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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Wie man frische Köpfe findet

Eine Fortsetzung des letzten Artikels…

Wo findet man Leute zum modellieren?

Ich denke, der beste Platz dafür sind professionelle Interessenverbände. Freiwillige Mitarbeit in solchen Organisationen ist oft ein guter Weg, um einige der erfolgreichsten Mitglieder kennenzulernen.

Industrie-Messen sind auch exzellent. Ich mag kleinere Messen (um die 2000 Leute oder weniger) am meisten. Wenn die Messe zu riesig ist, dann ist es oft schwer die richtigen Leute zu finden, zudem sind dann sowieso umlagert. Aber bei kleineren Messen ist es leicht – oft findet man die Marktgrößen beim Rumhängen und sie freuen sich mit jedem zu plaudern, der den Mut hat, sie anzusprechen.

Wie identifiziert man Leute, die man modellieren will?

Einfach die Leute finden, die bereits die Ergebnisse erzielen, die man will. Oft bekommt man schon einen guten Einblick in die Ergebnisse anderer, wenn man sich ihren Ruf anguckt. Zweifelt jemand daran, dass Will Wright, Schöpfer von Sim City und Die Sims, ein talentierter Spiele-Designer ist? Oder das John Carmack ein fähiger Programmierer ist?

Okay, man muss sich bei seiner Suche nach Vorbildern vermutlich mit Normalsterblichen begnügen, und ja, es gibt ein gewisses Risiko, dass man die tatsächlichen Ergebnisse fehlinterpretiert – aber das Risiko kann man reduzieren, indem man mehrere Personen nachahmt. Klar, manche Ergebnisse sind ziemlich offensichtlich, wie der Körper eines Bodybuilders, die Werke eines Autors oder die Vorträge eines Redners.

Falls alles nicht zutrifft, sollte man nach einem Lächeln suchen. Ich mag es von Leuten zu lernen, die echt glücklich erscheinen.

Wenn man keinen genauen Einblick in die tatsächlichen Ergebnisse von jemanden bekommt, dann sollte man sie in den Bereichen auch nicht nachahmen, wo man keine gute Einsicht hat. Modellieren ist kein Ersatz für gesundes Urteilsvermögen – es ist bloß ein Hilfsmittel.

Wie lernt man Leute persönlich kennen, die einen selbst noch nicht kennen?

Das mag offensichtlich klingen, aber man sollte einfach direkt hingehen und sich vorstellen. Das kann man lernen; wenn man also etwas schüchtern ist, dann braucht es etwas Übung. Am besten man liest ein paar Bücher zum Thema Networking wie Harvey Mackays Such’ dir Freunde, bevor du sie brauchst. Vor 2 Monaten habe ich eine Lesung von Susan Roane besucht, die sich selbst als “Die Verknüpfungs-Expertin” bezeichnet. Sie hat jeden im Raum 7 Sekunden gegeben, sich persönlich vorzustellen und dann Zeit herumzugehen, um andere Leute zu treffen. Man kann ein paar gute Tipps bekommen, wenn man die Frage & Antwort Sektion auf ihrer Website liest.

Es hilft also, ein paar elementare Social Skills zu erlernen, aber hauptsächlich erfordert es nur etwas Mut. Vor ein paar Jahren haben meine Frau und ich ein lokales, vegetarisches Outdoor-Festival besucht. Während wir darauf warteten, dass die Redner anfingen, sahen wir Alicia Silverstone auf dem Gras im Schatten sitzen. Sie ist ein veganer Artgenosse, insofern waren wir nicht überrascht, sie hier zu sehen. Ich habe meine Frau, die VegFamily-Magazin betreibt, ermutigt, sich vorzustellen und zu fragen, ob sie ein Interview arrangieren könnten. Sie tat es und plauderte eine Weile mit Alicia und diese stimmte einem baldigen Telefon-Interview zu. Etwas später sahen wir Ed Begley, Jr. unter einem Baum stehen. Wir plauderten etwas mit ihm und meine Frau überzeugte auch ihn, einem Interview zuzustimmen. Alicia hat das Interview letztendlich abgesagt, aber Ed hat es durchgezogen (Ich habe die Photos gemacht).

Wie wird man mit Leuten vertraut, die man gerade kennengelernt hat?

Es gibt viele erlernbare Fähigkeiten, um Vertrauen aufzubauen. Eine der Besten ist Abstimmen und Spiegeln. Dazu braucht man etwas Übung, aber es ist extrem effektiv. Einfach mal nach danach googlen (oder nach “NLP Vertrauen aufbauen”) und man findet sicher Anleitungen dazu. Man bekommt es auch in praktisch jedem Buch zu NLP erklärt.

Ein weiterer einfacher Weg zum Vertrauensaufbau, der überhaupt keine Übung braucht, ist die Frage

“Also, wie hast du mit X angefangen?”

Wie hast du als Schauspieler angefangen? Wie hast du als öffentlicher Redner angefangen? Wie hast du mit deinem Unternehmen angefangen? In 95% der Fälle bekommt man eine sehr positive Reaktion, wenn man nur diese eine Frage stellt – und die andere Person hat immer eine interessante Geschichte zum erzählen. Ich mache das immer so, wenn ich neue Leute kennenlerne. Und ich bekomme einige großartige Geschichten zu hören. Ich weiß zum Beispiel von Dutzenden Leuten, wie sie ihr Software/Shareware-Unternehmen gestartet haben.

Es ist wichtig, dass man vertrauensbildene Fähigkeiten aufrichtig und respektvoll einsetzt. Sie können sehr mächtig sein und wenn man sie falsch und manipulativ anwendet, dann werden sie nach hinten losgehen. Man sollte Leute treffen und von ihnen lernen, weil man daran Spaß hat und nicht, weil man sich dazu zwingt und verzweifelt nach ihren Ideen giert.

Welche Fragen soll man Leuten stellen, die man modellieren will?

Das überlasse ich dem eigenen Urteilsvermögen. Was will man wissen?

Eine der besten Fragen, die man allerdings stellen kann, ist:

“Was würdest du an meiner Stelle tun?”

Es ist klar, dass man die andere Person erst über die eigene Situation und die Ziele informieren muss. Aber die Frage wird fast immer eine wirklich hilfreiche und praktische Antwort hervorbringen.

Wie wichtig sind Menschen als Ressource, verglichen mit Büchern, Websites, Technologie und anderen nicht-humanen Hilfsmitteln?

Menschen sind unsere wichtigste Ressource. In seinem Buch Grenzenlose Energie hat Tony Robbins diese Aussage als eine der 7 wichtigsten Überzeugungen aufgeführt, die sehr erfolgreiche Leute miteinanden teilen. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, habe ich das anders gesehen, weil ich der Meinung war, dass Technologie und persönliche Fähigkeiten etwas wichtigere Ressourcen sind. Es hat ein paar Jahre gedauert, aber letztendlich stimme ich Tony hier zu. Man stelle sich vor, was man mit all den technologischen Ressourcen der Welt oder mit all ihren Informationen anfangen könnte, wenn sie einem zur Verfügung stünden. Und jetzt stelle man sich vor, was man schaffen könnte, wenn man alle Menschen der Welt an seiner Seite hat.

Noch etwas?

Sicher. Zusätzlich zum Lernen von Anderen, ist es auch hilfreich Kontakte zu Leuten zu knüpfen, die einem vielleicht später einmal nützlich sein können. Als ein einfaches Beispiel: Obwohl ich schon viele Städte in den USA bereist habe, war ich noch nie außerhalb der USA – noch nicht einmal in Kanada oder Mexiko. Ich weiß – ziemlich traurig, nicht wahr? Aber immerhin kenne ich einige Leute (inklusive meiner Eltern und all meiner Geschwister – mein Bruder lebt sogar in Japan), die das gemacht haben und ich habe Freunde, die überall in der Welt leben. Also wenn ich jemals dazu komme, ins Ausland zu reisen (was eins meiner Ziele ist, aber mit einem Einjährigen ist das etwas schwer), dann kann ich nicht nur Ratschläge in Hülle und Fülle von Leute bekommen, die das schon gemacht haben, sondern auch eine tolle Zeit damit verbringen, Freunde und andere Kontakte zu besuchen – wohin auch immer ich reise. Einige meiner Dweep-Kunden haben sogar angeboten, mich herum zu führen, wenn ich jemals ihr Land besuchen sollte.

Auf der Habenseite ist – da ich in Las Vegas lebe – dass die ganze Welt hierher zu mir kommt. Ich kann die Touristengebiete besuchen und Leute aus der ganzen Welt treffen (und ihnen dann ihr Geld am Pokertisch abnehmen). Und ich kann kitschige Versionen von New York City, Venedig, Paris und sogar die Star Trek: DS9 Promenade besuchen. ;)