routine. Ich habe mich nicht gerade bemüht, die Fähigkeit eines mentaler Weckers aufzubauen, vor allem, da die normale Weckerfunktion schon gut funktioniert für mich.

Erst ins Bett gehen, wenn man müde wird

Das habe ich schon im ersten Frühaufsteher-Artikel erwähnt. Anstatt jede Nacht um eine festgelegte Zeit ins Bett zu gehen, bleibt man wach, bis man müde wird. Wenn man abends für 30 Minuten oder länger wach liegt, um einzuschlafen, würde ich sagen, man ist zu früh ins Bett gegangen. Wieder aufstehen und lesen. Wenn man anfängt, beim Lesen einzunicken, dann ist es Zeit für’s Bett.

Meistens kann ich innerhalb weniger Minuten einschlafen, wenn ich mich hingelegt habe. Wenn ich nicht müde bin, bleibe ich auf, bis ich es werde. Manchmal muss ich schon 21:30 ins Bett. Manchmal bleibe ich bis 23:30 auf. Meistens tritt der Ansatz der Schläfrigkeit um die selbe Zeit auf, zwischen 22:00 und 22:30. Ich erlebe sie als ein leichten Anstoß, der mir sagt, wenn ich mich hinlege, dann werde ich in der Lage sein, schnell einzuschlafen.

Im ersten Frühaufsteher-Artikel habe ich erklärt, dass wenn man beginnt, ins Bett zu gehen, wenn man müde ist und zu einer festgelegten Zeit morgens aufsteht, dann wird der Körper sich schließlich anpassen. Um Klarheit zu schaffen, sollte ich den Einwand zufügen, “… wenn man seine Biochemie nicht mächtig durcheinander bringt”. Ein Großteil des Feedbacks, das ich bekommen habe, sagte mir, dass die meisten Menschen innerhalb von 3-5 Tagen zu Frühaufstehern werden können. So lange benötigen sie, um eine einigermaßen konstante Bettzeit eingeschliffen zu haben, die ihnen genügend Schlafenszeit verschafft, um sich am nächsten Morgen ausgeruht zu fühlen und den Tag ohne Schlafmangel zu überstehen. Trotzdem schaffen es jene, die eine wirklich schlechte Ernährung haben oder jeden Abend Alkohol trinken kaum bis zum vierten Tag; sie geben fast immer auf.

Eine angenehme Morgenroutine entwickeln

Wenn man die Art wie man seinen Morgen verbringt, nicht mag, dann leidet man vielleicht unter dem Problem, aufzuwachen ohne aufzustehen. Eine gute Morgenroutine kann helfen, das zu kurieren. Es ist wichtig etwas zu haben, auf das man sich freuen kann, damit man begierig aufsteht.

Meine Morgenroutine ist sehr einfach, aber für mich funktioniert sie. Nachdem ich aufgestanden bin, rasiere ich mich und ziehe meine Sportsachen an. Dann fahre ich zum Fitnessstudio, trainiere, fahre wieder heim, dusche und ziehe mich an. Danach unterhalte ich mich meist ein wenig mit Erin und meinen Kindern und frühstücke.

Ich gehe gern ins Fitnessstudio, und so ist es ein guter Grund für mich, aufzustehen. Ich weiß, dass ich mich nach dem Training sogar noch energiegeladener fühle.

Hier kann man viel experimentieren. Manche Menschen mögen es, aufzustehen und ein oder zwei Stunden an einem Heimarbeitsplatz zu arbeiten. Andere meditieren lieber als erstes morgens. Hier kommt es wirklich drauf an, etwas zu finden, was für einen funktioniert. Wenn es einen motiviert aufzustehen, um erst einmal eine Stunde das Lieblingsvideospiel zu spielen, dann kann man es einige Tage probieren und dann weitersehen.

Wenn die Morgenroutine irgendwann langweilig wird, sollte man sie ändern. Jede effektive Routine kann irgendwann aufhören, zu funktionieren. Man sollte immer etwas tun, um sie interessant zu halten.

Was ist mit der Abendroutine? Ein allgemeiner Ratschlag ist, dass eine entspannende Routine, um runter zukommen, den Sclaf verbessern wird. Für mich macht es nicht viel Unterschied. Ich kann an meinen Abenden viel Abwechslung und Unternehmungen genießen und trotzdem gut einschlafen und munter aufwachen. Eine stabile Abendroutine kann helfen, eine stressige Lebensführung zu kompensieren, aber sonst finde ich sie nicht so wichtig. Man sollte einfach Verschiedenes ausprobieren, um herauszufinden, was am besten funktioniert.

Es einfach tun

Frühmorgendliche Wachheit ist eine großartige Gewohnheit und wird Einem für viele Jahrzehnte gute Dienste erweisen. Man sollte nicht versuchen, groggy aufzuwachen, während der chemisch beanspruchte Körper sich weigert, sich zu bewegen. Den Morgen zu bewältigen, wird die Stimmung für den ganzen Tag bestimmen. Wenn man einmal herausgefunden hat, wie gut es sich anfühlt, wird man nie wieder zurück wollen.