Der blinde Fleck

 Steve Pavlina & Stephan Schubert·

Schon gewusst, dass jeder—relativ zentral im Gesichtsfeld—einen blinden Fleck hat?

Es ist wahr. Ich werde es beweisen.

Beide Augen zusammen decken den blinden Fleck ab, wenn man aber ein Auge schließt und geradeaus schaut, gibt es einen Punkt direkt vor einem, an dem man nichts sehen kann. Das ist genau da, wo der optische Nerv mit dem Augapfel verbunden ist—ein Fleck, dem Stäbchen und Zapfen fehlen. Man sieht jedoch keinen dunklen Fleck, weil das Gehirn die fehlenden Details ergänzt. Es ergänzt, was man nicht wirklich sieht.

Hier ist eine einfache Methode, um den blinden Fleck zu finden. Man schaut auf die Liniensegmente unten—sie sollten sich alle auf derselben horizontalen Linie befinden. Man sollte zwei Lücken sehen. Nun schließt man ein Auge und schaut auf eine der Lücken. Wenn man das linke Auge schließt, sollte man mit dem rechten Auge auf die rechte Lücke schauen. Wenn man das linke Auge schließt, sollte man mit dem linken Auge auf die linke Lücke schauen. Man sollte den Kopf so halten, dass die Lücke direkt vor dem offenen Auge befindet, damit man direkt geradeaus schaut.

Während man mit dem offenen Auge auf eine der Lücken schaut, sollte man immer noch in der Lage sein, die andere Lücke im Blickfeld zu haben. Nun starrt man weiter auf die erste Lücke und bewegt seinen Kopf näher an den Bildschirm heran.

Bei einem bestimmten Abstand (bei mir sind es 20—30 cm bei meinem 19-Zoll-Monitor), wird die zweite Lücke verschwinden. Man muss daran denken, dass man weiterhin auf die erste Lücke schaut, sodass sich der Augapfel nicht zu sehr bewegt. Die zweite Lücke wird verschwinden und das Gehirn wird die Details ergänzen, wodurch man eine durchgängige Linie sehen wird, wo eigentlich die zweite Lücke sein sollte.

Wenn man es schwierig findet, das auf dem Computerbildschirm zu machen, dann kann man die Linien von oben auf ein Blatt Papier übertragen. Dann bewegt man das Papier anstatt seinen Kopf.

Wenn das Gehirn so etwas mit dem Sehvermögen macht, was macht es dann mit dem Rest der eigenen Gedanken? Könnte es Lücken im Verständnis ausbügeln, sodass man einen blinden Fleck hat, von dem man nicht einmal weiß?

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