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Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

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Wie man sich auf Erfolg konditioniert

Manchmal begegnet man Situationen, wo man weiß, was man tun sollte, es einem aber schwer fällt, das auch tatsächlich umzusetzen. Oder man fängt eine Aufgabe an, aber man hat einfach nicht genug Schwung, um diese bis zum Ende durchzuziehen.

Wenn ein solches Problem zu lange besteht, wird man beobachten, dass es einen nachteiligen Effekt auf das allgemeine Selbstbewusstsein hat. Man fängt vielleicht an zu denken, dass man ein Motivationsproblem hat, als ob man vielleicht nicht genügend nach Erfolg strebt.

Arten der Konditionierung

Eine Lösung für dieses Problem ist die Konditionierung, welche es in zwei Hauptformen gibt: die Konditionierung der Gedanken und die Verhaltenskonditionierung. Die Konditionierung der Gedanken fokussiert sich darauf, zu kontrollieren, was man denkt. Es handelt sich hier um ein kognitives Erfolgsmodell, welches sich auf die Annahme stützt, dass man die richtigen Handlungen ausführen wird, wenn man die richtigen Gedanken denkt und somit die Resultate bekommt, die man möchte.

Beispiele für die Konditionierung der Gedanken sind: positive Bekräftigungen (Affirmations) lesen, positive Ergebnisse visualisieren, positives Vokabular verwenden (positive Worte zu wählen, um die eigene Situation zu beschreiben anstatt negative Worte wie in „Ich habe einen fantastischen Tag!“) und bestimmte Formen der Meditation. In vielen Situationen ist die Konditionierung der Gedanken sehr effektiv – besonders, wenn negative Gedanken die Wurzel des Problems sind, wie zum Beispiel eine negative Einstellung, die dazu führt, dass man andere Menschen falsch versteht.

Die Verhaltenskonditionierung kommt vom Handlungsmodell des Erfolgs. Dieses Modell nimmt an, dass man die Resultate erhält, die man möchte, wenn man richtig handelt, egal was man denkt. Die Konditionierung des Handelns konzentriert sich darauf, neue Handlungsgewohnheiten zu formen, ungeachtet der eigenen Gedanken. Viele Behavioristen denken, dass die richtigen Gedanken sowieso folgen, wenn man richtig handelt. Beispiele für die Verhaltenskonditionierung sind u.a., wenn man den Wecker für den Morgen stellt, um aufzustehen, sich selbst ordentlich zu belohnen, wenn man Überstunden gearbeitet hat oder sein Kind zu bestrafen, wenn es sich daneben benommen hat.

Anwendungen

Ich habe schon beide Formen der Konditionierung mit großem Erfolg angewendet. Vor 10 Jahren nutzte ich meistens die Konditionierung der Gedanken. Heute finde ich jedoch, dass die Verhaltenskonditionierung für mich viel effektiver ist und sehr viel schneller. Ein Problem der Verhaltenskonditionierung ist, dass wenn es einem nicht gelingt, schnell die richtigen Handlungen auszuführen, dass dann das eigene Verhalten die Gedanken dekonditionieren kann, die man gerade versucht, sich zu eigen zu machen. Wenn man zum Beispiel versucht, mit dem Rauchen aufzuhören und sich darauf konzentriert, in den Bahnen eines Nichtrauchers zu denken und jeden Tag einige Bekräftigungen durchführt, nebenbei aber immer weiter raucht, dann sendet man gemischte Signale und man wird höchstwahrscheinlich zurückfallen. Das fortwährende Verhalten ist auch eine Bekräftigung. Wenn man es jedoch schafft, das physische Anstecken der Zigarette zu unterbinden und nebenbei jedoch als Raucher weiterdenkt, wird dieses Verhalten die Gedanken eines Nichtrauchers herbeiführen. Die Verhaltenskonditionierung funktioniert am Besten, wenn es genug ist, sein Verhalten zu ändern (egal, wie man denkt), um Resultate zu erzielen. Wenn man zum Beispiel aufhört, Impulskäufe zu tätigen, wird man Geld sparen, egal wie man darüber denkt.

Ich stimmt mit den Behavioristen überein: durch Handeln wird man motiviert. Wenn man sich selbst dazu bringen kann, zu handeln, auch wenn man zu Beginn nicht motiviert ist, wird man feststellen, dass die Motivation automatisch wächst. Einen produktiven Tag zu haben, kann sehr motivierend wirken.

Die Grundidee hinter der Verhaltenskonditionierung ist Kontrolle und Ersetzung. Man muss herausfinden, welche Handlungen man benötigt, um die Ergebnisse zu erzielen, die man will (d. h., wie man sich benehmen muss). Dann muss man sich selbst darauf konditionieren, diese Handlungen durchzuführen. Man verhält sich ja immer irgendwie – also sollte man sicher gehen, dass das eigene Verhalten für die gewünschten Ergebnisse sorgt. Wenn man feststellt, dass man sich auf eine Art und Weise verhält, die nicht mit seinen Zielen übereinstimmt, dann sollte man die Kontrolle über die Situation übernehmen und das falsche Verhalten durch das richtige ersetzen. Bei vielen Zielen reicht es aus, einfach Zeit zu investieren – nur die Zeit zu investieren, bringt einen zu schon 80% ans Ziel.

Ein reales Beispiel aus meinem Leben

Ein Beispiel: Ich hätte heute morgen bis 8:00 Uhr schlafen können (Okay, das ist früh für manche Menschen), ein gemütliches Frühstück haben und dann die World Poker Tour anschauen können. Das Ergebnis wäre quasi nichts gewesen. Ich wäre meinen Zielen nicht näher gekommen. Es wäre nicht mal aufregend gewesen oder hätte sehr viel Spaß gemacht… es wäre nur faul gewesen.

Ich bin heute aber um 5 Uhr aufgestanden, geradewegs an den Computer gegangen, habe in vier Stunden eine Rede von Anfang bis Ende geschrieben, während der Rest der Familie noch schlief, hatte ein kurzes Frühstück, während ich die Pläne für den Tag mit meiner Frau diskutierte, habe wieder zwei Stunden für Dexterity Software gearbeitet und dann diesen Blogbeitrag begonnen. So habe ich an einem Samstagmorgen sechs solide Stunden produktiv gearbeitet, so dass ich meinen Zielen näher bin. Und es war nicht schwer. Ich habe den faulen Morgen einfach durch diese Art Morgen ersetzt. So fühle ich mich energiegeladen, statt müde.

Das Problem ist, dass die meisten Menschen unbewusst Verhaltensweisen konditionieren, die mittelmäßige Ergebnisse garantieren. Man sollte sich sein Verhalten im letzten Monat mal anschauen. Waren die eigenen Verhaltensweisen kongruent zu den Zielen? Wenn man sich im nächsten Monat anders verhält, wird das die Ergebnisse verändern? Wo findet man Inkongruenzen zwischen Verhaltensgewohnheiten und den Zielen, die man anstrebt? Welche Veränderungen würde man gern vornehmen?

Im nächsten Artikel werde ich genau erklären, wie man die Verhaltenskonditionierung anwendet und neue Gewohnheiten annimmt. Und dazu benötigt man keine Willenskraft.