Loading
Steve Pavlina Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen Steve Pavlina - Persönlichkeitsentwicklung für intelligente Menschen

News abonnieren

  1. Artikel als RSS
  2. Artikel als ATOM

Wie optimistisch ist man?

Gibt man zu schnell auf? Oder findet man immer einen Weg?

Der Glücksfaktor: Warum Optimisten länger leben von Martin Seligman

Englisches Original

In seinem berühmten Buch Der Glücksfaktor: Warum Optimisten länger leben betont Martin Seligman, wie unsere Sprachbenutzung in der Gegenwart, den Erfolg der Zukunft ziemlich genau vorhersagen kann. Seligman erklärt, wie er Ergebnisse sportlicher Veranstaltungen mit guter Genauigkeit vorhersagen konnte, indem er die Sprache der Trainer und Spieler in einem vorherigen Interview verglich. Im Prinzip hat er einfach alle positiven und alle negativen Wörter in vor dem Spiel veröffentlichten Zitaten gezählt und dann das Verhältnis zwischen positiven und negativen Worten berechnet. Das Team mit dem höheren Durchschnitt war dasjenige, welches er als Gewinner vorhersagte.

Es gibt eine gewisse Subjektivität bei der Entscheidung, ob ein Wort positiv, negativ oder neutral ist, aber wenn man es selbst versucht, dann wird man merken, dass es meistens sehr leicht ist, Wörter einzuteilen. Seligman erklärt auch einen ähnlichen Prozess, mit dem er die Gewinner politischer Wahlen vorhersagt.

Man kann es selbst ausprobieren. Hier ist ein Satz, den ich aus den Yahoo News vom 23. Februar 2005 habe:

“Wissenschaftler fürchten, dass die Vogelgrippe, die 46 Menschen in China getötet hat, der Erreger sein wird, der die nächste weltweite Pandemie auslösen wird. Sie sagen aber, dass mehr Informationen darüber benötigt werden, wie infektiös das Virus beim Menschen ist.”

Wie viele positive und negative Worte konnte man finden? Ich habe 0 positive und 4 negative gefunden (“befürchten”, “getötet”, “Pandemie”, “infektiös”).

Dieser Satz hat also ein Verhältnis von 0/4 = 0.

Den selben Prozess kann man nun für alle Überschriften durchführen, die man bei Yahoo News (vom 23.03.2005) finden kann. Ich zähle 6 positive Wörter (“beruhigen”, “hinzufügen”, “neu”, “finden”, “richtig”, “wohlhabend”) und 15 negative Wörter (“aufkündigen”, “streiten”, “sterben”, “bluten lassen”, “Tod”, “düster”, “ermordet”, “Ängste”, “Bedenken”, “abgelehnt”, “aufsässig”, “vermeidet”, “Risiko”, “Pandemie”, “Almosen”), was zu einem Verhältnis von 6/15 = 0,4 führt.

Natürlich ist meine Wahl subjektiv, so dass andere anders entschieden hätten, aber man kann es ruhig selbst auf einer News-Seite ausprobieren. Wenn man eine mit einem Verhältnis über 1,0 findet, bitte melden!

Den eigenen Optimisums testen

Man kann das auch an sich selbst ausprobieren. Man kann sich einfach einen Text anschauen, den man kürzlich geschrieben hat – E-Mail, Posts in Foren oder was anderes. Wie sieht das eigene Verhältnis zwischen positiven und negativen Worten aus? Seligman würde argumentieren, dass man das gut zum Vorhersagen des zukünftigen Erfolgs nutzen kann.

Einige Experten der Persönlichkeitsentwicklung glauben, dass man optimistischer denkt, indem man absichtlich optimistischere Worte in der eigenen Sprache wählt, was wiederum zu besseren Ergebnissen führt. Anthony Robbins hat dem ein ganzes Kapitel in einem seiner drei Bücher gewidmet; er nennt es “Transformations-Vokabular”.

Man kann das zum Spaß auch an seinen Freunden und Kollegen austesten. Einfach etwas schnappen, das sie geschrieben haben und ihr Verhältnis ausrechnen.

  • Ist ihre Sprache überwiegend optimistisch (>1,0) oder pessimistisch (<1,0)?
  • Wer hat die meisten Punkte?
  • Wer hat die wenigsten?
  • Gibt es interessante Muster?
  • Für welche Art Chef arbeitet man?
  • Was ist mit den Broschüren der Firma, in der man arbeitet?

Wenn man eine eigene Firma leitet:

  • Wie steht’s mit dem eigenen Marketingmaterial,
  • der Webseite,
  • dem Geschäftsplan?
  • Projiziert man Selbstbewusstsein oder
  • Selbstzweifel auf die Kunden?
  • Was ist mit den eigenen Tagebucheinträgen?
  • Der To-Do-Liste?

Oft sieht man ein Muster, bei dem sich ähnliches anzieht. Pessimistische Quellen ziehen pessimistische Leser an, teilweise, weil sie die Zielkundschaft der Werbung sind – negative Menschen kaufen eher Dinge, von denen sie glauben, dass diese ihren emotionalen Status ändern werden. Eine pessimistische Firma wird pessimistisch erzogene Mitarbeiter anziehen – die positiven Menschen mit viel Energie gehen lieber dahin, wo ihr Enthusiasmus willkommen ist. Es gibt also gute Chancen, dass man in seiner Umgebung ähnliche Verhältnisse finden wird, wenn man sich umschaut.